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Das Projekt DigiZ

Digitalisierung im Zimmererhandwerk

Auszubildende arbeiten mit Unterstützung eines Tablets an einer Holzbearbeitungsmaschine.
Auszubildende arbeiten mit Unterstützung eines Tablets an einer Holzbearbeitungsmaschine.© Bundesbildungszentrum Kassel

Das Bundesbildungszentrums des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (BUBIZA) Kassel befasste sich im Projekt „DigiZ“ mit den Digitalisierungstendenzen des Zimmererhandwerks. Eine im Rahmen des Projektes durchgeführte Befragung von Auszubildenden, Meisterschüler/innen, Ausbildenden und Betriebsinhaberinnen und –inhaber zeigte, dass CAD-Planung, vollautomatische Abbundmaschinen und digitale Aufmaßtechniken als ungebrochener Trend des Gewerkes vorherrschen. Die zunehmende Verwendung computergesteuerter Holzbearbeitungsmaschinen wie z.B. CNC-Maschinen und die Verwendung notwendiger CAD Software führen zu einem deutlichen Qualifizierungsbedarf der Fachkräfte. Während früher regionale Abbundzentren die Fertigung für die Betriebe übernahmen, besitzen Zimmereibetriebe nun zunehmend eigene Abbundmaschinen. Für den Umgang mit diesen vollautomatischen Maschinen benötigen die Auszubildenden entsprechendes Wissen, beispielsweise über Grundlagen der Steuerung, Werkzeugwechsel sowie Wartung und Pflege.

Das BUBIZA überprüfte das bestehende Curriculum auf potenzielle Anwendungsmöglichkeiten und diskutierte mit den Partnern der Ausbildung Optionen, digitale Inhalte in die Ausbildung zu integrieren.  Das Projektteam entwickelte für die Abbundtechnik einen Grundlagenkurs für Auszubildende im zweiten Lehrjahr, der durch einen anschließenden Wahlkurs oder aber im Rahmen der Meisterausbildung erweitert werden kann. Der in der Meisterausbildung angesetzte Kurs zur Abbundtechnik bedurfte aufgrund vieler Erweiterungen und einer neuen Steuerungssoftware einer starken Überarbeitung der Inhalte und einer Aufsplittung in einen Grundlagen- und einen Weiterführungskurs.

Nicht nur die bereits angesprochenen Kurse wurden durch das Projektteam entwickelt. Auch ein verzahnter Kurs zu CAD und CNC, der ein Projekt vom Entwurf über die Fertigung bis hin zur Konstruktion beinhaltet, wurde konzipiert und erprobt. Die Projektmitarbeiter/innen und –mitarbeiter erstellten themenbezogene Screenvideos, die den Auszubildenden im Nachhinein zur Verfügung standen. Zudem erfolgte die Platzierung weiterer digitaler Inhalte bzw. Geräte wie z. B. eines Laserdistanzmessers im Kurs "Digitale Messgeräte" oder eines Rotationslasers im Kurs "Digitales Nivellieren".  Über die Schaffung von Wahl- und Wahlpflichtwochen im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) konnte der zeitlichen Überlastung durch neue digitale Inhalte im Rahmenlehrplan entgegengewirkt werden. Für diese durch die Sozialkassen der Bauwirtschaft ermöglichten Wochen entwickelte das Projektteam des BUBIZA die genannten Lehrgangskonzepte und erprobte diese in Kursen mit den Auszubildenden, um sie im Nachgang zu optimieren.

Ausbilderschulungen zur Handhabung von CAD und CNC-Technik erfolgten nach dem Trainer-To-Trainer Prinzip. Nach abgeschlossener Kurserprobung entstand auf dieser Grundlage ein Kurs zum Wissenstransfer. Um die Ausbildungsinhalte besser vermitteln zu können, arbeitet das BUBIZA eng mit den Berufsschulen zusammen. In Kooperation mit den jeweiligen Berufsschulstandorten wurde sich auf eine einheitliche Verwendung der CAD-Software geeinigt und das Ausbildungspersonal der Berufsschulen wurde zu In-House Schulungen im Umgang mit CAD-Software eingeladen.

Das BUBIZA stellt ausgewählte Ergebnisse aus den entwickelten und erprobten Ausbildungskonzepten als Medienbausteine über das Internetportal für Ausbilderinnen und Ausbilder www.foraus.de zur Verfügung.

Das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung:

Mit dem Sonderprogramm beschleunigt das BMBF die Digitalisierung in der Fachkräfteausbildung. Es unterstützt die ÜBS dabei, digitale Ausstattung zu beschaffen. Zudem werden acht Pilotprojekte in KomZet gefördert. Sie identifizieren und analysieren Qualifizierungsbedarfe und entwickeln die überbetriebliche Berufsausbildung weiter, wo erforderlich. Ihre Erkenntnisse stellen sie anderen ÜBS zur Verfügung. Die Pilotprojekte laufen bis einschließlich Juni 2019.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet das Sonderprogramm im Auftrag des BMBF.

Ihr Kontakt bei Fragen zu den Pilotprojekten:
Frau Stefanie Weyh
Arbeitsbereich 3.4
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
+49 228 99666-1067
weyh@bibb.de

Der Projektpartner:
Bundesbildungszentrum des Zimmerer-und Ausbaugewerbes (BUBIZA) Kassel

Im BUBIZA wird unter dem Dach eines KomZet der gesamte Tätigkeitsbereich des Zimmerer-und Holzbaugewerbes abgedeckt. Neben der überbetrieblichen Ausbildung im zweiten und dritten Lehrjahr werden jährlich ungefähr 70 bis 80 Gesellen auf die Zimmermeisterprüfung vorbereitet. Aber auch die Bereiche des industriellen Holzbaus, der CNC-Technik sowie der Optimierung von Betriebsorganisation und Fertigungsprozessen werden durch Entwicklung und Umsetzung durchgehender Schulungskonzepte abgedeckt. Zahlreiche Zeichnungen, 3D-Animationen, Modelle, Filme und Bildkataloge, bis hin zu Formelsammlungen wurden und werden erstellt und ständig aktualisiert. Gemeinsam mit anderen führenden Holzbau-Kompetenzzentren, wie Biberach und Bühl, werden umfassende Lehrgangskonzepte und Schulungsmaterialien online frei zugänglich veröffentlicht (www.holzbau-kompetenzzentren.de). Das BUBIZA veranstaltet regelmäßig Fachkongresse. Es beteiligt sich zudem an mehreren Förderprojekten des BMBF zur Nutzung digitaler Medien.