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Büromanagementausbildung – Erste Ergebnisse einer Evaluierung

Büroutensilien
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Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) prüft aktuell den Weiterentwicklungsbedarf des 2014 neu geschaffenen dreijährigen Ausbildungsberufs „Kaufmann und Kauffrau für Büromanagement“. Erste Ergebnisse der vom BIBB im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführten Evaluierung der Erprobungsverordnung liegen nun vor.

Die Evaluierung soll Erkenntnisse darüber liefern, ob die zunächst zur Erprobung eingeführten Regelungen ab 2020 in Dauerrecht überführt werden können und welche Änderungen gegebenenfalls bereits vorher umgesetzt werden sollten. Dabei sind vor allem die gestreckte Abschlussprüfung, die Ausbildungsinhalte sowie die damals neu geschaffenen Wahl- und Zusatzqualifikationen zu überprüfen.

Eine deutlich überwiegende Mehrheit der in einer Online-Befragung adressierten Ausbildungsverantwortlichen, Lehrkräfte, Prüfungsausschussmitglieder und Berufeverantwortlichen haben die Ausbildungsordnung und die Erprobungsverordnung gut angenommen und bewerten diese insgesamt positiv. Eine positive Entwicklung zeigt sich auch in Bezug auf die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe und Behörden: Diese hat mit dem neuen Ausbildungsberuf nach Einschätzung der befragten Kammern bzw. zuständigen Stellen insgesamt eher zugenommen.

Inhalte der Ausbildungsordnung finden Zustimmung

Die Inhalte der Ausbildungsordnung bilden den Ausbildungsverantwortlichen zufolge die in ihrem Betrieb oder ihrer Behörde benötigten Qualifikationen ab (83 Prozent Zustimmung). Die gestreckte Abschlussprüfung wird von 81 Prozent der befragten Ausbildungsverantwortlichen als geeignete Prüfungsform für ihre Auszubildenden angesehen. Einige Ausbildungsverantwortliche und Lehrkräfte gaben allerdings an, dass insbesondere die rechtzeitige Vermittlung von Excel und Word zum Prüfungsteil 1 (Informationstechnisches Büromanagement) Probleme bereitet und dadurch ein hoher Zeitdruck entsteht.

Das im Rahmen der Prüfung eingeführte Variantenmodell begrüßen 77 Prozent der befragten Betriebe und Behörden: Als Vorbereitung auf das fallbezogene Fachgespräch können die Auszubildenden entweder einen Report über die Durchführung einer betrieblichen Fachaufgabe erstellen oder praxisbezogene Fachaufgaben bearbeiten, die vom Prüfungsausschuss gestellt werden. Im Hinblick auf die praktische Umsetzung nennen einige der Befragten jedoch auch Verbesserungsvorschläge. Beanstandet wird insbesondere die inhaltliche und formale Qualität der Reporte.

Lernortkooperationen sind ausbaufähig

Als ausbaufähig erweisen sich die Lernortkooperationen: 41 Prozent der Ausbildungsverantwortlichen und 41 Prozent der Lehrkräfte und Bildungsgangverantwortlichen geben an, dass eine Abstimmung zwischen den Lernorten Betrieb/Behörde und Berufsschule nicht stattfindet. Jeweils rund ein weiteres Drittel der Ausbildungsverantwortlichen und der Lehrkräfte bzw. Bildungsgangverantwortlichen räumen punktuelle oder gravierende Abstimmungsprobleme ein.

Zusatzqualifikationen werden angeboten

Mehr als ein Drittel der Betriebe und Behörden bieten ihren Auszubildenden die Möglichkeit, im Rahmen der Ausbildung Zusatzqualifikationen zu erwerben. Am häufigsten werden die Wahlqualifikationen „Personalwirtschaft“ und „Einkauf und Logistik“ als Zusatzqualifikation angeboten. Insgesamt wurden zum Untersuchungszeitpunkt aber nur wenige Zusatzqualifikationen geprüft.

Im weiteren Projektverlauf werden in Interviews mit weiteren Expertinnen und Experten gezielt noch offene Punkte aufgegriffen und näher beleuchtet. Aus der Gesamtschau von quantitativen und qualitativen Untersuchungsergebnissen werden Empfehlungen für die Überarbeitung der Verordnung und Hinweise für die Praxis entwickelt. Abschließende Ergebnisse werden voraussichtlich im Januar 2020 vorliegen.

Weitere Informationen

Die umfassenden Befragungsergebnisse und Einschätzungen sind im Zwischenbericht auf der Webseite des BIBB zu finden unter: https://www.bibb.de/tools/dapro/data/documents/pdf/zw_42540.pdf