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ZDH-DIHK-Positionspapier zur „Höheren Berufsbildung“

Wortwolke Höhere Berufsbildung
© CrazyCloud - Fotolia.com

ZDH und DIHK haben ein gemeinsames Positionspapier zum Thema „Höhere Berufsbildung“ erstellt. Es enthält Vorschläge, wie die „Höhere Berufsbildung“ gestärkt und weiterentwickelt werden kann. Ziel sei es, die berufliche Bildung attraktiver zu gestalten und auf diese Weise dazu beizutragen, den Bedarf der Unternehmen an beruflich qualifizierten Fachkräften auch in Zukunft zu gewährleisten.

In der politischen und öffentlichen Diskussion setzt sich für die gesetzlich geregelte Aufstiegsfortbildung – und damit für die auf einer dualen Ausbildung aufbauende Weiterbildung zum Fachwirt, Meister oder Bilanzbuchhalter – zunehmend der Begriff der „Höheren Berufsbildung“ durch. ZDH und DIHK befürworten diese Entwicklung. Denn mit der „Höheren Berufsbildung“ wird das Augenmerk auf einen wichtigen Baustein der Fachkräftesicherung gelenkt, der gestärkt und weiterentwickelt werden sollte.

Während der Begriff der Höheren Berufsbildung in Deutschland relativ neu ist, wird er in Österreich, Liechtenstein und der Schweiz schon länger als Oberbegriff für Karrierewege der beruflichen Bildung verwendet. Aufbauend auf der Erstausbildung (Niveau 3 und 4 im Deutschen Qualifikationsrahmen -DQR) beschreibt die Höhere Berufsbildung berufliche Fortbildungen auf allen folgenden DQR-Niveaus. Auf den DQR-Niveaus 6 und 7 entsprechen die Abschlüsse der Höheren Berufsbildung den hochschulischen Bachelor- bzw. Masterabschlüssen.

Zur Stärkung und Weiterentwicklung der Höheren Berufsbildung setzen sich DIHK und ZDH in ihrem Positionspapier u.a. für die folgenden bildungspolitischen Ziele ein:

  • Das Berufsabitur als Doppelqualifikation aus beruflicher Erstausbildung und Abitur sollte in den Bundesländern erprobt werden. Es kann ein Beitrag dazu sein, den Einstieg in die duale Ausbildung und damit perspektivisch in die Höhere Berufsbildung zu erleichtern.
  • Doppelqualifizierende („hybride“) Bildungsangebote in der Kombination zwischen Studium und beruflicher Erstausbildung bzw. Fortbildung (z. B. Duales oder Triales Studium) sollten unter Einbeziehung von Kammern in Kooperation mit Hochschulen weiter optimiert werden. Ein Schwerpunkt muss dabei auf der werthaltigen Gestaltung der Praxisphasen liegen.
  • Kammern und Hochschulen sollten auch weiterhin Brücken aus der Hochschulbildung in die Berufsbildung (einschließlich der Höheren Berufsbildung) bauen. Das gilt nicht nur mit Blick auf Studienabbrecher, sondern auch hinsichtlich Hochschulabsolventen, denen so der Übergang in den Arbeitsmarkt ggf. erleichtert werden kann.
  • Für Weiterbildungsabschlüsse der Höheren Berufsbildung sollten attraktive und international verständliche Abschlussbezeichnungen vom Gesetzgeber eingeführt und von sämtlichen Akteuren anerkannt werden. Das kann auch die Mobilität der Arbeitnehmer fördern und die Gleichwertigkeit zu akademischen Abschlüssen verdeutlichen.
  • Das Aufstiegs-BAföG – als zentrales Förderinstrument der Höheren Berufsbildung – sollte gestärkt und weiterentwickelt werden. So sollte beispielsweise generell die Förderung eines zweiten Fortbildungsziels möglich sein. Gut wäre es auch, Anreizmodelle wie etwa den so genannten Meisterbonus (z. B. in Bayern) nach einer positiven Evaluierung auch auf andere Bundesländer zu übertragen.
  • Höhere Berufsbildung sollte als Marke weiter gestärkt und in der Öffentlichkeit noch besser positioniert werden. Die Erwähnung der Höheren Berufsbildung im Berufsbildungsgesetz und in der Handwerksordnung würde dazu einen guten Beitrag leisten.

 

Weitere Informationen

Meldung des ZDH vom 26.09.2017

Positionspapier des ZDH und DIHK zum Download als PDF-Datei