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Tagung zum Einsatz digitaler Arbeitsmittel

Erprobung der „HoloLens“ von Microsoft
Erprobung der „HoloLens“ von Microsoft© HWK Erfurt

Am 28.05.2019 hatte die Handwerkskammer (HWK) Erfurt dazu eingeladen, Potenziale und Hemmnisse des Einsatzes von digitalen Arbeitsmitteln – wie von z. B. VR-Brillen – in der Ausbildung zu diskutieren. Auf der Tagung fanden drei praxisnahe Workshops und ein „Markt der Möglichkeiten“ statt.

Roadafternoon im Berufsbildungszentrum

Das Projekt DigiSec der HWK Erfurt beschäftigt sich mit der Digitalisierung der Ausbildung im Handwerk (v. a. im Bereich der Elektroberufe, Metallberufe, Anlagenmechaniker). Ende Mai 2019 wurde von der HWK Erfurt zur Thematik ein Roadafternoon veranstaltet. Zu dieser Veranstaltung wurden Ausbildende des Handwerks, Vertreterinnen und Vertreter von Berufs- und Hochschulen, Betriebe sowie weitere Interessierte in das Berufsbildungszentrum der HWK Erfurt eingeladen.

Die Workshops

Eine Ausbilderin probiert zum ersten Mal die VR-Brille „HTC VIVE“
Eine Ausbilderin probiert zum ersten Mal die VR-Brille „HTC VIVE“© HWK Erfurt

Im Laufe des Nachmittags wurden drei unterschiedliche Workshops angeboten. Zwei dieser Workshops hatten übergreifende Themen zum Gegenstand. Zum einen die wahrgenommenen Hemmnisse beim Einsatz digitaler Medien in der Ausbildung (Workshop 1) und zum anderen die Potenziale, die der Einsatz dieser Medien bietet (Workshop 2). Der dritte Workshop war spezifisch auf den Themenbereich Smart Home zugeschnitten. Es wurden Sicherheitsrisiken diskutiert, die beachtet werden müssen (Workshop 3).

In der Umsetzung der Workshops wurde die Methode der Zukunftswerkstatt eingesetzt. Das heißt, jeder Workshop wurde in drei Phasen gegliedert (Kritikphase, Visionsphase, Realisierungsphase). In der Kritikphase konnten die Teilnehmenden zunächst alles Negative äußern, was sie zum jeweiligen Thema beschäftigt. In der darauffolgenden Visionsphase wurden Wünsche geäußert, wie ein idealtypischer Einsatz digitaler Arbeitsmittel aussehen könnte. In der Realisierungsphase wurde abschließend diskutiert, welche konkreten Wünsche umsetzbar sind bzw. welche Lösungswege für aktuelle Herausforderungen realisierbar sind.

Der Markt der Möglichkeiten

Prof. Dr. Kruse gibt Einblicke in bereits vorhandene digitale Lehr- und Lernangebote
Prof. Dr. Kruse gibt Einblicke in bereits vorhandene digitale Lehr- und Lernangebote© HWK Erfurt

Nach den Workshops hatten die Teilnehmenden noch die Gelegenheit, selbst unterschiedliche digitale Technologien auszuprobieren. Diese stammten sowohl aus dem Bereich der virtuellen Realität (Virtual Reality, kurz: VR), erweiterte Realität (Augmented Reality, kurz AR) und vermischte Realität (Mixed Reality, kurz: MR). Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, Lernanwendungen beispielsweise mit der HoloLens (Microsoft), der HTC VIVE (HTC) oder der Oculus Quest (Oculus) selbst auszuprobieren. Unterstützt wurde der Roadafternoon dabei durch die Fachhochschule Erfurt (Prof. Dr. Kruse) und die Agentur „KIDS interactiv“, die ihre Anwendungen und Techniken zur Verfügung stellten.

Ergebnisse des Roadafternoon

Aufbau für den Roadafternoon mit der „HTC VIVE“
Aufbau für den Roadafternoon mit der „HTC VIVE“© HWK Erfurt

Die Tagung zeigte, dass das größte Hemmnis beim Einsatz digitaler Arbeitsmittel darin besteht, dass ihr Einsatz beim Ausbildungspersonal zusätzliche zeitliche und personelle Ressourcen bindet. Außerdem lassen sich viele Neunutzer bei technischen Problemen schnell verunsichern und abschrecken.

Das größte Potenzial wird darin gesehen, dass Auszubildende mit den digitalen Technologien – wie den VR-Brillen – konkrete Arbeitsabläufe im virtuellen Raum erproben können. Dafür wird beispielsweise eine Software für VR-Brillen genutzt, die vom Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie entwickelt wurde. Sie erlaubt es den Auszubildenden beispielsweise, in einer virtuellen Elektrowerkstatt arbeiten zu können. Auch Arbeiten an einer Starkstromanlage oder auf einem Strommasten können simuliert werden – ohne dass die Auszubildenden sich dabei verletzen können. Im Bereich Smart Home führt die Digitalisierung dazu, dass unterschiedliche Gewerke stärker zusammenarbeiten (müssen).

Die Veranstaltung bestätigte den Projektmitarbeitenden von DigiSec, dass es einen großen Bedarf zum Austausch über digitale Technologien und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Ausbildung gibt. Es hat sich gezeigt, dass die Möglichkeiten zum Ausprobieren unterschiedlicher Anwendungsmöglichkeiten von den Teilnehmenden angenommen und Berührungsängste abgebaut wurden. Die Vernetzung von teilnehmenden Betrieben, Berufsschulen und Bildungsstätten war ein weiteres Ergebnis der Veranstaltung. Auch diese trägt dazu bei, die Digitalisierung in der Ausbildung in die Breite zu tragen. Das Projekt DigiSec und die HWK Erfurt sehen daher weiteren Bedarf, ähnliche Veranstaltungsformate durchzuführen.

Das Projekt DigiSec

Die Veranstaltung „Roadafternoon – Digitale Innovation ausprobieren und kritisch hinterfragen im Bereich der Lehrausbildung“ wurde im Rahmen des Projekts DigiSec durchgeführt. Es verfolgt das Ziel, Digitalisierungstendenzen und die damit verbundenen Bedürfnisse für die Ausbildung im Handwerk zu analysieren. Das Projekt ist im Februar 2017 gestartet und wird im Sonderprogramm „Förderung von Digitalisierung in überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜBS) und Kompetenzzentren“ als eines von acht Pilotprojekten durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gefördert.

Ansprechpartner:

Frank Oelze
Fachleiter 2
Tel. 0361 / 67 07 - 637
Fax 0361 / 67 07 - 505
foelze@hwk-erfurt.de

Melanie Schütt
Medienpädagogin
Tel. 0361 / 67 07 - 558
Fax 0361 / 67 07 - 505
mwenzke@hwk-erfurt.de

Link zum Projekt: www.hwk-erfurt.de/artikel/digisec-4,0,983.html