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Mindestausbildungsvergütung: BIBB legt Studie aus betrieblicher Perspektive vor

Handwerker mit Werkzeug und Geldscheinen in der Hosentasche
© pattilabelle - Fotolia.com

Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht die Einführung einer Mindestvergütung für Auszubildende im dualen System ab dem 1. Januar 2020 vor. Das BIBB hat mit einer datengestützten Simulation untersucht, welche Betriebe ihren Auszubildenden mehr zahlen müssten und wie hoch die zu erwartende Kostensteigerung ausfallen könnte. Insbesondere Kleinbetriebe wären demnach besonders herausgefordert.

Etwa elf Prozent aller Ausbildungsbetriebe in Deutschland wären nach den Berechnungen des Bundesinstitutes für Berufsbildung von einem angenommenen Betrag von 500 Euro Mindestausbildungsvergütung im 1. Ausbildungsjahr betroffen. Mehr als jeder dritte Ausbildungsbetrieb (35 Prozent) müsste seine Ausbildungsvergütung bei einem angenommenen Betrag von 650 Euro anpassen. Handwerksbetriebe, kleine Betriebe mit bis zu neun Beschäftigten und Betriebe in Ostdeutschland wären von einer Mindestausbildungsvergütung besonders herausgefordert.

Durch die Einführung einer Mindestausbildungsvergütung werden sich folglich auch die Kosten erhöhen, die Betriebe für die Ausbildung insgesamt aufwenden müssen. Hiervon wäre nach den Berechnungen des BIBB ebenfalls das Handwerk überproportional betroffen. Die Nettokostensteigerungen können je nach Ausbildungsbereich, Betriebsgröße, Region und angenommener Vergütungshöhe zwischen 1 und 15 Prozent liegen. Wenn nur die von der Einführung einer Mindestausbildungsvergütung betroffenen Betriebe betrachtet werden, würden die Kostensteigerungen noch deutlicher ausfallen.

„Mit den vom BIBB durchgeführten Simulationen können keine abschließenden Aussagen über die tatsächlichen Auswirkungen der Einführung einer Mindestausbildungsvergütung getroffen werden“, erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. „Sie können aber in der Diskussion über die Größenordnung einen wichtigen Beitrag leisten. Letztendlich gilt es, die Ausbildungsbereitschaft gerade der Kleinbetriebe nicht weiter zu gefährden.“

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen finden Sie in BIBB REPORT, Heft 4/2018: „Die Mindestausbildungsvergütung aus betrieblicher Perspektive: Einschätzungen auf Basis von datenbasierten Simulationen“. Die Ausgabe kann kostenlos unter www.bibb.de/bibbreport heruntergeladen werden.

(BIBB-Pressemitteilung vom 31.07.2018)