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Nachhaltiges Wirtschaften im Einzelhandel – erste Erfolge zu verzeichnen

Erfahrungen aus dem Modellversuch InnoNE

Tablet mit Balkendiagramm
© Robert Kneschke - Fotolia.com

Nachhaltiges Wirtschaften und Unternehmenserfolg stellen keinen Widerspruch dar – im Gegenteil. Die INE-Toolbox unterstützt Unternehmen dabei ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele miteinander zu verbinden. Eine kostenlose Teilnahme ist noch möglich.

Dass nachhaltiges Wirtschaften zum Unternehmenserfolg beitragen kann, konnten erste Erfahrungen aus dem Modellversuch InnoNE zeigen. InnoNE steht für „Innovationsprojekte und Innovationskompetenz für eine Nachhaltige Entwicklung“ und wird gefördert durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das InnoNE-Team sucht noch ausbildende, kleine und mittlere Einzelhandelsunternehmen aus dem Elbe-Weser-Dreieck und der Region Weser-Ems.

Mit einem speziell entwickelten Instrumentarium (der INE-Toolbox), werden kleine und mittlere Einzelhandelsunternehmen bei der Planung und Durchführung nachhaltigkeitsorientierter Innovationsprojekte unterstützt. Hierfür werden Innovationsteams aus drei bis sieben Personen gegründet. In diesen Teams werden die Sichtweisen und Meinungen von Auszubildenden einbezogen. Das geschieht entweder dadurch, dass Auszubildende selbst Mitglied des Teams sind oder ihre Sichtweisen über das betriebliche Ausbildungspersonal eingebracht wird. Ziel ist es, im eigenen Unternehmen nachhaltig zu wirtschaften. Das heißt, soziale und ökologische Aktivitäten zu finden, zu planen und umzusetzen, die gleichzeitig einen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens leisten.

Der Innovationsprozess in vier Phasen

Mit Hilfe der INE-Toolbox werden Unternehmen dabei unterstützt, entsprechende Aktivitäten zu finden. Um dieses Ziel zu erreichen, besteht der Innovationsprozess bei InnoNE aus den vier Phasen Problemdefinition, Ideenentwicklung, Ideenbewertung und Ideenrealisierung. In jeder der vier Phasen gibt es zunächst Aufgaben, die die Teammitglieder allein bearbeiten (individuelle Arbeits- und Lernaufgaben). Darauf aufbauend finden Teamsitzungen statt, in denen mit den Ergebnissen der Teammitglieder weitergearbeitet wird. Die Teams treffen auch wichtige Entscheidungen über das weitere Vorgehen im Innovationsprozess.

Bei der Problemdefinition wird die Frage bearbeitet „Wo im Unternehmen kann etwas verbessert werden?“ Bei der Ideenentwicklung steht die Frage „Wie kann das identifizierte Erfolgspotenzial genutzt werden?“ im Vordergrund. In Phase 3, der Ideenbewertung, wird gefragt „Welche Idee soll umgesetzt werden?“. Leitfrage der Phase 4 Ideenrealisierung ist „Wie kann die gewählte Idee erfolgreich und planmäßig umgesetzt werden?“.

Die ersten zwei beteiligten Unternehmen haben den Innovationsprozess bereits komplett durchlaufen und befinden sich derzeit in der Umsetzung ihrer eigens entwickelten, nachhaltigkeitsorientierten Innovationsprojekte. So hat ein Unternehmen beispielsweise ein neues Beheizungskonzept entworfen. Auf diese Weise werden der Ölverbrauch gesenkt, nachwachsende Ressourcen verwendet und ein besseres Wohlfühlklima für Kunden und Mitarbeiter geschaffen. Durch die erwartete Amortisierung der Kosten hat das Unternehmen darüber hinaus langfristig wirtschaftliche Vorteile.

Bei der konkreten Umsetzung der gemeinsam erarbeiteten Projekte werden auch Mitarbeiter außerhalb der Innovationsteams einbezogen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Teammitglieder anfallende Aufgaben zur Projektdurchführung oftmals nach eigenen Vorlieben auswählen konnten. So bietet sich die Gelegenheit, sich auszuprobieren und im Unternehmen weiterzuentwickeln. Zwei weitere Unternehmen haben gerade die dritte Phase, die Ideenbewertung, abgeschlossen. Mit vier weiteren Unternehmen wurde aktuell in den Innovationsprozess gestartet.

Das Innovationsteam gestaltet den Prozess gemeinsam – Positive Evaluation der INE-Toolbox

Zwischen den einzelnen Phasen wurden die Mitglieder aller Teams dazu befragt, ob sie sich und ihre eigenen Ideen und Meinungen in den Prozess einbringen können. In allen Unternehmen ließ sich hier eine hohe Zustimmung feststellen, die von Phase zu Phase noch weiter gestiegen ist. Innovationsteams stellen somit ein wirksames Mittel dar, um Veränderungen im Unternehmen anzustoßen, die von allen Mitgliedern getragen werden. Ebenfalls hat sich das Fachwissen der Teammitglieder zum nachhaltigen Wirtschaften verbessert. Weiterhin wurden die Methoden und die Ergebnisse der einzelnen Phasen von den Beteiligten positiv bewertet.

Positive Resonanz der teilnehmenden Unternehmen

Von Seiten der Unternehmensführung und den Innovationsteammitgliedern wird die Teilnahme am Modellversuch positiv bewertet. Durch die Zusammensetzung des Innovationsteams mit Personen aller Abteilungen und Unternehmenshierarchien wird das Unternehmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Es konnte gezeigt werden, dass nachhaltiges Wirtschaften überzeugende Vorteile (z. B. Kostenersparnis, Umsatzsteigerung, Mitarbeiterzufriedenheit und -gesundheit, Außenwahrnehmung) mit sich bringen und jeder etwas zur Lösung von Problemen beitragen kann. Auch die strukturierte Herangehensweise im Innovationsprozess wurde gelobt.

Chance für interessierte Unternehmen

Mitte 2019 wird die INE-Toolbox zur Verfügung stehen. Vorher haben interessierte Unternehmen die Möglichkeit, die Toolbox noch vor der Veröffentlichung einzusetzen und von der Betreuung durch Mitarbeiter/-innen der Universität Oldenburg und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg zu profitieren. Bei Interesse wenden Sie sich an Regina.Gebhardt@uni-oldenburg.de.

Weitere Informationen

www.uni-oldenburg.de/innone

YouTube-Kanal

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