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Nachhaltiges Wirtschaften: Neue Impulse durch Auszubildende

Auszubildende bei der Inventur
© nenetus - Fotolia.com

Auszubildenden kommt beim nachhaltigen Wirtschaften eine wichtige Rolle zu. Wie Auszubildende den Weg in Richtung nachhaltigen Wirtschaftens aktiv mitgestalten können und welche Potenziale sie dabei mitbringen, zeigt dieser Beitrag am Beispiel des Modellversuchs InnoNE.

Die Themen Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften sind in der heutigen Zeit kaum noch aus dem Einzelhandel wegzudenken. Grund hierfür sind eine geänderte Kundennachfrage, gesetzliche Vorschriften sowie der eigene Antrieb von Unternehmern, verantwortlich im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu agieren.

Zentraler Ausgangspunkt für eine nachhaltigkeitsorientierte Unternehmensentwicklung sind die Mitarbeiter/-innen eines Unternehmens. Dazu zählen auch die Auszubildenden. Bereits in ihrer Ausbildung können sie wichtige Beiträge für eine nachhaltigkeitsorientierte Unternehmensentwicklung leisten. Daher widmet sich dieser Beitrag ganz bewusst ihrer Rolle als Impulsgeber einer nachhaltigen Wirtschaftsweise am Beispiel des Modellversuchs InnoNE.

InnoNE steht für „Innovationsprojekte und Innovationskompetenz für eine Nachhaltige Entwicklung“. Eigens hierfür gegründete Innovationsteams der teilnehmenden Unternehmen durchlaufen einen Innovationsprozess. Dieser besteht aus vier Phasen: (1) Problemdefinition, (2) Ideengenerierung, (3) Ideenbewertung und (4) Ideenrealisierung (ausführlicher hierzu: Nachhaltiges Wirtschaften im Einzelhandel – erste Erfolge zu verzeichnen). Die hierfür entwickelte Toolbox wurde bereits mit mehreren ausbildenden Unternehmen des stationären Einzelhandels erprobt, evaluiert und optimiert. Die Rolle der Auszubildenden im Innovationsprozess variiert dabei.

Auszubildende können häufig als Impulsgeber gesehen werden. In den Unternehmen, in denen Auszubildende Mitglied des Innovationsteams sind, zeigen sie durch ihren frischen Blick auf das Unternehmen Verbesserungspotentiale auf und hinterfragen etablierte Prozesse. Bei der Ideengenerierung dienen ihre kreativen und unkonventionellen Ideen als wertvolle Impulse. Dies hilft dabei, konkrete Ansätze für Maßnahmen zum nachhaltigen Wirtschaften zu finden. Auch bei der Ideenbewertung beeinflussen die Auszubildenden durch ihre Meinung den weiteren Prozess, indem sie eine andere Perspektive auf Bewertungskriterien einnehmen als langjährige Unternehmensmitglieder. In der Phase der Projektrealisierung haben die Auszubildenden die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen. Dadurch unterstützen sie den Unternehmenserfolg, treiben ihre persönliche Entwicklung voran und beeinflussen ihre Stellung und Wahrnehmung im Unternehmen positiv. Wenn Auszubildende dem Innovationsteam angehören, werden sie als vollwertig anerkanntes Mitglied in das Innovationsteam eingebunden und gewinnen so im Laufe der Zeit immer mehr an Sicherheit.

Selbst in den Unternehmen, in denen die Auszubildenden nicht Teil des Innovationsteams sind, findet auf unterschiedliche Art und Weise eine Einbindung in den Innovationsprozess statt. So werden Auszubildende zum Teil in die Analyse des Status Quo einbezogen, z. B. indem sie das Berufsbildungspersonal bei der Bearbeitung der Checkliste unterstützen. Außerdem wirken sie an den nachhaltigen Innovationen mit, indem sie ihre Sichtweisen zur Lösung von Herausforderungen einbringen oder in die Realisierung der Projekte eingebunden sind. Beispielsweise befragt ein Unternehmen im Rahmen des InnoNE-Projektes die Auszubildenden zu ihrer Vision der Unternehmensentwicklung. Ein weiteres Unternehmen bindet die Auszubildenden bei der Gewinnung und Auswertung von Informationen ein. Überdies verfolgen einige Innovationsprojekte die Produktschulung aller Mitarbeiter/-innen, wobei die Auszubildenden stets Berücksichtigung finden. Auch dadurch können Sie zu Multiplikator(inn)en in ihrem Arbeitsbereich und zu Impulsgeber des nachhaltigen Wirtschaftens im eigenen Unternehmen werden.

Zudem können Auszubildende außerhalb des eigenen Unternehmens als Impulsgeber nachhaltigen Wirtschaftens auftreten, indem sie für die nachhaltigkeitsorientierten Innovationsprojekte ihrer Ausbildungsbetriebe in der Berufsschule werben. Dies sensibilisiert Mitschüler/-innen, die diese Thematik wiederum mit in ihre eigenen Ausbildungsbetriebe nehmen.

Es zeigt sich, dass die Einbindung von Auszubildenden in die Innovationsprojekte für alle Beteiligten Vorteile bietet. Daher lohnt es sich, Auszubildende bereits früh in Prozesse mit einzubeziehen und ihnen Handlungsspielräume einzuräumen.

Der Modellversuch InnoNE wird gefördert durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Weitere Informationen

www.uni-oldenburg.de/innone

YouTube-Kanal

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Kontakt
regina.gebhardt@uni-oldenburg.de
Tel: 0441 798-2248