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Nachhaltige Geschäftsmodelle im Handel – warum auch Ausbildende davon profitieren

Team
© vege - Fotolia.com

Nachhaltige Geschäftsmodelle – das klingt nach Geschäftsführung. Warum sich auch Ausbilderinnen und Ausbilder damit befassen sollten, zeigt die Modulfortbildung „Geschäftsmodell- und Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften im Einzel-, Groß- und Außenhandel“.

Neue Konsum- und Lebensstile, globale und digitale Märkte sowie Umweltprobleme wie der Klimawandel stellen auch den Handel vor große Herausforderungen. Während im stationären Einzelhandel eine bestimmte Klientel zunehmend Biolebensmittel nachfragt und Wert auf faire Produktionsbedingungen der Waren legt, sieht sich der Groß- und Außenhandel mit Online-Direkthandel durch Hersteller konfrontiert und soll außerdem seine Lieferketten nicht nur möglichst kostengünstig, sondern zusätzlich CO2-neutral gestalten. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind dadurch einem weiteren Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Nachhaltige Geschäftsmodelle könnten für sie eine Lösung sein, auch künftig robust am Markt zu agieren. Doch mit einer Sortimentsumstellung allein ist es nicht getan. Vielmehr bedeutet nachhaltiges Wirtschaften, das gesamte Geschäftsmodell und Kernprozesse im Unternehmen neu auszurichten. Ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebs einzubeziehen – dies zeigen Studien des Change Management immer wieder auf – wird es dies allerdings nur bedingt gelingen.

Nachhaltiges Wirtschaften: Eine Frage der Partizipation


Partizipation ist das entscheidende Stichwort. Unternehmerisches Denken und Handeln wird künftig auf allen Mitarbeiterebenen gerade in kleinen und mittelständischen Betrieben gefragt sein. Ein Betrieb, in dem alle Beschäftigten verstanden haben, nach welchem Geschäftsmodell gehandelt wird, wird zielsicher am Markt agieren und auch intern die Geschäftsprozesse optimal steuern. Das bedeutet nicht, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschäftsführende Aufgaben übernehmen sollen. Vielmehr geht es um Hintergrundwissen, wie einzelne Prozesse und Aufgaben im Tagesgeschäft in das Geschäftsmodell integriert sind und um Kenntnisse, welche Auswirkungen einzelne Handlungen auf das gesamte Geschäft haben können. Partizipation geht dabei über rein betriebswirtschaftliche Aspekte deutlich hinaus. Prozesse aktiv mitzugestalten, Entscheidungen kritisch zu reflektieren und mitzutragen sowie eigene Arbeitsabläufe selbst zu organisieren, gibt den Beschäftigten die Chance, wertvolle Beiträge zur Existenzsicherung und Zukunftsausrichtung ihres Betriebes zu liefern und damit sich selbst im Betrieb verwirklichen zu können. Gerade nachhaltiges Wirtschaften bietet dabei vielfältige Möglichkeiten für verantwortliches und sinnstiftendes Handeln. Mit diesen Einsichten bereits die Auszubildenden vertraut zu machen, die später als Fach- und Führungskräfte den Betrieb lenken und mitgestalten werden, ist der Ansatz der Modulfortbildung „Geschäftsmodell- und Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften im Einzel-, Groß- und Außenhandel“. Geschult werden Grundlagen und Methoden zur nachhaltigen Geschäftsmodell- und Prozessentwicklung genauso wie wirtschaftspädagogische Ansätze zur Kompetenz- und Biografieentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Idee: Geschäftsführung und ausbildendes Personal an einen Tisch bringen


Dabei werden sowohl die Geschäftsführung als auch das auszubildende Personal angesprochen und in der Fortbildung an einen Tisch geholt. Gerade durch den gegenseitigen Austausch profitieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Know-how zu nachhaltigem Wirtschaften wird ergänzt durch Themen der Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBnE): So wird anhand der Ausgangsfragen, was eigentlich das eigene Kerngeschäft ist, und ob es auch künftig noch wettbewerbsfähig ist, geklärt, was nachhaltige Geschäftsmodelle sind und wie sich entsprechende Geschäftsprozesse dazu gestalten lassen. Ansätze und Methoden der Personalentwicklung und des Intrapreneurship geben Einblicke, wie die vielfältigen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefördert und in die Geschäftsmodellentwicklung eingebunden werden können. Besonderer Fokus liegt dabei auf der betrieblichen Ausbildung: Mit wirtschaftspädagogischen Ansätzen der Lernaufgabenentwicklung und der Arbeitsplatz- und Arbeitsprozessgestaltung werden Möglichkeiten gezeigt, wie insbesondere Auszubildende eine nachhaltige Wirtschaftsweise im Betrieb mitgestalten und an wichtigen Fragen der Unternehmenszukunft partizipieren können. In vier Modulen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit mit Hilfe eines vielfältigen Methodenkoffers eigene Ideen zu entwickeln, sich außerhalb des Tagesgeschäfts auszuprobieren und Anregungen zu sammeln.

Das Fortbildungsangebot ist Bestandteil des Förderprojektes GEKONAWI (Geschäftsmodell- und Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften im Handel). Das Projekt wird vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Die während der Projektlaufzeit kostenfreie Fortbildung wird in verschiedenen Fortbildungsformaten und in Kooperation mit renommierten Partnern angeboten:

Bundesweite Online-Fortbildung in Kooperation mit der WBS-Akademie

  • 19. / 20. Februar 2018, 17:30-21:15 Uhr, Modul 1: Nachhaltige Geschäftsmodelle der Zukunft
  • 22. / 23. Februar 2018, 18:00-21:15 Uhr, Modul 2: Nachhaltiges Wirtschaften im Tagesgeschäft
  • 26. / 27. Februar 2018, 18:00-21:15 Uhr, Modul 3: Betriebliche Ausbildung der Zukunft
  • 01. / 02. März 2018, 18:00-21:15 Uhr, Modul 4: Biografien und Kompetenzprofile der Zukunft

Regionale Fortbildung in Kooperation mit AGA Unternehmensverband, Hamburg

  • 12. April 2018, 09:00-17:00 Uhr, Modul 1: Nachhaltige Geschäftsmodelle der Zukunft
  • 13. April 2018, 09:00-17:00 Uhr, Modul 2: Nachhaltiges Wirtschaften im Tagesgeschäft
  • 19. April 2018, 09:00-17:00 Uhr, Modul 3: Betriebliche Ausbildung der Zukunft
  • 20. April 2018, 09:00-13:00 Uhr, Modul 4: Biografien und Kompetenzprofile der Zukunft

Firmenspezifische Inhouse-Fortbildung

  • Voraussetzung ist eine Mindestkursgröße von 10 Teilnehmer(inn)en

Weitere Informationen – auch zur Anmeldung – finden Sie unter gekonawi.hsu-hh.de

In den bisherigen Durchführungen der Fortbildung zogen die Teilnehmenden ein durchweg positives Fazit:

„Ich hoffe, dass wir alle mit den Ideen und dem Material der Fortbildung sowie der während den Fortbildungstagen neu gewonnen Motivation etwas Tolles erreichen können.“ (Teilnehmer des ersten Fortbildungsdurchgangs)

„Wir haben bei den gegenwärtigen Herausforderungen die Aufgabe Mitarbeiter/-innen und Auszubildende zu qualifizieren“ (Teilnehmer eines Wissenschaft-Praxis-Workshops des Projekts GEKONAWI)

„Ich würde an dieser Fortbildung auf jeden Fall ein zweites Mal teilnehmen – ich nehme für meine Arbeit sehr viele Anregungen mit.“ (Teilnehmerin des zweiten Fortbildungsdurchgangs)

Weitere Informationen

gekonawi.hsu-hh.de