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Digitale Impulse in der Berufsbildung

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek testet smarte Materialien
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek testet smarte Materialien beim Rundgang mit Welf-Guntram Drossel, Geschäftsführender Institutsleiter Fraunhofer IWU, Ministerpräsident Michael Kretschmer und Reimund Neugebauer, Präsident Fraunhofer-Gesellschaft (v.l.).© BMBF/Jasmin Jovan

Ein Tag ganz im Zeichen der Digitalisierung: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat auf der nächsten Station ihrer Länderreise die sächsische Landeshauptstadt Dresden besucht. Dort lässt sich auf engstem Raum beobachten, wie sehr Technologien aus der Zukunft das Arbeits- und Forschungsleben schon heute beeinflussen. Und welch große Chancen daraus entstehen. Zusammen mit ihrem sächsischen Amtskollegen Christian Piwarz besuchte Karliczek zunächst das Berufliche Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung Dresden. Die Schule hat 74 Klassen, 1.390 Schülerinnen und Schüler, 84 Lehrerinnen und Lehrer und ist damit ein echtes „Schwergewicht“ unter den Berufsschulen.

Fast alle Ausbildungsberufe sind heute von der Digitalisierung betroffen. Die Tischler arbeiten mit computergesteuerten Holzsägen, Landwirte erhalten per App Auskunft über die Milchproduktion jeder einzelnen Kuh und Zahntechniker erschaffen Prothesen aus dem 3D-Drucker, während Konditoren diese für individualisierte Schokoladenformen nutzen. Also muss auch die Ausbildung zu diesen Berufen Schritt halten mit der technologischen Entwicklung.

BMBF fördert digitale Lern-Infrastruktur

„Unsere duale Berufsausbildung gilt als Erfolgsmodell weit über Deutschland hinaus. Das verdanken wir allen, die sich jeden Tag aufs Neue für die berufliche Bildung engagieren“, sagte Karliczek. „Das Berufliche Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung ist ein tolles Beispiel dafür. Ich arbeite daran, dass die berufliche Bildung die bestmöglichen Rahmenbedingungen erhält und auch weiterhin attraktiv für junge Menschen bleibt. Deshalb fördern wir mit dem DigitalPakt eine zeitgemäße digitale Lern-Infrastruktur. Und wir unterstützen die Qualifizierung von Lehrern und Lehrerinnen, damit sie digitale Medien zielführend für den Unterricht einsetzen können.“

Beim Rundgang durch die Schule ließ sich die Ministerin über verschiedene Projekte und Ausbildungswege informieren, zum Beispiel über das Projekt „Garten der Nachhaltigkeit“, der angehende Gärtner und Gärtnerinnen zu ökologischem Handeln anregen soll. Der Ministerin gefiel es offenbar – sie nahm kurzerhand Platz und verfolgte den Unterricht.

Weiter ging es zu einem echten Schwergewicht der digitalen Wirtschaft, zum Halbleiter-Hersteller Infineon. Karliczek betonte die Bedeutung der Mikroelektronik als Schlüsseltechnologie für die Digitalisierung. Einmal mehr warb die Ministerin darum, das nötige Wissen für eine erfolgreiche Digitalisierung in Deutschland zu halten.

Kompetenzen werden gebündelt

Dafür hat die Bundesregierung das größte Investitionsprogramm für Forschungseinrichtungen seit der Wiedervereinigung aufgelegt: Insgesamt werden 1,4 Milliarden Euro bereitgestellt. Das BMBF hat als ersten Schritt im April 2017 den Startschuss für die „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD)“ gegeben. Hier sind 350 Millionen Euro für Investitionen in modernste Geräte und Anlagen an 13 Forschungsinstituten geplant.

Um Zukunftsthemen ging es auch bei der dritten Station des Tages, der Fraunhofer Gesellschaft. Dort nahm die Ministerin zusammen mit Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, sowie Eva-Maria Stange, Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, an der Gründungsveranstaltung des Fraunhofer-Zentrums für Kognitive Produktionssysteme (CCPS) teil. Das CCPS soll an den Standorten Chemnitz und Dresden betrieben werden und die Kompetenzen der beiden Wissenschaftsregionen bündeln. Dabei werden in Chemnitz vor allem die etablierten Stärken im Bereich der ressourceneffizienten Produktionstechnologien gefestigt und hinsichtlich KI und kognitive Systeme weiter ausgebaut. In Dresden werden verstärkt die Aspekte Biointelligente Transformation von Produktionssystemen gefördert.

„Unsere Arbeitswelt wird in Zukunft noch stärker von Digitalisierung geprägt sein. Damit wir auch dann im globalen Wettbewerb vorn dabei sein können, brauchen wir starke Impulse für die Produktionstechnologie“, sagte Karliczek. „Die Fraunhofer Gesellschaft stellt sich mit der Gründung des Forschungszentrums Kognitive Produktionssysteme dieser Aufgabe. Und sie begleitet diesen grundlegenden Wandel durch Spitzentechnologie mit einem sehr wichtigen Instrument: dem Dialog mit den Bürgern.“

Quelle: Mitteilung des BMBF vom 11.02.2019