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Achtklässlerinnen und Achtklässler auf gleichbleibendem Niveau bei den digitalen Kompetenzen

Schüler sitzen mit Freude am PC
© Christian Schwier - stock.adobe.com

Die am 05. November 2019 vorgestellte internationale Studie ICILS 2018 stellt in Deutschland keine großen Unterschiede im Umgang mit digitalen Medien in Schulen seit der letzten Erhebung im Jahr 2013 fest.

Achtklässlerinnen und Achtklässler in Deutschland liegen im internationalen Vergleich erneut im Mittelfeld, wenn es um den kompetenten Umgang mit digitalen Medien geht. Lehrkräfte nutzen digitale Medien im Unterricht zu deutlich höheren Anteilen als vor fünf Jahren, wenn auch seltener als Lehrkräfte in vielen anderen Staaten. Ein geringer Anteil der Jugendlichen erreicht die Leistungsspitze, ein Drittel verfügt nur über Grundkenntnisse im Umgang mit digitalen Medien. Im internationalen Vergleich weisen die IT-Infrastruktur und -Ausstattung an deutschen Schulen sowie die Fortbildung der Lehrkräfte noch Ausbaupotenzial auf. Das sind die zentralen Ergebnisse der am 5. November 2019 veröffentlichten Studie „International Computer and Information Literacy Study“, ICILS 2018. Sie untersucht nach 2013 zum zweiten Mal die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe im internationalen Vergleich.

Die wichtigsten Ergebnisse für Deutschland im Überblick

Ergebnisse zu den computer- und informationsbezogenen Kompetenzen und zu dem Kompetenzbereich Computational Thinking:

  • Die durchschnittlichen computer- und informationsbezogenen Kompetenzen der Achtklässlerinnen und Achtklässler in Deutschland betragen 518 Punkte. Sie liegen damit über dem internationalen Mittelwert (496 Punkte) und dem Mittelwert der teilnehmenden EU-Staaten (509 Punkte).
  • Die höchste Kompetenzstufe erreichen 1,9 Prozent der Achtklässlerinnen und Achtklässler. International sind es 2,0 Prozent. Bei den teilnehmenden EU-Staaten liegt der Mittelwert bei 1,5 Prozent.
  • Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die nur über sehr rudimentäre Kenntnisse verfügen, liegt bei 33,2 Prozent. Im internationalen Vergleich liegt dieser Anteil bei 43 Prozent und in der europäischen Vergleichsgruppe bei 38,2 Prozent.
  • Wie in vielen teilnehmenden Staaten ist das Kompetenzniveau auch in Deutschland eng mit dem sozioökonomischen Status der Eltern gekoppelt.
  • Im Bereich Computational Thinking liegen die durchschnittlichen Kompetenzen mit 486 Punkten unter dem internationalen Mittelwert (500 Punkte). Auch hier zeigen sich Kompetenzunterschiede, vor allem in Bezug auf die soziale Herkunft der Jugendlichen.

Ergebnisse zu den Rahmenbedingungen:

  • Nahezu unverändert kommt im Jahr 2018 ein schulisches digitales Gerät auf circa 10 (statistisch 9,7) Schülerinnen und Schüler. Die Studie ICILS 2013 kam auf 11,5 Schülerinnen oder Schüler pro schulisches Endgerät.
  • Nur etwas mehr als ein Viertel der Achtklässlerinnen und Achtklässler in Deutschland besucht im Jahr 2018 eine Schule, in der sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler Zugang zu einem schulischen WLAN haben.
  • In Deutschland liegt die Verfügbarkeit von Lernmanagement-Systemen - also Lernplattformen zur Umsetzung von e-learning wie z.B. Moodle, Logineo, mebis, itslearning - für Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler bei 44,8 Prozent. Damit ist der Anteil deutlich geringer als im internationalen Mittelwert (64,9 Prozent).
  • Verdoppelt hat sich die Anzahl der interaktiven Whiteboards: Waren es im Jahr 2013 5,5 Whiteboards je Schule so sind es nun 9,9 Whiteboards.
  • Mehr als die Hälfte der Achtklässlerinnen und Achtklässler besucht eine Schule, in der die Schulleitung den sicheren und kompetenten Umgang mit digitalen Medien als sehr wichtiges Bildungsziel erachtet.
  • Der Anteil der Lehrpersonen, die digitale Medien täglich im Unterricht nutzen, hat sich seit 2013 von circa 9 Prozent auf etwas über 23 Prozent mehr als verdoppelt. Im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Staaten liegt Deutschland damit dennoch am Ende der Länderrangfolge.
  • Im Jahr 2018 haben mehr Lehrkräfte als im Jahr 2013 angegeben, an einer Fortbildung im Bereich der Digitalisierung teilgenommen zu haben, dennoch ist der Anteil im internationalen Vergleich gering.

Hintergrund zur Studie

Die repräsentative Untersuchung ICILS („International Computer and Information Literacy Study“) wurde nach 2013 im Jahr 2018 zum zweiten Mal durchgeführt; weltweit haben 14 Staaten und Regionen – davon acht in Europa – daran teilgenommen. In Deutschland beteiligten sich 3.655 Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe sowie 2.386 Lehrerinnen und Lehrer aus 210 Schulen. Zudem wurden die Schulleitungen und IT-Koordinatoren bzw. IT-Koordinatorinnen der teilnehmenden Schulen befragt.

Im Zyklus 2018 wurden neben den computer- und informationsbezogenen Kompetenzen zusätzlich Kompetenzen im Bereich „Computational Thinking“ untersucht. Jugendliche, die das beherrschen, können Probleme identifizieren und sich Lösungsschritte überlegen. Die so entworfenen Strategien können von Dritten oder auch Computern umgesetzt werden. Diesen Kompetenzen wird weltweit zunehmend eine hohe Relevanz zugesprochen, gerade vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz.

ICILS ist eine von der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) initiierte und koordinierte Studie. In Deutschland wird die Erhebung durch ein wissenschaftliches Konsortium von Prof. Dr. Birgit Eickelmann (Universität Paderborn) geleitet.
Die Studie wird komplett vom BMBF finanziert, die Länder haben den Zugang zu den Schulen gewährt.

Weitere Informationen

Die Informationen zur Studie finden sich im Internet unter:
www.uni-paderborn.de/icils2018

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von BMBF und KMK vom 5.11.2019 (Link: https://www.bmbf.de/de/achtklaesslerinnen-und-achtklaessler-auf-gleichbleibendem-niveau-bei-den-digitalen-10048.html)