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Digitale Kompetenzmessung in der Ausbildung: Initiative ASCOT+ startet

Kfz-Mechaniker-Azubi mit Laptop in Werkstatt
© WavebreakMediaMicro - Fotolia.com

Die berufliche Bildung steht vor der Herausforderung, Ausbildung und Prüfungen kompetenzorientiert zu gestalten. ASCOT+ hat das Ziel, digitale Lern- und Messinstrumente für Kompetenzen von Auszubildenden zu entwickeln und in der Praxis zu erproben.

Ziel jeder Ausbildung ist, dass Auszubildende berufliche Handlungskompetenzen erwerben. Um diese gezielt zu fördern und in Prüfungen objektiv festzustellen, braucht es wissenschaftlich fundierte und erprobte Lern- und Messinstrumente. Die Digitalisierung eröffnet hier neue, vielfältige Möglichkeiten für die berufliche Bildung. Ziel von ASCOT+ ist es, computerbasierte Lerninstrumente zur Kompetenzförderung und Prüfungsinstrumente zur Kompetenzmessung zu entwickeln und für den flächendeckenden Einsatz in der Ausbildungspraxis zu erproben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert zu diesem Zweck sechs Projekte (Laufzeit: 2019-2022) aus den Berufsfeldern gewerblich-technische, kaufmännische und Gesundheitsberufe. Die von den Projekten entwickelten innovativen Lern- und Prüfungsinstrumente sollen wissenschaftlich fundiert sein und in das Berufsbildungssystem integrierbar, um bestehende Formate der Berufsbildungspraxis sinnvoll zu ergänzen. Von ASCOT+ profitieren sollen Auszubildende, betriebliches und schulisches Ausbildungspersonal, Prüferinnen und Prüfer sowie Zuständige Stellen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) setzt ASCOT+ im Auftrag des BMBF um.

ASCOT+ soll dazu beitragen:

  • Lehr-/Lernprozesse in der betrieblichen und berufsschulischen Ausbildung zu verbessern,
  • Leistungen von Auszubildenden objektiver festzustellen,
  • Akteure in der Ordnungsarbeit bei der kompetenzorientierten Formulierung von Ausbildungsordnungen zu unterstützen,
  • kompetenzorientierte Prüfungen weiterzuentwickeln.

Das entwickeln die ASCOT+-Projekte

Die in ASCOT+ geförderten Projekte entwickeln die Instrumente und Verfahren aus der Vorgängerinitiative ASCOT (2011-2015) weiter, erproben sie und machen sie für eine breitere Nutzung in der Praxis anwendbar. Die Projekte entwickeln:

  • ein Online-Tool für das Prüfungspersonal zur Erstellung kompetenzorientierter Prüfungsaufgaben und Abschlussprüfungen für kaufmännische Berufe (ASPE),
  • Lerninstrumente für Diagnosekompetenzen im Beruf Kfz-Mechatroniker/-in; Anpassung vorhandener Tests an Bedürfnisse der Prüfungspraxis (DigiDIn-Kfz),
  • ein Messinstrument für Kooperationskompetenz und ein Lerninstrument für die Bewältigungskompetenz in Pflegeberufen (EKGe),
  • eine Test- und Lern-Software zur Förderung der Problemlösekompetenz von kaufmännischen Auszubildenden mit Echtzeit-Analytik zur optimalen Förderung und (teil-) automatisierten Auswertungsverfahren (PSA-Sim),
  • Lerninstrumente für Problemlösekompetenzen für die Berufe Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik und Mechatroniker/-in und verbesserte computerbasierte Prüfungsaufgaben auch für den Beruf Konstruktionsmechaniker/-in (TechKom),
  • ein Training für Lehr- und Prüfungspersonal zur Entwicklung und computerbasierten Umsetzung kompetenzorientierter Prüfungsaufgaben für kaufmännische Berufe (TeKoP).

Die Vorgängerinitiative ASCOT

Die Vorgängerinitiative „ASCOT – Technologiebasierte Kompetenzmessung in der beruflichen Bildung“ (2011-2015) des BMBF hatte das Ziel, computerbasierte Verfahren zur Erfassung von Fach-, sozialen und personalen Kompetenzen in ausgewählten Ausbildungsberufen zu entwickeln und zu erproben.

Die Projekte entwickelten Kompetenzmodelle und Messverfahren für sechs Ausbildungsberufe aus dem kaufmännischen, gewerblich-technischen und Gesundheitsbereich anhand von typischen Arbeits- und Geschäftsprozessen. Es entstanden über 800 Testaufgaben, davon 560 computerbasierte, die an 12.000 Berufsschülerinnen und -schülern aus 13 Bundesländern getestet wurden.

Die Ergebnisse zeigen, dass computerbasierte Verfahren geeignet sind, Ausschnitte beruflicher Handlungskompetenz in den ausgewählten Berufen abzubilden. Es zeigte sich auch, dass die Messverfahren objektiv sind und durch die multimedialen und interaktiven Formate die Motivation der Testteilnehmerinnen und -teilnehmer steigern. Außerdem können sie die Handlungsorientierung von Testverfahren durch die authentische Nachbildung beruflicher Handlungssituationen verbessern.

Mehr Informationen auf der neuen ASCOT+-Website: www.ascot-vet.net