X
Logo

Integration: Zahl der Geflüchteten in dualer Ausbildung nimmt zu

Azubis und Ausbilder
© Phovoir - Fotolia.com

Wie eine Sonderauswertung des BIBB zeigt, gibt es einen deutlichen Zuwachs an Auszubildenden aus nicht europäischen Asylherkunftsländern. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von Menschen aus den Ländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien lag 2017 bei mehr als 15.000. Mehr als die Hälfte erlernt einen Handwerksberuf.

Für BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser belegen die Ergebnisse, dass das Handwerk in besonderer Weise von dieser Personengruppe profitiert. „Es wird mehr als deutlich, welche enorme Leistung das Handwerk in Bezug auf seine gesellschaftliche Verantwortung und Integrationsfunktion übernimmt.“

Die Daten – veröffentlicht im „Datensystem Auszubildende“ (DAZUBI) des BIBB – zeigen ferner, dass die weit überwiegende Mehrheit (90 % der Neuabschlüsse) der Auszubildenden mit einer Staatsangehörigkeit eines Asylherkunftslandes männlich ist. Bei ausländischen Auszubildenden insgesamt liegt dieser Wert bei etwa 68 %, bei deutschen Auszubildenden sind es rund 62 %. Überdies ist diese Personengruppe mit einem Altersdurchschnitt von fast 23 Jahren bei Neuabschluss deutlich älter als ausländische Auszubildende (etwa 22 Jahre) oder deutsche Auszubildende (19,6 Jahre).

Legt man die zehn am stärksten besetzten Ausbildungsberufe zugrunde, so unterscheiden sich Auszubildende mit einer Staatsangehörigkeit eines Asylherkunftslandes in weiten Teilen nicht wesentlich von den ausländischen Auszubildenden oder denen mit deutschem Pass. Insbesondere Männer aus dieser Personengruppe münden allerdings auch in Berufe mit starken Besetzungsproblemen, wie zum Beispiel Koch oder Bäcker, ein und helfen somit, die hohe Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen in diesen Berufen zu reduzieren.

Die Sonderauswertung des BIBB zeigt auch, dass der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer insgesamt, die eine duale Ausbildung beginnen, immer noch weit unterhalb des Anteils der Jugendlichen mit deutschem Pass liegt. „Trotz aller Anstrengungen und erzielten Erfolge“, so BIBB-Präsident Esser, „bleibt es daher nach wie vor eine große Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft, ausländische Jugendliche erfolgreich in den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren und ihre Potenziale zu nutzen.“

Weitere Informationen

Detaillierte Informationen zur BIBB-Sonderauswertung in: „Ausländische Auszubildende in der dualen Berufsausbildung: Einmündung und Ausbildungserfolg. Eine Analyse auf Basis der Berufsbildungsstatistik mit besonderer Betrachtung der Staatsangehörigkeiten der zugangsstärksten Asylherkunftsländer“. Download unter www.bibb.de/dazubi2017-01 

Zum Datensystem Auszubildende (DAZUBI) des BIBB: www.bibb.de/dazubi

In einer weiteren Untersuchung zum Thema „Geflüchtete in Ausbildung“ ist das BIBB der Frage nachgegangen, welche Zahlen woher kommen, und erläutert in einem Überblick, warum für das Gesamtbild verschiedene Statistiken herangezogen werden müssen. Auch hier zeigt sich, dass die Zahl der Geflüchteten in Ausbildung gestiegen ist. Allerdings wird auch festgestellt, dass sich viele junge Menschen mit Fluchthintergrund noch in Maßnahmen des Übergangsbereiches befinden. Wie viele es insgesamt sind, lässt sich auf Bundesebene nicht exakt beziffern, da die Statistik nicht sämtliche Maßnahmen erfasst, die auch auf Landes- oder kommunaler Ebene durchgeführt werden. Weitere Informationen in: „Weniger Geflüchtete im Übergangsbereich, mehr in Berufsausbildung? Welche Hinweise liefern amtliche Statistiken?“. Download unter www.bibb.de/de/87934.php

Pressemitteilung des BIBB vom 27.11.2018