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Einsatz von QR-Codes in der Berufsausbildung am Beispiel der Berufe in der Abwassertechnik

© A-HA, Experts for Training!

In einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekt wurde der Einsatz von QR-Codes in der Aus- und Fortbildung von Fachkräften in der Abwassertechnik erfolgreich getestet. Ziel war es, dem Ausbildungspersonal Hilfestellungen für die tägliche Arbeit mit den Auszubildenden zu geben. Dazu wurden Ausbildungsinhalte im Bereich der Abwassertechnik mit den technischen und mediendidaktischen Möglichkeiten die Smartphones und Tablets bieten, verknüpft. Die mit entsprechenden Ausbildungsinhalten hinterlegten QR-Codes werden dabei direkt am jeweiligen betrieblichen Ausbildungsort bereitgestellt.

Ausgangspunkt des einjährigen Projekts war die Überlegung, die „Generation Facebook“ mit ihrer hohen Affinität zu Smartphones und Tablets und einer dadurch bedingten neuen Art der Informationsaufnahme und -verarbeitung gezielt über diese Medien anzusprechen und zu motivieren. Ausbildungsinhalte der Fachkräfte für Abwassertechnik wie technische Informationen und Verfahrensabläufe in einem Klärwerk wurden dazu didaktisch aufbereitet und circa 15 QR-Codes zugeordnet.

Um die Lerninhalte direkt mit der Praxis zu verknüpfen, sind diese QR-Codes unmittelbar an den verschiedenen Lernobjekten wie bspw. technischen Anlagen im Klärwerk angebracht. Der Abruf der relevanten Informationen erfolgt also immer dort, wo der praktische Bezug herzustellen ist. Das heißt, die Auszubildenden rufen den technischen Zusammenhang über den QR-Code auf und können die vermittelte Theorie sofort mit den örtlichen Gegebenheiten vergleichen und damit ihren eigenen Wissensstand überprüfen und erweitern. Eine abschließende Wissensabfrage zeigt, ob das Gelernte verstanden wurde und kann auch zur Prüfungsvorbereitung genutzt werden.

Folgende Ziele sollten mit dem Projekt erreicht werden:

  • die Kläranlage (Pilotanlage) zu einem interaktiven Lernort zu gestalten
  • Aus- und Weiterbildungsinhalte vor Ort bereitzustellen und zentral abrufbar zu machen
  • ca. 15 QR-Codes mit Informationen auszustatten, um die relevanten Verfahrensabschnitte zu erläutern
  • visualisieren technischer Zusammenhänge (Piktogramme, Magnetkarten, Bildgalerien, Video- und Audiodateien, Glossar)
  • Überprüfung des didaktischen Konzepts durch eine Versuchsphase

Der dreimonatige Probebetrieb fand in den Kläranlagen Bonn, Köln, Nürnberg und Wiesbaden statt und wurde nach Abschluss der Testphase über eine Befragung ausgewertet. Die ermittelte Weiterempfehlungsquote von 80 % der Befragten zeigt deutlich, dass die Ziele des Projekts erreicht wurden und diese Art der Vermittlung von Lerninhalten sehr positiv aufgenommen wird. Kleinere Probleme, wie der benötigte Internetzugang und ein entsprechendes Datenvolumen werden in einigen Jahren keine Rolle mehr spielen, so die Einschätzung des Projekts. Der Einsatz digitaler Medien direkt vor Ort in der Praxis, trägt dazu bei, schnell und effektiv zu lernen und weckt darüber hinaus die Lust am Lernen. Mit den QR-Codes wird eine Verknüpfung zwischen theoretischen Lerninhalten und der täglichen Praxis verwirklicht. Die Informationen liegen dann vor, wenn sie vom Anwender benötigt werden.

Auch die Kläranlagenbetreiber sind von den QR-Codes und den damit vermittelten Lerninhalten überzeugt. Neben dem Einsatz in der Berufsausbildung bietet sich auch die Nutzung durch Fachkräfte oder in der Weiterbildung an. Hierzu wäre es sinnvoll, weitere Inhalte bspw. in Form von Lösungsmöglichkeiten bei Betriebsstörungen anzubieten. Viele Betreiber können sich die QR-Codes aber auch gut im öffentlich zugänglichen Raum vorstellen, um interessierte Besucher über technische Anlagen wie bspw. eine Pumpstation, ein Hochdruckspülwagen oder eine Fischtreppe zu informieren.

 

Weitere Informationen

Webseite des Projekts

Flyer zum Projekt "QR-Codes Abwassertechnik" (PDF-Datei)

Imagefilm "QR-Codes Abwassertechnik" auf YouTube