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Erarbeitung nachhaltiger Ausbildungskonzepte für die Transport- und Logistikbranche

Frachtschiff auf dem Main bei Frankfurt
© pure-life-pictures - Fotolia.com

Die gesellschaftlichen Debatten um die ökologischen und sozialen Grenzen unseres Wirtschaftens haben in den letzten Jahren zugenommen. Damit hat sich auch der gesellschaftliche Anspruch an das unternehmerische Handeln stark verändert. Dies hat zur Folge, dass die Nachhaltigkeitsidee auch stärker in die Aus- und Weiterbildung integriert werden muss. Der BIBB-Modellversuch „Pro-DEENLA“ der Leuphana Universität Lüneburg und des Steinbeis Innovationszentrums Logistik und Nachhaltigkeit, Sinsheim, setzt hierbei Impulse: Ausbilder/innen von über 15 Betrieben erarbeiten nachhaltige Ausbildungskonzepte mit Hilfe der Design-Thinking-Methode.

Unternehmen sind zunehmend gefordert, ihre Gewinne auf ökologisch und sozial verantwortliche Weise zu erwirtschaften. Dieser Forderung nach der Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen („Corporate Social Responsibility“ oder CSR) ist auch die Europäische Kommission nachgekommen. Seit Jahresbeginn 2017 müssen viele Unternehmen berichten, wie sie Mensch und Umwelt schützen. Zwar sind unmittelbar zunächst nur Unternehmen berichtspflichtig, die mehr als 500 Arbeitnehmer/innen beschäftigen, doch müssen diese auch Rechenschaft über ihre Wertschöpfungskette ablegen. Dadurch könnten indirekt auch kleine und mittelständische Unternehmen verpflichtet werden, über ihre Strategien, Risiken und Ergebnisse zu den Themen Umwelt, soziale Arbeitnehmerbelange, Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung oder gesellschaftlicher Vielfalt zu berichten.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, muss die Nachhaltigkeitsidee u.a. stärker in der Aus- und Weiterbildung berücksichtigt werden. Vor diesem Hintergrund verfolgt „Pro-DEENLA“ das Ziel, sowohl das betriebliche Berufsbildungspersonal als auch die Auszubildenden von über 15 Praxispartnerbetrieben der Transport- und Logistikbranche für ein nachhaltig ausgerichtetes berufliches Handeln zu qualifizieren. Hieraus sollen Erkenntnisse abgeleitet werden, die auch für andere Betriebe nutzbar sind.

Zwei Personen neben einer Pinnwand
Jens-Jochen Roth und Meike Kleen
© Pro-DEENLA

Mitte Februar 2017 fand in Eschborn ein interaktiver Workshop mit Vertreter/innen der Partnerbetriebe des Modellversuchs statt. Hier ging es vor allem um die Frage, wie sich das Thema „Corporate Social Responsibility“ (CSR) in die Aus- und Weiterbildung von Transport- und Logistikunternehmen integrieren lässt. Zur Beantwortung dieser komplexen Frage haben die beiden Projektleiter Andreas Fischer und Jens-Jochen Roth auf die innovative Methode des Design-Thinkings zurückgegriffen – einer Methode, die hilft, Probleme zu lösen und neue Ideen zu entwickeln.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: In einem kreativen Prozess wurden innovative und konkrete Ideen entwickelt, die nun in der betrieblichen Praxis der Partnerbetriebe zusammen mit Auszubildenden erprobt werden können. So entstand beispielsweise die Idee, im Rahmen eines Azubi-Projekts einen „CSR-Setzkasten“ zu entwickeln. Damit werden gleich zwei Ziele erreicht: Einerseits setzen sich Auszubildende aus individueller, betrieblicher sowie branchenspezifischer Perspektive mit dem Thema „Corporate Social Responsibility“ (CSR) auseinander. Andererseits dient der fertiggestellte Setzkasten dazu, Anregungen der Mitarbeiter/innen zur Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verantwortung des eigenen Betriebs zu sammeln und betriebsintern zu veröffentlichen, um damit einen betrieblichen Lernprozess anzuregen.

Weitere Informationen

www.leuphana.de/institute/bwp/forschung-projekte/pro-deenla-spedition-und-logistik.html