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Glossar

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Anerkannter Ausbildungsberuf
Staatlich anerkannt ist ein Ausbildungsberuf, für den eine Ausbildungsordnung erlassen wurde, die bundesweit eine geordnete und einheitliche betriebliche Berufsausbildung sicherstellt. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) und die Handwerksordnung (HwO) sind die gesetzlichen Grundlagen für die Berufsausbildung.

Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO)
Die AEVO, (wieder) gültig seit dem 1. August 2009, sieht eine Prüfung der berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse sowie der Kenntnisse einschlägiger Vorschriften vor.

Ausbildungsnachweis (Berichtsheft)
Auszubildende müssen ein Berichtsheft führen. Dieses ist ein fachlicher Nachweis über die Ausbildung – so ist es in der Ausbildungsordnung vorgeschrieben. Ein regelmäßig geführtes Berichtsheft ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Ausbildungsordnung
Die Ausbildungsordnung bildet für den jeweiligen Beruf die Grundlage für eine geordnete und einheitliche Berufsausbildung. Die Ausbildungsordnung enthält die Ausbildungsberufsbezeichnung, Dauer der Ausbildung, das Ausbildungsberufsbild, den Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsanforderungen.

Ausbildungsrahmenplan
Der Ausbildungsrahmenplan, ein Bestandteil der Ausbildungsordnung, regelt die allgemeine inhaltliche und zeitliche Struktur der Ausbildung. Er ist die Grundlage für den betrieblichen Ausbildungsplan, den die Ausbildenden für ihre Auszubildenden erstellen müssen und den sie gemeinsam mit dem Ausbildungsvertrag bei der zuständigen Stelle abgeben.

Berufsbildungsgesetz (BBiG)
Die meisten gesetzlichen Vorgaben für die berufliche Ausbildung stehen im BBiG. Es beinhaltet beispielsweise Regelungen zum Abschluss von Ausbildungsverträgen, zu den besonderen Rechten und Pflichten der Ausbildenden und Auszubildenden sowie zur Probezeit und Beendigung des Ausbildungsverhältnisses.

Betrieblicher Ausbildungsplan
Der betriebliche Ausbildungsplan soll die Ausbildungsinhalte, die im Ausbildungsrahmenplan genannt werden, auf die betrieblichen Verhältnisse umsetzen. Dafür muss der Betrieb diesen Inhalten konkrete Tätigkeiten und Aufgaben seines betrieblichen Ausbildungsablaufs zuordnen. Der betriebliche Ausbildungsplan ist Bestandteil des Ausbildungsvertrages und spätestens zu Beginn der Ausbildung der bzw. dem Auszubildenden auszuhändigen.

Blog
Unter einem Blog (auch Weblog) versteht man ein persönliches, webbasiertes Tagebuch. Der Eigentümer des Blogs (Blogger) kann dort Informationen und persönliche Meinungen, aber auch fachspezifische Hinweise publizieren. Eine Kommunikation mit anderen Besuchern entsteht dadurch, dass die Blogeinträge in der Regel mit Kommentaren versehen werden können.

Duale Ausbildung (in einem anerkannten Ausbildungsberuf)
Auszubildende können einen anerkannten Berufsabschluss betrieblich, in einigen Berufen auch vollzeitschulisch oder in einer sonstigen Berufsbildungseinrichtung (außerbetriebliche Berufsbildung) erwerben. Die betriebliche Ausbildung wird dann als „duale Ausbildung“ bezeichnet, wenn Unternehmen und staatliche Berufsschulen die Auszubildenden gemeinsam zum Berufsabschluss führen. Nach bundesweit einheitlichen Standards legen Auszubildende am Ende ihrer Lehrzeit Prüfungen vor Prüfungsausschüssen der zuständigen Kammern ab, in denen sie ihre erworbene berufliche Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) und die Handwerksordnung (HwO) sind die gesetzlichen Grundlagen für die Berufsausbildung.

Eignung als Ausbilderin oder Ausbilder und als Ausbildungsbetrieb
Die Voraussetzungen für die Eignung als ausbildendes Unternehmen legt das bundesweit geltende Berufsbildungsgesetz (BBiG) fest. Es wird dabei zwischen der persönlichen und fachlichen Eignung der Ausbildenden und der Eignung der Ausbildungsstätte unterschieden. Die Feststellung der Eignung erfolgt generell durch die Ausbildungsberaterinnen und -berater der zuständigen Kammern.

Ermöglichungsdidaktik
Sie versteht sich in der beruflichen Bildung als offenes und sich selbst organisierendes System. Ihr wesentliches Kennzeichen ist, dass neben der Vermittlung berufsfachlicher Kompetenzen auch hier die relevanten Schlüsselqualifikationen gefördert werden. Es sind nicht die Ausbildenden, die die Lerninhalte den Auszubildenden bereitstellen oder vortragen, sondern diese werden methodisch so aufbereitet, dass die Jugendlichen sie sich selbstständig erarbeiten können.

Handlungskompetenz, berufliche
Berufliche Handlungskompetenz ist die Fähigkeit und Bereitschaft, Kenntnisse, Fertigkeiten sowie persönliche, soziale und methodische Fähigkeiten sowohl in Arbeitssituationen als auch für die berufliche und persönliche Entwicklung zu nutzen. Es ist das Ziel der Berufsbildung, die berufliche Handlungskompetenz/-fähigkeit entstehen zu lassen, anzupassen, zu erhalten oder zu erweitern.
(BBiG, §1)

Handlungsorientierung
Handlungsorientierung in der Berufsausbildung bedeutet, dass Auszubildende befähigt werden, selbstständig nach der Methode der vollständigen Handlung in der Ausbildung zu lernen. Diese in der Berufsausbildung bewährte Methode besteht aus sechs Schritten: informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und abschließend bewerten. Gekennzeichnet sind die Lernaktivitäten durch Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen, in die sie ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen können. Das Konzept zielt auf planvolles Handeln und die Aneignung problemlösender Fähigkeiten im Lernprozess. Dabei sollen sich die Jugendlichen bei Fragen zum Arbeitsprozess in der Gruppe möglichst selbst helfen. Die Rolle der Ausbilder besteht darin, konstruktive Fragen zu stellen und als Lerncoach die Gruppenprozesse zu moderieren. Ziel ist es, die selbstständigen Lernaktivitäten der Jugendlichen zu fördern.

Kollaboratives Lernen
Das kollaborative Lernen stellt den gemeinsamen Lernprozess, die Kommunikation der Gruppenmitglieder untereinander und die Erarbeitung einer gemeinsamen Wissensbasis in den Vordergrund.

Lernende Organisation
Es handelt sich dabei um ein Organisationsmodell, das durch flache Hierarchien und kundenorientierte Teams sowie die kollektive Fähigkeit zu gemeinsamen Visionen gekennzeichnet ist. Lernende Organisationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Bereitschaft, das Engagement und die Neugier der Mitarbeiter ansprechen und ihre Akteure häufig, bewusst und gemeinsam über ihr Selbstkonzept, ihr Handeln und die dadurch erzielten Ergebnisse nachdenken.

Lernen im Arbeitsprozess
Dahinter verbirgt sich der Ansatz, berufliches Lernen möglichst nah an den fachlichen Anforderungen der Praxis auszurichten. An einem Auftrag, der aus dem Produktionszusammenhang entsteht, können die dafür erforderlichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten direkt erworben werden. Diese Art des Lernens hat den Vorteil, dass theoretisches Lernen und die praktische Handlung eng miteinander verknüpft sind. Lernen im Arbeitsprozess bewirkt zudem die selbstständige und verantwortliche Gestaltung des Lernprozesses durch die Auszubildenden selbst. Die Orientierung des Lernens an den betrieblichen Abläufen ermöglicht somit den Erwerb von beruflicher Handlungskompetenz.

Lernortkooperation
Durch die unterschiedlichen Zuständigkeiten und Aufgabenstellungen der einzelnen Lernorte ist es wichtig, dass ihre Aufgaben koordiniert werden. Alle Beteiligten der Berufsausbildung haben die Aufgabe, zum Erreichen des gemeinsamen Ausbildungsziels beizutragen. Unnötige Wegzeiten und Überschneidungen können zum Beispiel dadurch vermieden werden, dass sich die Beteiligten in ihren Ausbildungsmaßnahmen zeitlich und inhaltlich abstimmen. (Bundesagentur für Arbeit)

Medienkompetenz
Medienkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Medien nicht nur zu nutzen, sondern auch die verschiedenen Aspekte der Medien und Medieninhalte zu verstehen und kritisch zu bewerten. Medienkompetenz bezieht sich aber auch auf die Fähigkeit, mit Medien produktiv umgehen zu können und in vielfältigen Kontexten zu kommunizieren.

Phasen der Lernbegleitung
Bei der Begleitung von Lernprozessen hat ein Lernbegleiter eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen. Diese sind im Einzelnen:

  • Lernbedarf feststellen
  • Lernwege entwickeln und Lernvereinbarung treffen
  • Lernaufgaben auswählen, aufbereiten und übergeben
  • Den Lernenden bei der Bearbeitung der Aufgabe beobachten und begleiten
  • Das Auswertungsgespräch führen

Projektmethode
Das Lernen in Projekten ermöglicht die Vermittlung von fachpraktischen Kenntnissen, Fachtheorie und sozialen Kompetenzen in einem ganzheitlichen Prozess. Die Auszubildenden planen selbstständig die Durchführung von Arbeitsaufgaben, strukturieren den Prozess und werten die Ergebnisse aus. Dabei lernen sie, Problemstellungen zu analysieren, Zusammenhänge zu erkennen und Lösungsansätze gemeinsam mit anderen in der Gruppe zu entwickeln und zu reflektieren. Die Rolle der Ausbildenden besteht darin, den Projektverlauf beratend und moderierend zu begleiten.

Rahmenlehrplan
Im dualen Ausbildungssystem beschließt die Kultusministerkonferenz den Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Unterricht an der Berufsschule. Der Rahmenlehrplan ist mit der entsprechenden Ausbildungsordnung des Bundes abgestimmt. Beide zusammen bilden die Grundlage für die Ausbildung im dualen System. (Kultusministerkonferenz)

Soziale Netzwerke
Soziale Netzwerke sind Gemeinschaften im Internet, in denen sich Freunde, Bekannte, aber auch Fremde mit gleichen Interessen treffen und sich digital austauschen können. Die Benutzer können gemeinsam eigene Inhalte erstellen (User Generated Content), persönliche Daten und Informationen bereitstellen, diskutieren oder andere Inhalte mit der Community teilen. Diese Inhalte bezeichnet man auch als soziale Medien (Social Media). Soziale Netzwerke basieren meist auf einer Softwareplattform, auf der sich die Nutzer anmelden und über ein selbst erstelltes Profil mit einem Portfolio vorstellen können. Zu den sozialen Medien zählen unter anderem Online-Netzwerke wie Facebook, Google+, YouTube, XING, LinkedIn und Microblog-Dienste wie Twitter oder Blogs.

Wiki
Als „Wiki“ bezeichnet man eine Web-2.0-Software, die es erlaubt, in Form eines Hypertextsystems relativ unkompliziert Webseiten zu erstellen und zu publizieren. Andere Benutzer können diese Seiten in einem Webbrowser lesen und wiederum online bearbeiten. Entwickelt wurde diese Software mit dem Ziel, Wissen und Erfahrung mit mehreren anderen Interessierten gemeinsam zu sammeln und für andere zu dokumentieren. Daher erlauben es die Wiki-Programme, dass mehrere Autoren gemeinschaftlich Texte erstellen und ggf. mit Fotos und anderen Medien anreichern. In der Berufsausbildung wird dieses Medium häufig für Lernprozesse eingesetzt, in denen kollaboratives Schreiben im Vordergrund steht. So können Auszubildende mit Wikis sehr komfortabel selbstständig Wissensdatenbanken mit kleinen Lerneinheiten zu Themenbereichen erstellen, um sie im Internet für sich und andere zum Nachschlagen im Arbeits- und Lernprozess bereitzustellen. Basis ist meist ein vereinfachtes Content-Management-System. Wiki-Softwares sind häufig auch Bestandteil von komplexen Learning-Management-Systemen.