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Erster Qualifizierungsbaustein zur Gestaltung nachhaltiger Lernorte in der Industrie abgeschlossen

Ausbilder und Auszubildender
© auremar - Fotolia.com

Für das Ausbildungspersonal und die Auszubildenden der chemischen und metallverarbeitenden Industrie wurde ein erstes Qualifizierungsmodul zur Sensibilisierung für nachhaltige Entwicklung erfolgreich durchgeführt. Wie dies in der Praxis aussehen kann, sehen sie im Videobeitrag des Kooperationspartners Provadis.

Lernorte beruflicher Bildung lassen sich nachhaltiger gestalten, wenn Ausbildende und Auszubildende Veränderungsprozesse auf dem Weg zu einem nachhaltigen Lernort bereits mitgestalten können. Verbesserungsmaßnahmen müssen daher identifiziert, aufbereitet und betrieblichen Entscheidungsträgern präsentiert werden. Dafür entwickelt das Modellversuchsprojekt ANLIN ein dreistufiges Qualifizierungskonzept, welches im Dezember 2016 bei den Verbundausbildungsträgern Provadis in Frankfurt/Main und BBW in der Lutherstadt Wittenberg startete. Mehrere Kleingruppen von Ausbilderinnen und Ausbildern mit 6-14 Teilnehmenden diskutierten Fragen zur Bedeutung von nachhaltiger Entwicklung und Berührungspunkte mit dem eigenen Leben. Die teilnehmenden Ausbilderinnen und Ausbilder entwickelten daraus Workshopkonzepte für eigene Auszubildendengruppen und setzten diese mit Unterstützung des jeweiligen Projektteams vor Ort um. Erste Eindrücke davon sind im folgenden Video zu sehen:

www.youtube.com/watch?v=qr_34TMdRFc&t=1s

Die Zwischenergebnisse nach Abschluss der ersten Qualifizierungsphase sind ermutigend. Der Videobeitrag zeigt, mit welcher Motivation sich gerade junge Menschen für das Thema „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung“ (BBNE) gewinnen lassen, aber auch, wie wichtig die Involvierung von Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in diesem Transformationsprozess ist.

In den Seminaren für das Ausbildungspersonal waren diese Aspekte besonders zielführend:

  • Die Klärung und Verortung wichtiger Konzepte und Begriffe schaffen eine Basis für ein gemeinsames Verständnis von nachhaltiger Entwicklung.
  • Anhand von konkreten Beispielen aus Industrie und Wirtschaft werden Kernthemen wie globale Gerechtigkeit, das Überschreiten planetarer Grenzen und Kriterien nachhaltiger Konsumgüter anschaulich und multimedial dargestellt.
  • Die Ausbilderinnen und Ausbilder setzen sich bereits im ersten Modul mit der Frage auseinander, welche Anforderungen das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung an die Berufsbildung stellt und entwickeln erste Ideen, wie Sie dies in die Praxis übertragen können.

In den Workshops für Auszubildende waren diese Aspekte besonders zielführend:

  • Beispiele zu alltäglichen Gebrauchsgegenständen, wie die Herstellungs- und Arbeitsbedingungen von Smartphones, sprechen die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt an.
  • Gruppenarbeiten und Diskussionen ermöglichen eine aktive Beteiligung und regen Perspektivwechsel an. Ein kreatives Beispiel dafür ist die Gruppenaufgabe, was bei der fiktiven Planung einer nachhaltigen Kantine von der Ausstattung, über die Einstellung und Bezahlung des Personals bis hin zum angebotenen Essen alles beachtet werden muss.
  • Die Besichtigung regionaler Betriebe macht praktische Beispiele betrieblicher Nachhaltigkeit anschaulich und erfahrbar.
  • Gesprächsanlässe wie „Fünf-Minuten-Gespräche“ zwischen Ausbildenden und Auszubildenden können die in den Schulungen gesetzten Impulse im Nachgang weiter begleiten, aktuelle Bezüge herstellen und erste Ideen der Auszubildenden unterstützen.

Weitere Informationen

Eine weiterführende Reflexion des bisherigen Projektfortschrittes finden Sie im soeben erschienen Online-Band „Bildungseinrichtungen nachhaltig gestalten“.

Weitere Informationen zum Projekt ANLIN finden Sie unter:

http://qfc.de/anlin/