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Studie liefert repräsentative Erkenntnisse über Bildungshintergrund von Flüchtlingen

Schaubild Studie
© Maxim_Kazmin - Fotolia.com

40 Prozent der erwachsenen Flüchtlinge mit gültigen Bildungsangaben, die zwischen 2013 und Januar 2016 nach Deutschland eingereist sind, haben eine weiterführende Schule besucht, 35 Prozent haben einen entsprechenden Schulabschluss erworben. Rund elf Prozent der Geflüchteten, Männer wie Frauen, verfügen lediglich über Bildung auf Grundschulniveau und weitere elf Prozent gaben an, in ihrem Heimatland keine Schule besucht zu haben. Am anderen Ende des Bildungsspektrums verfügen 13 Prozent der Flüchtlinge über ein höheres Bildungsniveau im tertiären Bereich, dazu zählen zum Beispiel Hochschulabschlüsse, Meisterprüfungen oder Technikerausbildungen. Insgesamt hatten 64 Prozent der Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Deutschland einen Schulabschluss, 20 Prozent einen Hochschul- oder beruflichen Bildungsabschluss.

Das sind erste Ergebnisse der Studie "Geflüchtete Familien" (GeFam), die von Forscherinnen und Forschern am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erarbeitet wurde. Die GeFam-Studie stützt sich auf eine Längsschnittbefragung von 4816 geflüchteten Erwachsenen und ihren 5717 Kindern und wird überwiegend vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und aus dem Forschungsetat des IAB finanziert.

Bisher hat rund ein Drittel der befragten Flüchtlinge der Studie zufolge mit einem im Ausland erlernten Beruf die Anerkennung der mitgebrachten beruflichen Qualifikationen beantragt. Rund die Hälfte derjenigen, die einen Antrag auf Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikation gestellt haben, hat auch bereits eine Rückmeldung erhalten, die in 95 Prozent der Fälle mindestens eine teilweise Anerkennung beinhaltet. Bei Syrerinnen und Syrern wurde nach der Statistik zu den bundesrechtlich geregelten Berufen in mehr als drei Viertel der Verfahren die volle Gleichwertigkeit festgestellt.

Darüber hinaus ist knapp die Hälfte der Flüchtlinge daran interessiert, einen Schulabschluss in Deutschland zu machen. Deutlich mehr, nämlich zwei Drittel, streben einen beruflichen Abschluss an. Auch wenn nur ein Teil der Befragten seine Bildungsabsichten tatsächlich realisieren kann, sollte sich die derzeitige Qualifikationsstruktur der Geflüchteten somit mittelfristig noch verändern.

"Für die Integration der Flüchtlinge in Deutschland sind Untersuchungen wie die Studie ‚Geflüchtete Familien‘ von großem Wert – sie liefern Erkenntnisse, die Politik und Verwaltung brauchen, um ihre Maßnahmen richtig zu steuern. Und sie liefern wertvolle Daten, die für die Migrationsforschung neue Perspektiven eröffnen und die Qualität von wissenschaftlichen Migrationsstudien weiter steigern", sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka. 18 vom BMBF geförderte Migrationsforschungsprojekte starten im Herbst, von denen bereits einige auf die Daten zugreifen werden.


Weitere Informationen

Pressemitteilung 099/2017 des BMBF

Brücker, Herbert, Rother, Nina, Schupp, Jürgen (Hrsg.) (2017): IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016: Studiendesign, Feldergebnisse sowie Analysen zu schulischer wie beruflicher Qualifikation, Sprachkenntnissen sowie kognitiven Potenzialen. DIW Politikberatung kompakt 123