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Das Projekt DiQua

Digitale Qualifizierungsoffensive in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten

Ein Auszubildender übt die Bedienung einer digital gesteuerten Tischfräsmaschine.
Ein Auszubildender übt die Bedienung einer digital gesteuerten Tischfräsmaschine.© HWK Berlin

3D-Drucker in der Tischlerei, mobiles Arbeiten beim Kunden und auf der Baustelle oder Online-Marketing -die Möglichkeiten einer digitalen Arbeitswelt werden in kleinen und mittelständischen Unternehmen noch nicht hinreichend genutzt. Um das Potenzial digitaler Arbeitsprozesse auszuschöpfen, bedarf es gut ausgebildeter Fachkräfte. Für eine Ausbildung unter digitalen Anforderungen müssen die Curricula fortentwickelt und das Bildungspersonal entsprechend qualifiziert werden.

Die Handwerkskammer (HWK) Berlin leistet mit dem Projekt DiQua einen Beitrag dazu. Sie wird digitale Kompetenzen in der dualen Ausbildung vermitteln und fördert damit die Zukunftsfähigkeit der Betriebe. Im ersten Schritt analysiert sie typische Arbeitsprozesse in erfolgreichen Tischlereien und Maler-& Lackierereien.

Folgende Aspekte digitaler Prozesse im Handwerk werden im Projekt untersucht:

  • Arbeitsorganisation und -prozesse flexibler gestalten;
  • online arbeiten vor Ort beim Kunden oder auf der Baustelle: Recherchen, Verfügbarkeitsprüfungen oder Materialbereitstellung beim Großhändler durchführen;
  • digitale Produktions-und Prozesstechnologien einsetzen;
  • Investitionen in Hard-und Software, Infrastruktur inkl. Wartung und Pflege sowie IT-Sicherheit entscheiden;
  • digitale kaufmännische und administrative Prozesse gestalten;
  • Markttransparenz sichern, soziale Netzwerke und Bewertungsportale nutzen;
  • Online-Beratung/-Handel, E-Marketing, individualisierbare Kundenbetreuung, Vergabeplattformen nutzen sowie
  • branchenübergreifende Datenbanken, Personalmarketing, Learning on demand, Blended Learning Angebote anwenden.

Aufbauend auf ihren Erkenntnissen wird die HWK Berlin Hinweise zur Aktualisierung der Berufsbilder und zur Modernisierung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen (ÜLU) erarbeiten und pilothaft erproben. Parallel dazu leitet sie Qualifizierungsbedarfe für das Ausbildungspersonal in den Berufsbildungsstätten ab. Darauf aufbauend entwickelt sie Weiterbildungsbausteine für das Ausbildungspersonal. Diese Bausteine können für die beiden betrachteten Gewerke, aber auch Gewerke-übergreifend genutzt werden. Die HWK Berlin stellt ausgewählte Lernbausteine zu den entwickelten und erprobten Ausbildungsangeboten über eine Lernplattform auf www.foraus.de zur Verfügung.

Das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung:

Mit dem Sonderprogramm beschleunigt das BMBF die Digitalisierung in der Fachkräfteausbildung. Es unterstützt die ÜBS dabei, digitale Ausstattung zu beschaffen. Zudem werden acht Pilotprojekte in KomZet gefördert. Sie identifizieren und analysieren Qualifizierungsbedarfe und entwickeln die überbetriebliche Berufsausbildung weiter, wo erforderlich. Ihre Erkenntnisse stellen sie anderen ÜBS zur Verfügung. Die Pilotprojekte laufen bis einschließlich Juni 2019.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet das Sonderprogramm im Auftrag des BMBF.

Ihr Kontakt bei Fragen zu den Pilotprojekten:
Frau Stefanie Weyh
Arbeitsbereich 3.4
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
+49 228 99666-1067
weyh@bibb.de

Der Projektpartner:
Handwerkskammer (HWK) Berlin

Die HWK Berlin bietet mit ihren beiden Bildungsstätten

  • dem Bildungs-und Technologiezentrum (BTZ) sowie dem
  • Bildungs-und Innovationszentrum Bernau-Waldfrieden (BIZWA)

ein umfangreiches Angebot der Aus-und Weiterbildung. Es umfasst die Bereiche Elektrotechnik, Gerüstbau, Installateur und Heizungsbau, Maler-und Lackierer, Holztechnik, Zahntechnik, Wirtschaft und Recht.
Als KomZet Zukunftstechnologien im Handwerk agiert die HWK Berlin als Mittler zwischen Wissenschaft und Forschung sowie den Gewerken des Handwerks. Ziel ist es, innovative Technologien schneller zu transferieren und so die Handwerksbetriebe in neuen Tätigkeits-und Geschäftsfeldern zu unterstützen.
Die HWK verzahnt ihr KomZet, ihre weiteren Fachbereiche sowie die Innungen. In technologieorientierten Netzwerken beschreitet sie neue Wege des integrativen Innovationstransfers. So fördert sie die Zukunftsfähigkeit der Handwerksbetriebe und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.