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Digitale Krönung des Zahntechniker-Handwerks

Mann schaut auf Bildschirm

Die Herstellung von Zahnersatz erforderte lange eine filigrane und sehr zeitaufwändige handwerkliche Fertigung. Inzwischen lösen in immer kürzeren Zeitabständen digitale Konstruktions- und Fertigungsmethoden die klassische Handarbeit ab. In der Videoserie zeigt eine Auszubildende am Kundenauftrag „Knirscherschiene“, wie sich analoge und digitale Fertigungsmethoden voneinander unterscheiden und welche Methode für sie die aufwändigere ist.

Die digitale Transformation im Zahntechniker-Handwerk verändert die Dentallabore von Grund auf. Neue digitale Technologien ermöglichen mehr Präzision und Zeitersparnis im zahntechnischen Labor und erweitern darüber hinaus die Angebotspalette. Der mit digitalen Technologien unterstützte Fertigungsprozess ersetzt nach und nach die handwerkliche Herstellung von Zahnersatz und kieferorthopädischen Gerätschaften. Die gemeinsame Nutzung subtraktiver und additiver Maschinen ist im Verbund von Dentallaboren zudem kostensparender.

Die Gewerbeakademie Freiburg hat sich zum Ziel gesetzt, die Auszubildenden in der Zahntechnik stärker auf den Umgang mit digitalen Techniken im Berufsleben vorzubereiten. Im Projekt Dental Digital3 wurden digitale Techniken in zwei neuen überbetrieblichen Lehrgängen sowie in der Überarbeitung bestehender Lehrgänge verankert. Vermittelt wird z. B. der Umgang mit dem Intraoralscanner, das Konstruieren in CAD, die Anwendung von additiven und subtraktiven Herstellungsverfahren mit Hilfe von CAM-Programmen sowie das Arbeiten mit CNC-Technik (Fräsen, Schleifen, 3D-Druck). Vermittelt werden den Auszubildenden dabei auch Kompetenzen für den Umgang mit digitalen Daten – z. B. im Hinblick auf Datenorganisation und Datenschutz.

In enger Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Zahntechnikerinnungen (VDZI) werden diese Aspekte bei der Aktualisierung der Ausbildungsordnung bereits berücksichtigt. Die Integration digitaler Technologien in der Zahntechnik wurde begleitend zum Projekt Dental Digital3  mit Ausbilderinnen und Ausbildern aus anderen überbetrieblichen Bildungsstätten diskutiert.

Digitale und analoge Vorbereitung des Auftrags

Um eine Knirscherschiene herzustellen, muss zunächst der Kiefer einer Patientin oder eines Patienten abgebildet werden. Das wird digital mit einem Intraoralscanner gemacht oder traditionell, indem ein Abdruck angefertigt wird. Im Video probiert die Auszubildende beide Methoden aus.

Auftragsannahme und –analyse mit dem CAD-Programm

Die Auszubildende nimmt für den Auftrag „Knirscherschiene“ sowohl den Alginatabdruck als auch das digitale Zahnmodell des Patienten entgegen. In beiden Fällen erfolgt die Weiterbearbeitung im zahntechnischen Labor mit einem CAD-Programm. Vom Alginatabdruck wird vorher noch ein Gipsmodell erstellt.

Auftragsdurchführung mit dem CAD-Programm

Die Ausgangsdaten liegen einheitlich in einem CAD-Programm vor. Mit einem CAM-Programm berechnet die Auszubildende, wie die Knirscherschiene gefräst werden muss. Ob die Schiene nach der Fertigung auch passt, wird am Gipsmodell oder einem Modell aus dem 3D-Drucker geprüft.

Auftrag analog auswerten

Zuletzt begutachtet die Zahntechnikermeisterin die fertig bearbeitete Knirscherschiene, indem sie Sitz und die Beschaffenheit prüft. Erst nach dieser Qualitätskontrolle kann sie an die Zahnärztin oder den Zahnarzt geschickt werden.

Resümee und Ausblick aus Sicht der Auszubildenden

Teilnehmende des Pilotlehrgangs CAD/CAM in der Gewerbeakademie Freiburg schildern, was sie in der Kurswoche gelernt haben und welche Bedeutung digitale Methoden in der Zahntechnik für sie haben.

Weitere Informationen

Gewerbe Akademie
Wirthstraße 28
79110 Freiburg
www.gewerbeakademie.de
https://zahntechnik.wissen-hoch-drei.de

Kontakt:
Joachim Rapp
Tel.: 0761 15250-84
joachim.rapp@hwk-freiburg.de

Sonja Weiss
Tel.: 0761 15250-70
sonja.weiss@hwk-freiburg.de