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Das Projekt DigiZ

Digitalisierung im Zimmererhandwerk

Auszubildende arbeiten mit Unterstützung eines Tablets an einer Holzbearbeitungsmaschine.
Auszubildende arbeiten mit Unterstützung eines Tablets an einer Holzbearbeitungsmaschine.© Bundesbildungszentrum Kassel

Zahlreiche mittelständische Zimmereibetriebe besitzen heutzutage eine eigene Abbundanlage. Die gängigen Softwareprogramme der Branche haben daher durchgängig Schnittstellen zur Datenübergabe an eine solche Abbundanlage. Aber auch die Ausmittlung einzelner Holzbauteile (beispielsweise für Dächer oder Carports) wird in der Regel nicht mehr mit den traditionellen Methoden von Hand vollzogen. Auch hier kommt Branchensoftware zum Einsatz. Ergänzend haben sich auch die bauphysikalischen Anforderungen an Wärme-, Feuchte-, Schall-und Brandschutz erheblich verschärft. Sie sind meist ohne entsprechenden EDV-Einsatz nicht mehr zu bewältigen.

Derartige Veränderungen wirken sich auf das Berufsbild aus. Sie müssen bei der Fortschreibung der Ausbildungsverordnung bzw. des zugehörigen Rahmenlehrplans berücksichtigt werden, damit die Auszubildenden auf die Anforderungen des Berufsalltags vorbereitet sind. Die überbetrieblichen Ausbildungsinhalte sind häufig nicht hinreichend konkretisiert. Zudem erfolgt in der Regel nur eine unzureichende Abstimmung mit den Lernfeldern der Berufsschulen. Die Vermittlung der Ausbildungsinhalte der beiden Lernorte greift nicht, wie gewünscht, ineinander. Vereinzelt werden in den Berufsschulen bereits Softwareprogramme eingesetzt. Diese sind aber häufig nicht geeignet, Daten anschließend an eine Abbundanlage zu übergeben.

Im Projekt DigiZ führt das Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (BUBIZA) Kassel eine Bedarfsanalyse durch und zeigt Verbesserungspotenziale auf. Der Fokus liegt dabei auf digitalen Anwendungsmöglichkeiten. Im Anschluss überprüft das BUBIZA die Ausbildungsinhalte des bestehenden Curriculums. Es steht dabei in engem Austausch mit den Partnern der Ausbildung (Berufsschulen, Ausbildungsbetrieben, Ausbildende und Auszubildende). Aktuell wesentliche Zimmerertätigkeiten, wie Holzrahmen oder Holzmassivbau, sollten in der Ausbildung eine stärkere Gewichtung bekommen. Entsprechende Softwareprogramme, aber auch digitale Aufmaßtechniken, müssen in die Ausbildung einfließen. Dazu wird das BUBIZA die Inhalte der überbetrieblichen Ausbildungszeiten exakter definieren und ein modifiziertes Curriculum einbringen. Dies zielt darauf ab, die Ausbildungsinhalte bundesweit zu vereinheitlichen und die Ausbildungsinhalte besser mit den Lernfeldern der Berufsschulstandorte zu verzahnen. Im Einzelnen werden für die in der Analyse identifizierten Bereiche entsprechende Lehrgangskonzepte entwickelt und die jeweilige Ausbildungsdauer festgelegt. Die Lehrgangskonzepte werden anschließend pilothaft in Ausbildungskursen erprobt und optimiert. Das BUBIZA stellt ausgewählte Lernbausteine zu den entwickelten und erprobten Ausbildungsangeboten über eine Lernplattform auf www.foraus.de zur Verfügung.

Das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung:

Mit dem Sonderprogramm beschleunigt das BMBF die Digitalisierung in der Fachkräfteausbildung. Es unterstützt die ÜBS dabei, digitale Ausstattung zu beschaffen. Zudem werden acht Pilotprojekte in KomZet gefördert. Sie identifizieren und analysieren Qualifizierungsbedarfe und entwickeln die überbetriebliche Berufsausbildung weiter, wo erforderlich. Ihre Erkenntnisse stellen sie anderen ÜBS zur Verfügung. Die Pilotprojekte laufen bis einschließlich Juni 2019.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet das Sonderprogramm im Auftrag des BMBF.

Ihr Kontakt bei Fragen zu den Pilotprojekten:
Frau Stefanie Weyh
Arbeitsbereich 3.4
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
+49 228 99666-1067
weyh@bibb.de

Der Projektpartner:
Bundesbildungszentrum des Zimmerer-und Ausbaugewerbes (BUBIZA) Kassel

Im BUBIZA wird unter dem Dach eines KomZet der gesamte Tätigkeitsbereich des Zimmerer-und Holzbaugewerbes abgedeckt. Neben der überbetrieblichen Ausbildung im zweiten und dritten Lehrjahr werden jährlich ungefähr 70 bis 80 Gesellen auf die Zimmermeisterprüfung vorbereitet. Aber auch die Bereiche des industriellen Holzbaus, der CNC-Technik sowie der Optimierung von Betriebsorganisation und Fertigungsprozessen werden durch Entwicklung und Umsetzung durchgehender Schulungskonzepte abgedeckt. Zahlreiche Zeichnungen, 3D-Animationen, Modelle, Filme und Bildkataloge, bis hin zu Formelsammlungen wurden und werden erstellt und ständig aktualisiert. Gemeinsam mit anderen führenden Holzbau-Kompetenzzentren, wie Biberach und Bühl, werden umfassende Lehrgangskonzepte und Schulungsmaterialien online frei zugänglich veröffentlicht (www.holzbau-kompetenzzentren.de). Das BUBIZA veranstaltet regelmäßig Fachkongresse. Es beteiligt sich zudem an mehreren Förderprojekten des BMBF zur Nutzung digitaler Medien.