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Neue Ausbildungsordnung in der Mühlen- und Getreidewirtschaft

Getreide
© Christian Jung - Fotolia.com

Die Inhalte des bisherigen Ausbildungsberufs "Müller/-in" wurden weiterentwickelt und um die Lagerung, insbesondere von Getreide, ergänzt. Die neue Berufsbezeichnung lautet "Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Mühlen- und Getreidewirtschaft". In Kraft tritt die neue Ausbildungsordnung zum 1. August 2017.

Für den Weg der Rohstoffe vom Feld übers Lager bis in die Mühle wird mit dem Beruf "Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Mühlen- und Getreidewirtschafteine" eine berufliche Qualifikation angeboten, die es in dieser Form bisher nicht gab. Gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag der Bundesregierung diese dreijährige duale Ausbildung erarbeitet. Sie bietet unter dem Dach gemeinsamer Inhalte zudem Spezialisierungsmöglichkeiten in den Fachrichtungen Müllerei und Agrarlager. 

Zur Ausbildung gehören das Steuern, Messen und Regeln verfahrenstechnologischer Prozesse, das Annehmen und Untersuchen von Rohstoffen, sensorische und labortechnische Untersuchungen, das Reinigen, Behandeln, Lagern und Vorbereiten der Rohstoffe zur Verarbeitung, das Verpacken und Verladen der Erzeugnisse sowie das Bedienen, Warten und Instandhalten von Anlagen, Maschinen und technischen Einrichtungen. Fachrichtungsübergreifend vermittelt die Ausbildung daher Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten entlang der Prozesskette von der Annahme der Rohstoffe bis zu deren Bereitstellung für die weitere Verarbeitung.

In der Fachrichtung Müllerei steht die Steuerung von Produktionsprozessen zur Herstellung von Getreideprodukten, Futtermitteln und Spezialerzeugnissen für die menschliche und tierische Ernährung im Mittelpunkt. Dabei geht es nicht nur um Mehl unterschiedlicher Typen, zum Beispiel aus Weizen, Roggen oder Dinkel, sondern auch um Spezialerzeugnisse wie Öle und Gewürze oder Futtermittel.

In der Fachrichtung Agrarlager geht es um die werterhaltende Lagerung unterschiedlicher Rohstoffe. Neben Getreide sind dies unter anderem Mais, Ölsaaten wie Raps oder auch Hülsenfrüchte wie beispielsweise Linsen. Hier sind die jeweiligen Lagerungseigenschaften zu berücksichtigen, geeignete Lagerarten auszuwählen sowie Trocknungs-, Kühlungs- und Belüftungsprozesse zu steuern. Vermittelt werden auch Kompetenzen zum Schutz der Vorräte sowie zu energiewirtschaftlichen Aspekten. Die Auszubildenden dieser Fachrichtung erlernen zudem die richtige Lagerung und Handhabung von Saatgut sowie Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

Neben der Erweiterung des Berufsbildes wurden auch die Prüfungsstruktur modernisiert und Prüfungsbereiche neu entwickelt. So ersetzt die Gestreckte Abschlussprüfung künftig die bisherige klassische Zwischen- und Abschlussprüfung. Der erste Teil der Gestreckten Abschlussprüfung geht dabei mit 25 % in die Gesamtnote ein und stellt die Rohstoffannahme in den Mittelpunkt. Im zweiten Teil sind die fachrichtungsspezifischen Inhalte Gegenstand der Prüfung.

Weitere Informationen

www.bibb.de/de/pressemitteilung_62323.php