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Impulse für nachhaltige Lernaufgaben in der Transport- und Logistikbranche

LKW und Hafenkräne
© industrieblick - Fotolia.com

Ein computergestütztes Lern- und Assessmentmodul zur Nachhaltigkeit in Transport und Logistik für kaufmännisches Ausbildungspersonal und Auszubildende wird derzeit von der Universität Göttingen im Modellversuch InnoLA entwickelt. Um die Lernaufgaben authentisch an den Anforderungen der Betriebe auszurichten, wurden nachhaltigkeitsbezogene Handlungsfelder mit Vertreterinnen und Vertretern aus Speditions- und Industrieunternehmen erarbeitet und in problemorientierte Lernsituationen überführt.

Eine systematische Verankerung von Nachhaltigkeitsaspekten stellt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen der Transport- und Logistikbranche eine Herausforderung dar. Die Initiierung eines nachhaltigkeitsbezogenen Bewusstseinswandels, der bis auf die Ebene der Auszubildenden reicht, ist hierbei von zentraler Bedeutung. Dies erfordert eine adäquate Qualifizierung des Ausbildungspersonals, die im Rahmen des InnoLA Projektes mit der Entwicklung und Erprobung problemorientierter Lernaufgaben und entsprechender Lernerfolgskontrollen angestrebt wird.

Im Workshop wurden die Möglichkeiten und Grenzen einer nachhaltigen Unternehmensführung, bei der neben den ökonomischen Zielen in stärkerem Maße ökologische und soziale Ziele verfolgt werden, speziell für kleine und mittlere Unternehmen analysiert und kritisch diskutiert. Das Hauptaugenmerk lag darauf, Handlungssituationen und Fallbeispiele herauszuarbeiten und zu konkretisieren, in denen die Einbindung von Nachhaltigkeitsaspekten von besonderer Bedeutung ist. Die Diskussion hat sowohl Handlungsfelder speziell aus dem Bereich Spedition und Logistik als auch berufsübergreifend relevante betriebliche Handlungsfelder (insb. Beschaffung, Personalwesen und Controlling) hervorgebracht:

  • Im Transportbereich standen Aspekte der Transportoptimierung (auch unter Kooperationspartnern) vor dem Hintergrund der Reduktion von Leerfahrten sowie die Auswahl eines geeigneten Transportmittels im Vordergrund.
  • Auch soziale Themen wie die Einhaltung von Lenkzeiten sind unter Nachhaltigkeitsperspektiven zu berücksichtigen.
  • Insbesondere das Konfliktpotenzial zwischen nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen (z. B. ökologische Verträglichkeit des Transportes) und den spezifischen Kundenwünschen (z. B. Lieferung kleiner Mengen in kurzer Zeit) prägt den Diskurs um die Verankerung der Leitidee in der Transport- und Logistikbranche.
  • Als eine weitere Barriere erscheint das Fehlen konkreter Limitationen von Seiten der Politik, die beispielweise zur Reduktion des City-Verkehrs beitragen könnte.
  • Vor allem die diskutierten Trade-Off Situationen, bei denen Abwägungen erfolgen und Pros und Contras berücksichtigt werden müssen, eignen sich, um ein nachhaltigkeitsbezogenes Problembewusstsein bei den Akteuren zu erzeugen, weshalb sie im InnoLA-Lernmodul als Grundlage für verschiedene Ausgangs- und Folgeszenarios herangezogen werden.

Gezeigt hat sich auch, dass die Sensibilisierung für Aspekte der Nachhaltigkeit bereits in alltäglichen Situationen initiiert werden kann. So stellen beispielsweise das Bilden von Fahrgemeinschaften, das Reduzieren des Papierverbrauches oder das Verwenden neuer Medien zum Abhalten von Videokonferenzen anstelle von kostspieligen Dienstreisen realistische Anknüpfungspunkte dar, die zu einer stärkeren nachhaltigkeitsorientierten Ausrichtung beitragen können.

Weitere Informationen

www.uni-goettingen.de/InnoLA