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Nachhaltigkeit in der Berufsausbildung etablieren - Modellprojekt ANLIN stellt erstes Modul eines Qualifizierungskonzepts vor

© tilialucida - Fotolia.com

Unter dem Namen ANLIN (Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie) hat Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH zusammen mit weiteren Verbundpartnern das erste Modul eines Qualifizierungskonzeptes vorgestellt, mit dem Nachhaltigkeit in der Berufsbildung integriert werden soll. Das Konzept und die Meilensteinplanung wurden dem regionalen Beirat vorgestellt, der das Vorhaben praxisorientiert begleitet und der sich bei der Gelegenheit konstituierte.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) fördert im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) 12 Verbundprojekte im Rahmen des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2015–2019“ (BBNE). Es handelt sich um Modellprojekte, die in der dualen Ausbildung Konzepte eines nachhaltigen Lernortes erproben und eine nachhaltigkeitsorientierte Organisationsentwicklung ermöglichen sollen. Das Modellprojekt ANLIN gehört zu Förderlinie II, die sich mit Gestaltungslösungen für nachhaltige Lernorte beschäftigt.

In den 12 Verbundprojekten sind 27 Verbundpartner beteiligt. Die Interdisziplinarität der Akteure sowie eine enge Kooperation mit Betrieben, Ausbildungseinrichtungen und Promotoren zur Sicherung des Transfers waren wichtige Kriterien bei der Auswahl der Projekte.

Das Projekt ANLIN beinhaltet ein Konzept zur nachhaltigen Gestaltung von Lernorten im dualen System der Berufsbildung für die chemische Industrie: Das Projekt verknüpft für Akteure der dualen Berufsausbildung eine Organisationsentwicklungsstrategie mit einem darauf bezogenen Personalentwicklungskonzept.

Verbundpartner des Projektes ANLIN sind:

  • das Qualifizierungsförderwerk Chemie,
  • das Institut für nachhaltige Berufsbildung und Management Service GmbH (Hannover),
  • das Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft e.V. (Wittenberg) und
  • Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH, Frankfurt.

Das Modellprojekt will dazu beitragen, die Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung in Lehr- und Ausbildungsplänen, in der Aus- und Weiterbildung des Lehr- und Ausbildungspersonals sowie in den Lernorten der beruflichen Bildung strukturell zu verankern. Dazu werden Lehr- und Lernmodule für Auszubildende und das Ausbildungspersonal entwickelt und erprobt. Die ersten Basismodule für Ausbildungskräfte stehen als Workshops seit Dezember 2016 auf dem Programm.

Die Auszubildenden werden Anfang 2017 mit den ersten Lernmodulen zur Nachhaltigkeit in Berührung kommen. Als erste Testgruppe werden 16 Auszubildende des Produktionsberufes Chemikant des Spezialchemieunternehmens Clariant von Provadis ausgebildet. Neben den Praxispartnern aus Unternehmen sind auch die Chemieverbände Hessen und die IG BCE aus der Initiative "Chemie hoch drei" mit dabei.

Das Modellprojekt startete im Juni 2016 und soll im März 2019 enden und wird an den Standorten Frankfurt a.M. und Wittenberg durchgeführt. Ziel ist es, etwa 30 Ausbildungs- und Lehrkräfte sowie mindestens 60 Auszubildende zu qualifizieren. Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) begleitet und berät den Modellversuch wissenschaftlich.

Die Erfahrungen aus der dem Modellversuch aus der Chemiebranche möchte die IHK Frankfurt nutzen, um nachhaltiges Wirtschaften in die Aus- und Weiterbildung anderer Branchen zu integrieren. Neben der Modellregion Hessen/Frankfurt unter der Regie von Provadis gibt es eine weitere Modellregion in Sachsen-Anhalt/Wittenberg, die vom Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft gestaltet wird.

 

Weitere Informationen

Pressemitteilung Lebenslanges Lernen vom 23.01.2016

Webseite zum Projekt ANLIN

Informationen über die BIBB-Modellversuche zum Thema: Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung