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Das Projekt Innovation4E-Handwerk

Entwicklung von innovativen, überbetrieblichen Lehr-/Lernarrangements für digitalisierte Geschäftsfelder des E-Handwerks mit integrativer Ausbilderqualifizierung

Zwei Auszubildende lernen, wie sie Gebäudetechnik mit dem Tablet steuern. Hierzu nutzt der Ausbilder einen Digitalstromkoffer, der die komplette Installation eines Gebäudes darstellt. Digitalstrom ermöglicht es, bestehende Gebäude ohne große Umbauarbeiten
Zwei Auszubildende lernen, wie sie Gebäudetechnik mit dem Tablet steuern. Hierzu nutzt der Ausbilder einen Digitalstromkoffer, der die komplette Installation eines Gebäudes darstellt. Digitalstrom ermöglicht es, bestehende Gebäude ohne große Umbauarbeiten zu einem Smart Horne umzurüsten.© EBZ Dresden

Im Projekt „Innovation4E-Handwerk“ widmete sich das Elektrobildungs- und Technologiezentrum e. V. Dresden (EBZ) dem digitalisierungsbedingten Wandel zum „Smart Building“. Dieses Verfahren konfrontiert das Elektrohandwerk, insbesondere die Gebäudeautomation, mit neuen Anforderungen an Dienstleistungen und Arbeitsprozesse. Das EBZ befasste sich mit den sich wandelnden Tätigkeitsfeldern des Berufes Elektroniker/in und den neuen Anforderungen an die Ausbildung der Fachkräfte.

Vor diesem Hintergrund griff das Projekt die zentralen Herausforderungen der digitalen Transformation in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) auf, untersuchte die Auswirkungen der Digitalisierung auf berufliche Tätigkeitsprofile im Elektrohandwerk und befasste sich mit der innovativen Weiterentwicklung der vorhandenen Konzepte zur Integration der Digitalisierung in die Lehr- und Lernprozesse.

Da das Elektrohandwerk dem Komfort- und Sicherheitsbedürfnis der Nutzerin oder des Nutzers sowie dem Energiemanagement gerecht werden muss, spielen individuelle Produkte und Lösungen eine bedeutende Rolle im Bereich der Gebäudeautomation. Befragungsergebnisse des EBZ Dresden zeigten deutlich, dass dazu vernetzte, komplexe Gesamtsysteme zunehmend anstelle von Einzelgeräten oder –anlagen zum Einsatz kommen. Demzufolge kommen neue Aufgaben auf die Fachkräfte zu, wie z. B. Ferndiagnostik, Wartung oder auch Software-Updates. Datentechnik wird mehr und mehr zu einem wichtigen Aspekt des Elektrohandwerks und fordert von den Auszubildenden neue Kompetenzen wie beispielsweise den Umgang mit intelligenter Steuerungstechnik oder auch verstärkte Kenntnisse der Netzwerktechnik.

Um bei den Auszubildenden selbstgesteuertes und kollaboratives Lernen zu fördern, bedarf es auch hier digitaler Unterstützung. Es gilt, komplexe Inhalte und Arbeitsprozesse darzustellen und reale Arbeitsaufgaben simulieren zu können. Während der Projektlaufzeit wurden dazu Simulationen und digitale Werkzeuge in den überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen erprobt und optimiert. Dabei zeigte sich, dass Simulationen nicht nur für die Auszubildenden von Vorteil sind. Häufig kommen sie auch für die Zielgruppe des Kunden zum Einsatz. Hierzu nutzten die Auszubildenden im EBZ Dresden ein Visualisierungs- und Beratungstool aus den Lehrgängen auch anschließend im Ausbildungsbetrieb, das nun auch anderen ÜBS zur Verfügung steht.

Ein weiterer Aspekt des Projektes war die Entwicklung eines Online-Tools zum Test des Lernerfolgs. Die Auszubildenden wurden vor und nach jeder Lerneinheit befragt, um Vorkenntnisse und Lernerfolge von Lehrgangsteilnehmern zu prüfen und Übungsaufgaben schnell und effizient auszuwerten. Ein personalisierter Log-In-Zugang erlaubt die Wiederholung von Prüfungen und Kontrollen von zu Hause aus.

Parallel zu den ÜLÜ-Kursen wurde das Ausbildungspersonal kontinuierlich u. a. durch Train-the-Trainer-Schulungen oder auch Workshops zu Medientechnologie und -didaktik qualifiziert. Aufgrund des permanenten Weiterbildungsbedarfes der Ausbilder etablierte das EBZ halbjährlich einen Ausbildertag.

Das EBZ Dresden stellt ausgewählte Ergebnisse aus den entwickelten und erprobten Ausbildungskonzepten als Medienbausteine über das Internetportal für Ausbilderinnen und Ausbilder www.foraus.de zur Verfügung.

Das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung:

Mit dem Sonderprogramm beschleunigt das BMBF die Digitalisierung in der Fachkräfteausbildung. Es unterstützt die ÜBS dabei, digitale Ausstattung zu beschaffen. Zudem werden acht Pilotprojekte in KomZet gefördert. Sie identifizieren und analysieren Qualifizierungsbedarfe und entwickeln die überbetriebliche Berufsausbildung weiter, wo erforderlich. Ihre Erkenntnisse stellen sie anderen ÜBS zur Verfügung. Die Pilotprojekte laufen bis einschließlich Juni 2019.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet das Sonderprogramm im Auftrag des BMBF.

Ihr Kontakt bei Fragen zu den Pilotprojekten:
Frau Stefanie Weyh
Arbeitsbereich 3.4
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
+49 228 99666-1067
weyh@bibb.de

Der Projektpartner:
Elektrobildungs-und Technologiezentrum e. V. (EBZ) Dresden

Das EBZ Dresden ist anerkanntes Bildungszentrum für die wirtschaftsnahe und nachhaltige Aus-und Weiterbildung von Fachkräften. Es ist tätig für das Handwerk und die Industrie in den Bereichen Elektrotechnik, Informations-und Kommunikationstechnik sowie intelligente Energietechniken. Das Angebot des EBZ umfasst neben der überbetrieblichen Ausbildung in Industrie und Handwerk auch die Gesellen-und Facharbeiterausbildung, Berufs-und Studienorientierungsmaßnahmen, Umschulungen, Seminare und Fachlehrgänge, Kurse für Führungskräfte, Meisterkurse und seit 2009 gemeinsam mit Hochschulen auch Bachelorstudiengänge. Das EBZ ist KomZet für Energiegewinnungstechnik und Hochspannungstechnik.