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Das Projekt Dental Digital³

Handwerkliche Wurzeln - Digitale Krönung

Eine Auszubildende richtet einen Rohling im geöffneten „Blankhalter" ein. Hiermit wird eine Krone gefertigt.
Eine Auszubildende richtet einen Rohling im geöffneten „Blankhalter" ein. Hiermit wird eine Krone gefertigt.© Gewerbe Akademie Freiburg

Im Projekt „Dental Digital3 - Handwerkliche Wurzeln - Digitale Krönung“ widmete sich die Handwerkskammer Freiburg den rasanten Veränderungen, denen das Zahntechnikerhandwerk durch Digitalisierung begegnet. Ziel des Projektes war es, frühzeitig die analogen, handwerklichen Fertigkeiten und Kenntnisse um digitale Technologien zu ergänzen und in die Lern- und Wertschöpfungsprozesse der Auszubildenden zu integrieren. Dementsprechend analysierte das Projektteam, wie viel digitales Wissen in die Erstausbildung der Zahntechnikerinnen und Zahntechniker einfließen muss. Dazu führte das Team eine Befragung von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, Angestellten, Auszubildenden und Berufsschullehrkräften durch, auf deren Basis das Team ein Ranking der digitalen Inhalte erstellte und den Qualifizierungsbedarf identifizierte.

Darauf basierend wurden zu vermittelnde Fertigkeiten und Kenntnisse mit dem bestehenden Curriculum unter Berücksichtigung des zeitlichen Ablaufes abgeglichen, um neue Lehrgänge zu konzipieren und zu erproben. Ein Themenschwerpunkt resultierend aus der Analyse des Projektes zeigte sich in der Implantattechnologie bzw. implantatgetragenem Zahnersatz, der in der Zahnmedizin zunehmend zum Einsatz kommt, jedoch noch kein Bestandteil der Ausbildungsordnung ist. Im Ergebnis entstanden zwei Lehrgänge zu CAD/CAM-Fertigungsverfahren, die für eine Erprobung offen waren für alle Interessierten des 2. Ausbildungsjahres (CAD/CAM 1) und des 3./4. Lehrjahres (CAD/CAM2).

Zudem wurde die überbetriebliche Werkstatt entsprechend technisch ausgestattet: Die Handwerkskammer Freiburg richtete zwölf Arbeitsplätze für die Auszubildenden in Form von drei Lerninseln ein. Ergänzt wird die Werkstatt mit einem Arbeitsplatz für Ausbildungsmeisterinnen und Ausbildungsmeister. Jeder Arbeitsplatz wurde mit einem versenkbaren Bildschirm, einem Rechner mit umfangreicher Software, einem Technikerhandstück sowie einem Arbeitsmikroskop ausgestattet. Ebenso wurde jeder Platz an die zentrale Feinstaubabsaugung angeschlossen, wodurch neben digitalen auch analoge Tätigkeiten ausgeführt werden konnten. In der überbetrieblichen Werkstatt befinden sich die Scanner zum Digitalisieren von Modellen sowie ein Intraoralscanner. Direkt angeschlossen an die Werkstatt befinden sich die Räume für die Fräsmaschinen, 3D-Drucker und sämtliche analogen Gerätschaften zur Herstellung von Zahnersatz.

Die beiden neu konzipierten Lehrgänge wurden mit je zwei Durchgängen erprobt. Die Auszubildenden lernten die verschiedenen Scannertechnologien vom optischen Modellscanner bis zum Intraoralscanverfahren kennen. Beginnend mit einfachen Konstruktionen bis hin zu komplexen Implantatkonstruktionen wurde der Umgang mit zwei Designsystemen geschult. Jeden Prozessschritt konnten die Auszubildenden mittels einer Präsentationssoftware direkt auf dem eigenen Bildschirm verfolgen und kontrollieren.

Das Projektteam präsentierte dem Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) die Pilotkurse mit dem Ziel, dass die Lehrgänge im Rahmen des Neuordnungsverfahrens zum Bestandteil der überbetrieblichen Ausbildungsserie „ZAHN“ werden sollen. Als Mitglied im Pädagogischen Arbeitskreis Zahntechnik (PAZ/SAG) erarbeitet das Team Vorschläge für diese Neuordnung. Ferner fanden während der Projektlaufzeit Workshops mit weiteren Handwerkskammern statt, die Interesse an der Umsetzung einer digitalen Werkstatt nach dem Freiburger Projektmodell zeigten. Weitere Termine dieser Art sind bereits über die Projektlaufzeit hinausgehend terminiert.

Die Handwerkskammer Freiburg stellt ausgewählte Ergebnisse aus den entwickelten und erprobten Ausbildungskonzepten als Medienbausteine über das Internetportal für Ausbilderinnen und Ausbilder www.foraus.de zur Verfügung.

Das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung:

Mit dem Sonderprogramm beschleunigt das BMBF die Digitalisierung in der Fachkräfteausbildung. Es unterstützt die ÜBS dabei, digitale Ausstattung zu beschaffen. Zudem werden acht Pilotprojekte in KomZet gefördert. Sie identifizieren und analysieren Qualifizierungsbedarfe und entwickeln die überbetriebliche Berufsausbildung weiter, wo erforderlich. Ihre Erkenntnisse stellen sie anderen ÜBS zur Verfügung. Die Pilotprojekte laufen bis einschließlich Juni 2019.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet das Sonderprogramm im Auftrag des BMBF.

Ihr Kontakt bei Fragen zu den Pilotprojekten:
Frau Stefanie Weyh
Arbeitsbereich 3.4
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
+49 228 99666-1067
weyh@bibb.de

Der Projektpartner:
Handwerkskammer (HWK) Freiburg

Die HWK Freiburg ist die Selbstverwaltungsorganisation des Handwerks in den Kreisen Ortenau, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach sowie dem Stadtkreis Freiburg. Ihre 15.488 Mitgliedsbetriebe beschäftigen rund 102.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt werden im Kammerbezirk mehr als 6.300 junge Menschen in einem Handwerksberuf ausgebildet. Mit ihrer Gewerbe Akademie unterstützt die HWK Freiburg die Aus-und Weiterbildung in Handwerk und Mittelstand in der Region. An den Standorten Freiburg, Schopfheim, Offenburg, Lahr und Appenweier finden die überbetriebliche Ausbildung sowie mehr als 360 Weiterbildungskurse in modernen, hochwertig ausgestatteten Werkstätten und Schulungsräumen statt.