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Betriebe ohne Azubis, Jugendliche ohne Ausbildungsstellen

Lupe und Puzzleteilchen
© peterschreiber.media - Fotolia.com

Im Rahmen des BIBB-Forschungsprojekts "Bildungsorientierungen und -entscheidungen Jugendlicher im Kontext konkurrierender Bildungsangebote" wurde eine Befragung von Experten der beruflichen Bildung zu Ursachen und Lösungsvorschlägen hinsichtlich der Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt sowie zur Berufsorientierung von Jugendlichen durchgeführt. Der Ergebnisbericht liegt jetzt vor.

Ausbildungsplatzsuchende Jugendliche und ausbildungsplatzanbietende Betriebe finden seltener als früher zusammen. Politik und Wissenschaft haben die Passungsprobleme als wichtiges Handlungsfeld erkannt.
Um die Perspektiven der verschiedenen Akteure im Bereich der dualen Ausbildung und der Berufsorientierung auf dieses Thema differenziert zu untersuchen, wurden rund 400 Experten der Berufsbildung in einer Online-Befragung des BIBB-Expertenmonitor befragt. Die befragten Fachleute stammen u. a. aus Betrieben, Kammern, Gewerkschaften, Wissenschaft, Bildung und Verwaltung sowie erstmalig auch aus allgemeinbildenden Schulen.

Die folgenden zentralen Ergebnisse wurden deutlich:

  • Über alle Expertengruppen hinweg zeigt sich eine große Wertschätzung der dualen Ausbildung. Es herrscht dabei Einigkeit darüber, dass es in der Gesellschaft an dieser Wertschätzung mangelt und dass dies eine der Ursachen für Bewerbermangel und Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt darstellt. Gleichzeitig stimmen die Experten weitgehend der These zu, dass die Qualität der Ausbildung verbessert werden muss, um Berufe mit Besetzungsproblemen attraktiver zu machen.
  • Die große Mehrheit der Experten befürwortet daher Maßnahmen zur Förderung des Images der beruflichen Bildung sowie des Prestiges von Berufen mit Besetzungsproblemen. Relativ einig sind sich die Experten der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite darin, dass die Berufsorientierung weiter gestärkt werden muss. Dabei gelte es, insbesondere den Einfluss des Prestiges auf die Berufswahl zusammen mit den Jugendlichen stärker als bislang kritisch zu reflektieren. Zudem müsse hierfür das soziale bzw. familiäre Umfeld der Jugendlichen mehr eingebunden werden.
  • Neben der stärkeren Auseinandersetzung mit dem Prestige von Berufen führt, so die Experten, ein weiterer wichtiger Weg zur Lösung von Passungsproblemen über den Aufbau von Ausbildungsmarktkompetenz der jungen Berufswähler*innen. Damit Schüler*innen realistischere Vorstellungen von Ausbildungsmarkt und Ausbildungsberufen entwickeln können, gilt es, das Wissen über den Ausbildungsmarkt verstärkt in der Berufsorientierung einzubetten. Dies könnte beispielsweise über die Verankerung des Themas Berufsorientierung in der Lehrerausbildung, aber auch durch verstärkte Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft umgesetzt werden.

Weitere Informationen

Die vollständigen Ergebnisse des BIBB-Expertenmonitors stehen zum Download zur Verfügung:
Betriebe ohne Azubis, Jugendliche ohne Ausbildungsstellen - Ausbildungsmarkt in der Krise? (PDF, 899 KB)