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Azubis wünschen sich Sicherheit und ein gutes Betriebsklima

Azubi und Ausbilder in Autowerkstatt
© Karin & Uwe Annas - Fotolia.com

Auszubildende sind bei ihren Wünschen an einen künftigen Ausbildungsbetrieb eher konservativ: Sie suchen vor allem einen langfristigen Arbeitgeber. Ein angenehmes Betriebsklima und gute Übernahmechancen nach der Ausbildung sind ihnen sehr wichtig. Dies hat eine Repräsentativbefragung von rund 2.000 Ausbildungsstellenbewerberinnen und –bewerbern ergeben, die vom BIBB und der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt wurde.

Zudem legen angehende Azubis großen Wert auf günstige Rahmenbedingungen während der Ausbildung. Hierunter fällt für sie zum Beispiel die leichte Erreichbarkeit des Betriebs oder auch ein gutes Image. Daraus schließen sie, dass auch die Ausbildungsbedingungen gut sein dürften. Materielle Anreize, wie zum Beispiel ein Smartphone als Eintrittsgeschenk, spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Vergleichsweise wenig Wert legen die Jugendlichen in der Befragung auch auf Merkmale, die vor allem Großbetriebe kennzeichnen: Hierunter fallen zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, über die Ausbildung hinausgehende Zusatzangebote oder mit vielen anderen Auszubildenden gemeinsam zu lernen. Betrachtet man hier allerdings nur die Bewerber/-innen mit Studienberechtigung, fällt das Ergebnis anders aus: Bei dieser Gruppe ist der Wunsch nach großbetrieblicher Ausbildung stärker ausgeprägt.

Info-Grafik: Wünsche der Ausbildungsstellenbewerber an den Ausbildungsbetrieb
Info-Grafik: Wünsche der Ausbildungsstellenbewerber an den Ausbildungsbetrieb (zum Vergrößern klicken)© BIBB

Einen deutlichen Einfluss übt die Ausbildungsmarktlage aus: Haben die Jugendlichen hohe Erfolgsaussichten auf einen Ausbildungsplatz, weil in ihrer Region die Marktlage relativ entspannt ist oder sie gute Schulabschlüsse und -zeugnisse aufweisen, stellen sie auch höhere Ansprüche an die Betriebe. Die Jugendlichen wissen offenbar, dass sie unter diesen Bedingungen eine größere Auswahl haben und damit auch mehr verlangen können.

Mit Blick auf die Befragungsergebnisse sollten nach Auffassung von BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser gerade die am stärksten unter dem Fachkräftemangel leidenden kleinen und mittleren Betriebe bei ihren künftigen Rekrutierungsstrategien insbesondere auf ein gutes Betriebsklima und gute Übernahmechancen setzen und dies in ihrer Öffentlichkeitsarbeit betonen. „Dann steigen im Wettbewerb mit großen Unternehmen ihre reellen Chancen, als attraktiver Arbeitgeber angesehen zu werden.“

Weitere Informationen

Die Ergebnisse der BIBB-Analyse mit dem Titel „Sind Jugendliche mit starker Marktposition anspruchsvoller bei der Betriebswahl?“ sind veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe der BIBB-Fachzeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis – BWP“, Heft 4/2017 (verfügbar unter www.bibb.de/bwp-4-2017). Der Beitrag kann unter www.bibb.de/bwp-8386 kostenlos heruntergeladen werden.

BIBB-Pressemitteilung vom 22.08.2017