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Das Projekt HAND

Handwerkliche Ausbildung unterstützt durch den nachhaltigen Einsatz von digitalen Medien

Der Auszubildende lernt, wie er einen Heizungsregler mit Tablet und Hersteller-App konfiguriert.
Der Auszubildende lernt, wie er einen Heizungsregler mit Tablet und Hersteller-App konfiguriert.© Handwerkskammer OsnabrückEmsland-Grafschaft Bentheim

Die Digitalisierung stellt neue Herausforderungen an das Installateur- und Heizungsbauerhandwerk. Einerseits setzt die zunehmende Kommunikationstechnologie mehr und mehr das Know-how digitaler Steuerungs- und Überwachungstechniken voraus, Smart Home Technologien in der Sanitär-, Heizungs-und Klimatechnik (SHK) werden immer wichtiger. Andererseits muss sich insbesondere das Installateur- und Heizungsbauerhandwerk daran orientieren, Planungsprozesse und betriebliche Abläufe digital und mobil auf der örtlichen Baustelle abzubilden. Wie müssen nun zukünftige Ausbildungsinhalte aussehen, um die Auszubildenden für den/die SHK-Anlagenmechaniker/in und die Betriebe der Versorgungstechnik langfristig zu unterstützen? Welche digitalen Techniken und Verfahren setzen die Betriebe aktuell und in welchem Maß ein, welche werden zukünftig relevant sein?

Diesen Fragen widmete sich das Projekt „HAND - Handwerkliche Ausbildung unterstützt durch den nachhaltigen Einsatz von digitalen Medien“, das vom Berufsbildungs-und TechnologieZentrum (BTZ) Osnabrück der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim durchgeführt wird.

Das Projektteam führte zunächst Fallstudien in SHK-Betrieben durch, um die Digitalisierungsprozesse im Allgemeinen und die daraus abgeleiteten erforderlichen digitalen Kompetenzen zu eruieren. Darauf basierend wurde ein Rahmenkonzept zur digitalen Transformation für sechs Lehrgänge der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) weiterentwickelt, durch digitale Elemente angereichert, erprobt und schließlich in die Lehrgänge übernommen. Dort wurden unterschiedliche digitale Elemente eingesetzt: eine Branchensoftware, ein Lernmanagementsystem, digitale Branchenwerkzeuge, fachliche und überfachlicher digitale (Lern-)Medien.

Gleichzeitig entwickelten die Projektmitarbeiterinnen und –mitarbeiter ein Train-the-Trainer-Seminarkonzept. In dieser Blended-Learning-Schulung wird die Medienkompetenz gestärkt und Einsatz digitaler Instrumente innerhalb der ÜBA erprobt. Ziel ist, das Ausbildungspersonal für den Umgang mit den digitalen Medien und Werkzeugen zu qualifizieren. Das Seminarkonzept wurde während der Projektlaufzeit mehrfach erprobt, stetig weiterentwickelt und wird vom BTZ für weitere Interessierte zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden in einem Workshop gemeinsam mit Ausbilderinnen und Ausbildern Konzepte zur Integration von digitalen Ausbildungsmitteln entwickelt, die in einem Transferleitfaden bereitgestellt werden.

Die Ergebnisse des Projekts stießen branchenweit auf großes Interesse, so dass das Projektteam am Ende der Laufzeit ein bundesweites Netzwerk aus SHK-ÜBS initiierte, das sich zukünftig und unabhängig von Förderlaufzeiten über aktuelle Themen und Ergebnisse austauschen wird.

Das BTZ Osnabrück stellt ausgewählte Lernbausteine zu den entwickelten und erprobten Ausbildungsangeboten über eine Lernplattform auf www.foraus.de zur Verfügung.

Das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung:

Mit dem Sonderprogramm beschleunigt das BMBF die Digitalisierung in der Fachkräfteausbildung. Es unterstützt die ÜBS dabei, digitale Ausstattung zu beschaffen. Zudem werden acht Pilotprojekte in KomZet gefördert. Sie identifizieren und analysieren Qualifizierungsbedarfe und entwickeln die überbetriebliche Berufsausbildung weiter, wo erforderlich. Ihre Erkenntnisse stellen sie anderen ÜBS zur Verfügung. Die Pilotprojekte laufen bis einschließlich Juni 2019.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet das Sonderprogramm im Auftrag des BMBF.

Ihr Kontakt bei Fragen zu den Pilotprojekten:
Frau Stefanie Weyh
Arbeitsbereich 3.4
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
+49 228 99666-1067
weyh@bibb.de

Der Projektpartner:
Berufsbildungs-und Technologiezentrum (BTZ) Osnabrück

Das BTZ Osnabrück ist regionaler und mit dem KomZet Versorgungstechnik auch überregionaler Anbieter für Aus-und Weiterbildung mit hohem fachtheoretischem und fachpraktischem Anspruch. Als KomZet Versorgungstechnik -an der Schnittstelle zwischen SHK-und Elektrohandwerk -verfolgt das BTZ die technologischen Entwicklungen insbesondere unter den Aspekten der Energieeffizienz und Digitalisierung. Das BTZ entwickelt innovative Lehrgangsangebote zu den Themen der Kraft-Wärme-Kopplung und Gebäudeleittechnik. Es integriert zunehmend digitale Medien in seine Lehrgänge und setzt damit neue Impulse für flexibles Lehren und Lernen.