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Sonderprogramm zur Digitalisierung in ÜBS

Ausbilder und Auszubildende
© goodluz - Fotolia.com

Mit der Förderung der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereits seit 1973 das Ziel, die berufliche Bildung in Deutschland auf hohem Niveau und dem jeweilig neuesten Stand der Technik entsprechend zu ermöglichen. Derzeit gilt dies insbesondere für das Thema Digitalisierung. Vor diesem Hintergrund wurde das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Jahr 2016 mit der Umsetzung und wissenschaftlichen Begleitung des „Sonderprogramms ÜBS – Digitalisierung“ beauftragt, wofür im Zeitraum 2016 bis 2019 zunächst insgesamt 74 Mio. Euro Fördermittel bereitgestellt wurden. Inzwischen wurde dieser Gesamtbetrag auf 84 Mio. Euro angehoben.

Zwei Förderlinien für den Einzug der Zukunft

Das Sonderprogramm ÜBS – Digitalisierung ist in zwei Förderlinien unterteilt.

Eine moderne und hochwertige Ausbildung setzt gute Rahmenbedingungen voraus. Die ÜBS müssen neueste technologische Entwicklungen in ihre Praxiskurse einbeziehen. Um diesen Prozess zu beschleunigen, wird die Anschaffung digitaler Ausstattung mit einem Zuschuss von 90 Prozent unterstützt. Dementsprechend können die überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜBS) in der Förderrichtlinie 1 Zuschüsse für investive Ausstattungsvorhaben erhalten. Die Liste förderfähiger digitaler Geräte, Maschinen, Anlagen und Programme enthält weit über hundert Einträge – vom Tablet bis zur computergesteuerten Holzzuschnittanlage, vom Melkroboter bis zur Software für die Ferndiagnose bei Autopannen, von der Digitalkamera bis zur Fernsteuerung gebäudetechnischer Anlagen.

In der Förderlinie 2 werden acht Pilotprojekte gefördert, die über einen Zeitraum von drei Jahren die Auswirkungen der Digitalisierung auf berufliche Tätigkeitsprofile untersuchen. Es werden Anforderungen ermittelt, die sich daraus für die Qualifizierung der Fachkräfte und des Ausbildungspersonals ergeben. Dabei erfolgt zunächst eine Analyse von Arbeitsprozessen und -aufgaben in den Berufen sowie eine Analyse und ein Abgleich mit den aktuellen Curricula. Im Anschluss stehen eine Überarbeitung der Curricula und deren pilothafte Erprobung an. Sofern erforderlich, wird eine Weiterentwicklung des Berufsbilds empfohlen.
Darüber hinaus sollen neue Möglichkeiten der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen unter Berücksichtigung der Entwicklung von Medienkompetenz der Lernenden und Ausbildenden entwickelt werden. Begleitend zielen die Projekte auf eine Verknüpfung aller drei Lernorte ab – das heißt, dass auch ausbildende Betriebe und Berufsschulen in die Pilotprojekte mit eingebunden werden sowie der Prüfungsausschuss, damit die Prüfungsfragen im Hinblick auf die Digitalisierung aktualisiert werden können.

Um Synergieeffekte zu nutzen und die eigene Arbeit durch den Austausch zu fördern, arbeiten die acht Pilotprojekte von Beginn an in einem Netzwerk eng zusammen. Durch die Kooperation sollen die entwickelten Konzepte, Modelle und die gewonnenen Erkenntnisse der Pilotprojekte gebündelt und anderen ÜBS bzw. Kompetenzzentren zugänglich gemacht und in der Breite Anwendung finden können.

Weitere Informationen zum Sonderprgramm und zu den acht Pilotprojekten finden Sie auf der foraus.de-Themenseite zum Sonderprogramm zur Digitalisierung in ÜBS.