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Berufsbildung 4.0: Round-Table fordert "systemischen Ansatz"

Expertengespräch im Rahmen des Digital Gipfels 2017: Round-Table "Qualifizierung First - Wie Berufsschulen den digitalen Wandel gestalten"
Teilnehmer und Veranstalter (v.li.): M. Gehlert, B. Strahler, Prof. Dr. M. Heister, M. Graf von Kielmannsegg, M. Zimnol, A. Riedel, Dr. H. Klaffke, M. Köpfer, R. Halfbrodt, T. Lotz; © BIBB

Experten aus Bildung, Politik und Wissenschaft diskutierten am 12. Juni in Ludwigshafen im Rahmen des diesjährigen Digital Gipfels der Bundesregierung über die Berufsschule von morgen. Der Round-Table "Qualifizierung First - Wie Berufsschulen den digitalen Wandel gestalten" betonte den zentralen Stellenwert von Medienkompetenz der Lehrkräfte an Berufsschulen und forderte einen "systemischen Ansatz" von der Politik.

Wie in der von Prof. Dr. Michael Heister, Abteilungsleiter im Bundesinstitut für Berufsbildung, moderierten Runde aufgezeigt wurde, gibt es bei der Digitalisierung von Berufsschulen zwar bereits erfolgreiche "Insellösungen", doch fehle es insgesamt noch an einer bundesweiten Strategie bzw. "Roadmap". Angelika Riedel, Leiterin des Kölner Berufskollegs an der Lindenstraße, sagte: "Es muss eine systemische Lösung her, aber es gibt weder auf Bundes- noch auf Landesebene die notwendigen Ressourcen."

Ohne einen Nachholbedarf auf Bund-Länder-Ebene zu leugnen, setzte der Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Matthias Graf von Kielmannsegg, derlei Kritik entgegen, dass sich auf politischer Ebene "einiges" getan habe. Es seien mittlerweile "Dinge in Bewegung gekommen", versicherte der Leiter der Abteilung "Strategien und Grundsatzfragen". Seine Bitte an den Round-Table und rund 70 Zuhörer: "Geben sie der Politik noch einmal eine Chance." 

Konkret trägt diese Chance den Namen "DigitalPakt Schule" und bezeichnet geplante Milliardeninvestitionen des Bundes in den Ausbau der IT-Infrastruktur in allgemeinbildenden Schulen, beruflichen Schulen und sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen (im Zeitraum von 2018 bis 2022). Im Vordergrund, so die einhellige Meinung des Round-Tables, sollte dabei jedoch nicht die Anschaffung von Hardware stehen, sondern die Personalqualifizierung.

"Es wird nicht gehen ohne ein gutes Fortbildungskonzept für Berufsschullehrer. Viele sind zwar keine digitalen Analphabeten, aber auch keine Digital Natives", teilte Petra Jendrich, Leiterin des Unterausschusses Berufliche Bildung der Kultusministerkonferenz, ihre Beobachtungen mit. Riedel forderte in diesem Zusammenhang, Mediendidaktik stärker in der Lehrerausbildung zu verankern. Gelegentliche Fortbildungen auf diesem Gebiet brächten nichts. "Dafür ist der Arbeitsalltag der Lehrer viel zu fordernd", ist sich die Schulleiterin sicher. Ihr schwebt zudem ein Coaching-System vor, das die Lehrkräfte kontinuierlich für den Umgang mit digitalen Medien fit macht und fit hält.

Den gesamten Bericht zum Round Table finden Sie auf der Webseite von QualifzierungDigital.