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Digitalisierung von Berufschulen: BvLB fordert Gesamtstrategie und Qualifizierungsoffensive

Schild "Azubi 4.0"
© kamasigns - Fotolia.com

Die Vorsitzenden des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung mahnen fehlende Fortschritte beim Thema „Digitalisierung der beruflichen Schulen“ an. Der Unterricht im digitalen Zeitalter funktioniere nur, wenn Medienerziehung für die Schülerinnen und Schüler in allen beruflichen Schulen als fachübergreifende Aufgabe wahrgenommen werde.

BvLB-Bundesvorsitzender Joachim Maiß wies darauf hin, dass ohne die systematische Vermittlung eines sicheren, kompetenten und reflektierten Umgangs mit neuen Medien die Gefahr bestünde, dass deren Risiken ihre Chancen überwiegen würden. Digitale Medien müssten sinnvoll in den Unterricht eingebunden werden, wenn sie eine positive Wirkung entfalten sollen.

Der zweite Bundesvorsitzende Eugen Straubinger fordert das Primat der Pädagogik vor der Technologie: Digitale Medien seien ein Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck. Es dürften nicht nur technische Fertigkeiten vermittelt werden, sondern der kritisch konstruktive Umgang mit digitalen Medien sei entscheidend. Lehrkräfte an Berufsschulen müssten daher durch eine entsprechende Qualifizierung in die Lage versetzt werden, kompetent mit digitalen Medien umzugehen und diese sinnvoll im Unterricht einzusetzen. Dazu seien Fortbildungen erforderlich.

Joachim Maiß fordert darüber hinaus eine Modernisierung der Ausstattung der Schulen mit zeitgemäßen Arbeitsmitteln. Dazu zähle neben der Bereitstellung mobiler Endgeräte und internetgestützter Lernplattformen auch der Ausbau glasfaserbasierter Breitbandnetze. Dabei betonte er die individuellen Chancen und Lebensperspektiven, die das deutsche Berufsbildungssystem schaffe. Die Attraktivität der beruflichen Bildung müsse weiter gestärkt werden. Er hoffe daher, dass zusammen mit den Bundesländern mehr in die sächliche und personelle Ausstattung der beruflichen Schulen investiert werde.

Weitere Informationen

Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. vertritt in Deutschland über 39.000 Lehrerinnen und Lehrer.

Quelle: Meldung des BvLB vom 29.10.2018