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Verleihung des Hermann-Schmidt-Preises 2017: Vier Projekte ausgezeichnet

Preisträger beim Hermann-Schmidt-Preis 2017
© BIBB; v.l.n.r.: W. Arndt Bertelsmann, Michael Hoffmann, Jens Tiedemann, Andreas Böhne, Simone Baden, Johannes Heinrich, Christian Wichmann, Tanja Arntzen, Stefan Sayk, Hinrich Winter, Finn Brandt, Heike Toben-Heiken, Prof. Dr. Esser

„Berufliche Aus- und Weiterbildung für die digitalisierte Arbeitswelt“ – so lautete das Thema des diesjährigen Wettbewerbs um den „Hermann-Schmidt-Preis“. Der Verein „Innovative Berufsbildung“ identifizierte und prämierte damit gezielt Projekte und Initiativen, die beispielhafte Modelle zu diesem Thema entwickelt und umgesetzt haben.

Ziel des Vereins – der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn sowie dem W. Bertelsmann Verlag (wbv) in Bielefeld getragen wird – ist es, mit dem jährlich verliehenen Preis auf innovative Ansätze in der Berufsbildungspraxis aufmerksam zu machen, diese zu fördern und als gute Beispiele zur Nachahmung zu empfehlen. Namensgeber ist der frühere Präsident des BIBB, Prof. Dr. Hermann Schmidt, der das Institut von 1977 bis 1997 leitete.

Die Preisverleihung fand am 28. November 2017 während der gemeinsamen Fachtagung „Berufsbildung 4.0 – Zukunftschancen durch Digitalisierung“ des BIBB und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Leipzig statt.

Aus den zum Wettbewerb eingereichten 26 Initiativen gingen als Sieger hervor:

  • Hermann-Schmidt-Preisträger 2017 (3.000 Euro): „Excellence Initiative Industrie 4.0“ – Berufsbildende Schulen Osnabrück, Brinkstraße

Beim prämierten Projekt handelt es sich um ein innovatives Ausbildungskonzept zur Förderung digitaler Kompetenzen. Auszubildende erhalten die Gelegenheit, selbstgesteuerte komplexe Problemstellungen im Zusammenhang mit den Herausforderungen von „Industrie 4.0“ zu lösen. Hierfür bilden in einer Projekt-AG Auszubildende unterschiedlicher Berufsgruppen (Mechatroniker/-innen, Elektroniker/-innen und Fachinformatiker/-innen des zweiten und dritten Ausbildungsjahres) in interdisziplinärer Teamarbeit wesentliche Prinzipen des Produktionsprozesses in einer Smart Factory nach. So wurde unter Einsatz intelligenter Lern- und Produktionsmodule sowie Augmented Reality zum Beispiel ein Webshop entwickelt, ein Fahrradcomputer produziert und ein Kamerasystem zur Qualitätssicherung integriert. Die Jury würdigt das inhaltlich und zeitlich sehr anspruchsvolle Projekt und betont insbesondere die guten Voraussetzungen für einen Transfer in weitere beruflichen Schulen.

  • Sonderpreis (1.000 Euro): „azubi:web“ – Generation:L, Michael Hoffmann e. K., Frankfurt a.M.

Das Unternehmen entwickelt und betreibt eine digitale Lernplattform sowie Applikationen zur Unterstützung von dualen Ausbildungsberufen. Herzstück ist seit 2015 „azubi:web“, ein digitales Lernsystem für die Ausbildung in sechs gastronomischen Berufen. Das Berichtsheft führen die Auszubildenden digital. Angepasst an den individuell Lernenden werden unter Nutzung einer Vielzahl digitaler Lernmöglichkeiten und -angebote Ausbildungsinhalte durch gezielte Bereitstellung von vertiefenden Informationen und Wiederholungen digital vermittelt. Eine Ausweitung des Projekts auf weitere Berufe, zum Beispiel Veranstaltungskaufleute oder die Berufe des Einzelhandels, ist angedacht. Die Jury würdigt insbesondere den innovativen, vielfältigen und konsequenten Einsatz der digitalen Lernmedien.

  • Sonderpreis (1.000 Euro): „eE4home“ (Intelligente Energieverteilung) – Berufliche Schule des Kreises Nordfriesland in Niebüll

Das Projekt, an dem insgesamt zehn Kooperationspartner beteiligt sind, konzentriert sich auf die intelligente Verteilung von dezentral erzeugter, CO2-freier Energie. Für die Projektumsetzung wurden zwei Modellanlagen und zwei Musterhäuser mit intelligenter Energieverteilung realisiert. Hierdurch wurden für die Schüler/-innen innovative Lernträger geschaffen, die eine handlungsorientierte Aus- und Fortbildung ermöglichen und die die erforderlichen Fachkompetenzen für eine digitalisierte Arbeitswelt vermitteln. Zur Entwicklung technisch notwendiger Lösungen greifen die Schüler/-innen auf digitale Lernmodule zurück. Die Jury würdigt das Projekt als vorbildliches Modell, das digitale Innovationen für eine breite Gruppe von Auszubildenden und Schüler/-innen aus sehr unterschiedlichen Berufen auf flexible Weise erlebbar und nutzbar macht.

  • Sonderpreis (1.000 Euro): „Digitalisierung im Ausbildungsberuf Geomatiker/Geomatikerin“ – Staatliche Gewerbeschule Bautechnik, Hamburg

Zeitgleich mit dem Start des mit vielen digitalen Inhalten ausgestatteten neuen Ausbildungsberufs „Geomatiker/Geomatikerin“ im Jahr 2010 hat die Gewerbeschule Bautechnik gemeinsam mit den beteiligten Ämtern und Unternehmen ein neues projekt- und handlungsorientiertes Konzept für den schulischen Teil der Ausbildung konzipiert. Dies beinhaltet unter anderem die Entwicklung exemplarischer Handlungsprodukte, zum Beispiel interaktive Karten, Themenkarten und Story Maps, komplexere Projekte in Form von Kundenaufträgen, Peer-Learning-Situationen sowie den Unterricht und das Lernen mit Smartboards und mobilen Endgeräten. Die Jury betont die Rolle und Bedeutung der Gewerbeschule als Netzwerkkoordinator innerhalb des Projekts und würdigt insbesondere die vorbildliche und systematische Lernortkooperation.

Weitere Informationen

Eine Broschüre mit Kurzdarstellungen der prämierten und von weiteren zum Wettbewerb eingereichten Projekten kann im Internetangebot des BIBB unter www.bibb.de/hermannschmidtpreis kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.

BIBB-Pressemitteilung 44/2017