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Zahl der Azubis im Handwerk steigt, aber auch viele offene Lehrstellen

Zwei Azubis mit Ausbilder bei der Holzbearbeitung
© Phovoir - Fotolia.com

Bis zum Stichtag 30.09.2017 sind insgesamt 135.038 neue Ausbildungsverträge in den Lehrlingsrollen erfasst worden. Mit 3,0 Prozent (+3.444) lag die Steigerung in den alten Bundesländern sogar etwas höher als in den neuen Bundesländern mit einem Plus von 2,3 Prozent (+413). Dennoch haben weiterhin viele Betriebe Probleme, Nachwuchs zu finden.

Bundesweit sind zurzeit noch rund 19.000 Lehrstellen unbesetzt. Besonders schwierig ist es für Handwerksbetriebe in den ostdeutschen Bundesländern, neue Azubis zu gewinnen. In Westdeutschland hat sich die Zahl der Lehrstellen, die Ende September noch offen sind, im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 14.413 verringert. In ostdeutschen Handwerksbetrieben blieben im laufenden Jahr deutlich mehr Lehrstellen als noch im Vorjahr unbesetzt: Ende September gab es noch 4.550 offene Lehrstellen und damit 12,4% mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

Zu den neuen Ausbildungsmarktkennzahlen des Handwerks erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): „Das Handwerk punktet wieder bei jungen Menschen. Fast 4.000 Jugendliche mehr als noch im Vorjahr haben im laufenden Jahr eine Ausbildung im Handwerk gestartet. Bis Ende September sind 135.038 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen worden, das entspricht einer Steigerung von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit diesem satten Plus an neuen Ausbildungsverträgen verfestigt sich in diesem Jahr ein Trend, der schon in den beiden Vorjahren erkennbar war: Es sind wieder mehr Jugendliche, die eine berufliche Ausbildung und die Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk als attraktiven Karriereweg wählen. Damit hat sich der Trend steigender Ausbildungszahlen im Handwerk stabilisiert und verstärkt.“

Mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen fordert der Handwerkspräsident die Politik auf, politisch die Bemühungen zu flankieren, mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung zu begeistern. „Im Sinne der Zukunftssicherung muss es der künftigen Regierung darum gehen, die Attraktivität der beruflichen Bildung weiter zu stärken. Dazu gehört zwingend auch, die berufliche Bildung finanziell gleichwertig neben der akademischen Bildung zu fördern. Nach dem erfolgreichen Hochschulpakt, über den der Bund jährlich Milliardenbeträge in die Hochschulförderung gesteckt hat, brauchen wir endlich einen Berufsbildungspakt. Dieser sollte im Koalitionsvertrag festgeschrieben werden.“

Weitere Informationen

Pressemitteilung des ZDH vom 10.10.2017