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Berufliche Bildung soll gefördert werden

Weibliche Auszubildende in Schreinerei mit Meister
© Robert Kneschke - Fotolia.com

Die berufliche Bildung muss gestärkt werden. Das war der einhellige Tenor fast aller Fraktionen in der Aussprache zur Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2019 (19/3400) im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Die Sitzung hat am 10. Oktober 2018 in Berlin stattgefunden.

Der Vertreter der CDU/CSU betonte, dass die erneuten Aufwüchse von 17,6 Milliarden auf nunmehr 18,1 Milliarden Euro des Etats für Bildung Forschung deutlich machen würden, welch ein großer Stellenwert dieses Ressort habe. Beim Bereich berufliche Bildung warb er für den Antrag der CDU/CSU und der SPD, die Innovationen und Strukturentwicklungen in der beruflichen Bildung mit weiteren zwei Millionen Euro zu stärken. Es müsse endlich der Gleichwertigkeit von dualer und akademischer Bildung Rechnung getragen werden.

Die Vertreter der Oppositionsparteien kritisierten diesen Betrag als viel zu gering. Der Vertreter der AfD sagte, auch die Initiativen im Bereich berufliche Bildung seien bislang viel zu wenig engagiert. Man bräuchte eine regelrechte Imagekampagne, um den Stellenwert des Handwerks gegenüber der akademischen Ausbildung wieder zu erhöhen. Die Vertreterin der FDP forderte die Bereitstellung von weiteren 100 Millionen Euro für eine Exzellenzinitiative in der beruflichen Bildung. Diese solle analog zur Exzellenzinitiative für Hochschulen einen bundesweiten Wettbewerb um die besten Ideen zur Zukunft der beruflichen Bildung anregen.

Auch der Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen mahnte, dass die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung kein Lippenbekenntnis bleiben dürfe. Zudem wollen die Grünen mit einem Modernisierungsprogramm von über 300 Millionen Euro die beruflichen Schulen modernisieren. Die Sicherung qualitativ hochwertiger, integrationsfördernder und zukunftsfähiger Schulen im Rahmen der dualen Ausbildung sei eine gesamtstaatliche Aufgabe. Deshalb müsse sich daran auch die Bundesebene beteiligen.

Der Vertreter der CDU/CSU bezeichnete insbesondere Anträge von Bündnis 90/Die Grünen etwa zur "Genderforschung" wie auch der Fraktion der Linken zur "Frauenförderung" als "ideologische" Anträge. Diese Argumentation griff auch der Vertreter der AfD auf und wandte sich gegen weitere wissenschaftliche Untersuchungen zur Chancengerechtigkeit von Frauen und ganz grundsätzlich gegen Quoten insgesamt. Auf diese Weise würden Frauen und Männer nur gegeneinander aufgehetzt, es würde Unfrieden in die Gesellschaft getragen werden, argumentierte der AfD-Abgeordnete.

Der Vertreter der SPD warf der AfD vor, die Freiheit der Forschung einschränken und die Klimaforschung gleich ganz aushebelnd zu wollen. Zudem kritisierte er die ideologische Herangehensweise der AfD in Fragen der Genderforschung. Der Sozialdemokrat bezeichnete den Haushaltsentwurf 2019 als solide. Im Ausbildungsbildungsbereich warb er für regionalisierte Leistungen. Die Ausbildungsmärkte in den verschiedenen Bundesländern und Regionen Deutschlands seien sehr unterschiedlich und deshalb müsse man differenzierte Lösungen anbieten.

Die Vertreterin der Linken warb erneut für die Aufstockung des BAföG sowohl für Schüler wie auch für Studenten. Die von der Koalition aus CDU/CSU und SPD geplante Erhöhung im Laufe der Legislaturperiode greife zu kurz. Zudem setzte sie sich auch für die Aufstockung des Hochschulpaktes 2020 ein, da es zu wenige Lehrkräfte und Professoren und vor allem Professorinnen gebe. Dafür soll nach Ansicht der Linken die Exzellenzstrategie zur Förderung von Spitzenforschung an Universitäten gestrichen werden. Nach Auffassung der Linken schaffe die Exzellenzstrategie wie auch die Exzellenzinitiative eine Klassengesellschaft an den Hochschulen. 

Quelle: Newsletter des Bundestages "heute im Bundestag" (hib)