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Unternehmerische Selbstständigkeit in der Berufsausbildung

Kfz-Mechatroniker wechselt Autoreifen
© Westend61 - Fotolia.com

Unternehmerische Potenziale lassen sich auch in der Berufsausbildung durch geeignete Methoden fördern, so dass positive Eigenschaften wie Selbstständigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft bei den Auszubildenden deutlich gesteigert werden.

Vorbemerkung

Wolfgang Kaiser, Leiter der Kochlöffel Franchise GmbH beschreibt Unternehmer wie folgt:

„Sie besitzen ein hohes Maß an sozialer Kompetenz. Diese hilft ihnen zum Beispiel dabei, bei den Mitarbeitern als Führungsperson respektiert zu sein. Sie trauen ihren Mitarbeitern etwas zu, geben Hilfestellungen, korrigieren, loben und nehmen auch Persönliches ernst. Einher geht dies meist damit, dass sie eher extrovertiert und gute Kommunikatoren sind, die den Mitarbeitern ihr Anliegen oder den Kunden ihr Produkt oder ihre Dienstleistung "rüberbringen" können. Sie springen ein, wo gerade Not ist, sie kümmern sich um den Kunden oder Gast. Erfolgreiche Unternehmer zeichnet auch aus, dass sie über Pläne verfügen und über eine Vorstellung davon, was konkret dafür zu tun ist. Dabei zeigt sich eine weitere Charaktereigenschaft: Sie vereint eine ausgewogene Kombination aus Sicherheitsdenken und Wagnis. Gerade in krisenhaften Situationen, die jeder Unternehmer früher oder später durchmacht, versetzt sie dies in die Lage, Auswege aus der Krise zu finden und zu meistern.“

 

Was wird gebraucht, um Unternehmer zu sein?

dreidimensionales Qualifikationsprofil
Dreidimensionales Qualifikationsprofil

Schon aus dieser Beschreibung lassen sich eine ganze Reihe von Fähigkeiten und Eigenschaften ableiten, die im Wesentlichen fachliche, methodische und soziale Kompetenzen umschließen. Im Ergebnis eines Forschungsprojekts des Bundesinstituts für Berufsbildung kommt Frau Paulini-Schlottau zu einer differenzierten Analyse von Unternehmerqualifikationen: 

Den Kern der Unternehmerqualifikation bilden:

  • Kentnisse über Finanzierung, Marketing und Kostenrechnung/Controlling,
  • Fähigkeit der Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und Kapitalgebern,
  • Anwenden können von Instrumenten des Marketings,
  • Wissen zur Preisgestaltung sowie
  • Kenntnisse über die Standortwahl und das Realisieren einer strategisch ausgerichteten Unternehmensführung.

Unternehmerinnen und Unternehmer benötigen darüber hinaus weitere methodische und soziale Qualifikationen wie:

  • Entscheidungsfähigkeit und Flexibilität sowie
  • die Fähigkeit zu planen, zu organisieren und sich Ziele zu setzen.

(vgl. Hannelore Paulini-Schlottau, Qualifizierung zur unternehmerischen Selbständigkeit,
In: BIBBforschung, 5.Jh.gang, Heft 4/2004, Oktober 2004)

Unternehmer sein - kann das gelernt werden?

Da es sich es sich bei der Förderung der unternehmerischen Selbstständigkeit um einen zusammengesetzten Lernzielkatalog handelt, bei dem es um Wissen und Verhalten gleichermaßen geht, sind nicht alle Methoden zur Unterstützung der berufspädagogischen Ziele geeignet. Instruktive Lernformen sind für diese Ziele eher ungeeignet.

Learning by doing

Es wäre wider jede Erfahrung, wenn wir annehmen, dass aus jedem guten Klavierunterricht ein Wolfgang Amadeus Mozart hervorgehen kann. Genauso wenig ist es möglich – und sei das Methodenset noch so differenziert – aus allen Menschen erfolgreiche Unternehmer zu machen.

Wie die bisherige Erfahrung zeigt, ist es aber möglich, unternehmerische Potenziale die alle Menschen mehr oder weniger besitzen durch dafür geeignete Methoden so zu fördern, dass Unternehmereigenschaften wie der Grad an Selbstständigkeit, an Kommunikationsfähigkeiten, Verantwortungsbereitschaft etc. deutlich gesteigert werden kann.

Um eine möglichst tiefe handlungs- und verhaltensbezogene Verinnerlichung zu erzielen, müssen Methoden herangezogen werden, die

  • das planvolle Handeln fordern und fördern
  • in realitätsnahen und sozialen Kontexten realisiert werden
  • Ergebnisse zum Ziel haben, die einen wirklichen Gebrauchswert darstellen. (vgl. Dewey und Kilpatrick)

Die Methodenkonzepte Juniorfirma und Projektarbeit erfüllen diese Anforderungen und versprechen insbesondere mit Blick auf die Förderung der unternehmerischen Selbstständigkeit einen wirkungsvollen Beitrag. Im Folgenden werden sie kurz vorgestellt.

Die Juniorfirma

 Leute sitzen zusammen und lernen mit Laptop und Unterlagen
© contrastwerkstatt - Fotolia.com

Integrierte Arbeitsprozesse erleben und gestalten

Eine Juniorfirma ist ein Betrieb im Betrieb. Die Auszubildenden führen die Juniorfirma selbst und zwar in Strukturen und mit umfassenden Aufgabenstellungen, wie sie auch im wirklichen Unternehmen zu beobachten sind. Wichtige Unterscheidungsmerkmale zu anderen Ausbildungsmethoden: Die Juniorfirma arbeitet mit realen Budgets und will tatsächlich Waren oder Dienstleistungen im Markt wenigstens kostendeckend manchmal auch ertragsorientiert absetzen. In der Regel ist eine Juniorfirma auf Dauer angelegt – wenigstens dann, wenn es sich um betriebliche und nicht um schulische Juniorfirmen handelt. Die Juniorfirma kann darüber hinaus auch als eigene juristische Person (GmbH, AG o.a.) konstituiert werden.

 

Fallbeispiel ADC Krone

Organigramm Juniorfirma
Organigramm der Juniorfirma bei der Firma ADC Krone

Sehen wir uns eine solche Struktur einmal am Beispiel des Organigramms der Juniorfirma bei der Firma ADC Krone im Jahr 2002 an. 

Azubis erstellen eigene Produkte, die firmenintern verkauft werden

Die Juniorfirma bei ADC Krone „beschäftigt“ neben Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Berater im Jahr 2002 jeweils zwei „Azubis“ in den Bereichen Personal, Finanzen, Einkauf, Vertrieb und Werbemittel. Vier „Azubis“ arbeiten in der Produktion von elektrotechnischen und Metallprodukten, die als Werbegeschenke verkauft werden.

Der Zielmarkt der Juniorfirma ist im Wesentlichen betriebsintern definiert und umschließt die Mitarbeiter der Krone GmbH respektive die Abteilungen der Muttergesellschaft, die ihrerseits ihren Kunden die Produkte aus der Produktion der Juniorfirma als Werbegeschenke zukommen lässt. Die Abteilungen kaufen die Produkte der Juniorfirma zu Preisen ab, die durch die Juniorfirma selbst kalkuliert wurden.

Zu den Produkten zählen beispielsweise Kerzenständer, Krawattennadeln, USB-Sticks und als Highlight eine „Berlin-Uhr“.

Daneben gibt es ein zweites Geschäftsfeld, in dem die Juniorfirma als Dienstleister für die Muttergesellschaft operiert. Sie beschafft bedarfsorientiert weitere Werbegeschenke, die von den Abteilungen angefordert werden und tritt hier gegenüber der Muttergesellschaft als Händler/Lieferant auf.

Welche Rolle haben die Ausbilder und Ausbilderinnen?

junge Leute lernen im Team
© Robert Kneschke - Fotolia.com

Moderieren statt belehren

Das Ausbildungspersonal tritt im Rahmen der Juniorenfirma üblicherweise in einer zurückhaltenden Moderatorenrolle auf. Alle Tätigkeiten wie Planen, Informieren, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Auswerten sollten möglichst auf die Auszubildenden übertragen werden.

Fehler sind durchaus erwünscht und sind Anlass für reflektierende Gespräche z.B. im Rahmen von regelmäßigen „Betriebsversammlungen“, in denen die Ausbilder als Ratgeber hinzugezogen werden. Vorauseilender Rat oder gar aktive Mitsteuerung der diversen Prozesse, womit versucht werden soll, mögliche Fehlentscheidungen und Konflikte im Vorfeld zu vermeiden, ist tendenziell eher kontraproduktiv und verhindert die Entwicklung von Fertigkeiten und Fähigkeiten bei den Azubis. 

Erste praktische Schritte zur Juniorfirma und welche Lernziele unternehmerischer Selbstständigkeit damit verbunden werden können

Wenn der Impuls zur Einrichtung einer Juniorfirma aus der Ausbildungsabteilung kommt, ist es zunächst am wichtigsten die Geschäftsführung des „Mutterunternehmens“ für den eigenen Plan zu gewinnen. Letztlich funktioniert dies auch nicht sehr viel anders als im „wirklichen“ Gründerleben: Zunächst wird ein Business-Plan erstellt. Schon in dieser Phase werden in erheblichem Umfang Fähigkeiten erworben, die mit den eingangs genannten Lernzielebenen korrespondieren.

Im eben beschriebenen Beispiel dominieren die fachlichen Lernziele. In weiteren „betrieblichen“ Abläufen, die auf die Gründungsphase folgen, werden die sozialen und methodischen Qualifikationen bedeutsamer, weil dann vermehrt situativ gearbeitet wird und auf strategische Fehleinschätzungen und operative Fehler oftmals konfliktträchtige Situationen folgen, die die sozialen und methodischen Kompetenzen stärker fordern.

Projektmethode

Azubis bei Projektarbeit
© Westend61 - Fotolia.com

Nicht immer ist es möglich ein Ausbildungsszenario zu entwickeln, wie es am Beispiel der Juniorfirma dargestellt wurde. In kleinen Ausbildungsbetrieben fehlt die Menge der Auszubildenden, um sehr zergliederte arbeitsteilige Prozesse darzustellen. Es fehlt vielleicht auch an einer entsprechenden Mischung aus kaufmännischen und gewerblich-technischen Ausbildungsberufen. Möglicherweise fehlt es aber einfach auch an der notwendigen Zeit: Die Ausbilder erfüllen diese Funktion nebenberuflich, und die Auszubildenden selbst sind in die Produktionsprozesse des Unternehmens stark involviert. Liegen solche Ausgangsbedingungen vor, ist es u.U. sehr schwierig, ein auf Dauer und Komplexität angelegtes Ausbildungsprojekt durchzuführen. Wenn dies so ist, muss auf die Förderung der eingangs genannten Kompetenzen dennoch nicht gänzlich verzichtet werden. Mit Hilfe von Projekten lassen sich einige der Ziele, insbesondere die Förderung selbständigen Handelns, dennoch unterstützen.

In der heutigen Ausbildungspraxis finden sich Spuren dieser Idee insbesondere in Berufsausbildungen, die Kreativität und ein erhebliches Maß an Problemlösekompetenzen in komplexen sachlichen Zusammenhängen verlangen. Am Ende der Ausbildung zum IT-Kaufmann/Kauffrau werden Projektarbeiten als Teil der Prüfungsleistung abgegeben, wobei in Abstimmung zwischen Betrieb, Auszubildenden und Prüfern das Projektziel definiert wird. Bei den Mediendesignern wird wie in Handwerksberufen ein „Gesellenstück“ gefertigt, um zu zeigen bis zu welchem Reifegrad die Gestaltungsfertigkeiten entwickelt wurden.

Möglicherweise müssen die Projektergebnisse dann noch – wie im Fall der IT-Kaufleute – mündlich vorgetragen und „verteidigt“ werden. Spuren der Projektmethode tragen diese Ansätze deshalb, weil sie häufig nur im Rahmen der Prüfung zur Geltung kommen und weil es schlussendlich betrachtet Ergebnisse sind, die auf der Basis individualisierter Arbeits- und Lernprozesse realisiert werden.

Der soziale Charakter, den die Projektmethode kennzeichnen sollte, ist häufig nur sehr schwach entwickelt. Es wird auch in Zukunft nicht sicherzustellen sein, dass alle mit der Projektmethode in idealtypischer Form verbundenen Ziele realisiert werden können. Selbst wenn in einem Betrieb nur ein Auszubildender ausgebildet wird, können mit den anderen Teilaspekten der Projektmethode, wie sie oben ausgeführt wurden, schon große Fortschritte beispielsweise mit Blick auf die Lern- und Arbeitsmotivation und auch mit Blick auf selbstverantwortliches, zielgerichtetes Handeln erzielt werden.

Förderung der unternehmerischen Selbstständigkeit mit der Projektmethode am Beispiel eines Medienprojektes

Medienprojekt in der Planungsphase
© baranq - Fotolia.com

Grob können vier zentrale Phasen in der berufspädagogischen Projektarbeit unterschieden werden:

  1. Vorbereitungs- und Einstiegsphase
  2. Planungsphase
  3. Realisationsphase
  4. Auswertungs- und Reflexionsphase

Im Folgenden wird das Beispiel zeigen, wie insbesondere selbstverantwortliches und selbstständiges Handeln im Verlauf einer Medienproduktion gefördert werden kann, an der ein Auszubildender gleichberechtigt beteiligt ist. Kaufmännische Teilaspekte sind in diesem Zusammenhang weniger von Bedeutung als dies bei dem Konzept Juniorfirma der Fall war. Es ist aber auch nicht immer möglich und manchmal auch nicht wünschenswert, alle Teilaspekte unternehmerischer Selbstständigkeit in einem Projekt zu realisieren. Es macht durchaus Sinn, in verschiedenen Projekten verteilt über die Ausbildungszeit mit immer neuen Akzenten die Gesamtpalette der Bildungsziele anzusprechen.

Arbeitsaufgaben strukturieren, abstimmen und verbindlich zuweisen

In der Vorbereitungs- und Einstiegsphase geht es im Ergebnis um die Diskussion und verbindliche Definition des Projektauftrages. Es ist dabei wichtig:

  • den zeitlichen Rahmen,
  • die Arbeitsteilung sowie
  • die organisatorischen Abläufe zwischen den Teilaufgaben eindeutig und klar zu definieren und verbindlich festzulegen.

 

Beispiel

In einer Medienagentur soll ein „multimedialer Golfregeltrainer“ in Kooperation zwischen einem Textautor, einem Filmteam und einem Mediendesigner unter Führung eines Art Directors als App produziert werden. Der/die Auszubildende wird als vollwertiger Mediendesigner für die operative Umsetzung im Bereich Grafikgestaltung, Bild- und Filmbearbeitung und Programmierung integriert, nimmt an der Initialsitzung teil, bei der der Projektauftrag klar umrissen und die Arbeitsaufgaben mit entsprechender Zeitvorgabe zugewiesen werden. Als „Projektberater“ steht dem Auszubildenden der Art Director während der ganzen Produktionszeit zur Verfügung, allerdings in einer passiven Rolle, die nur dann aktiviert wird, wenn der Auszubildende selbst nachfragt und dann auch nur so, dass Hinweise auf mögliche Quellen gegeben werden, die zur Problemlösung herangezogen werden können. Ansonsten obliegt dem Art Director die Führung des Gesamtteams, und zwar so, dass der/die Auszubildende als reguläre Arbeitskraft allseitig anerkannt und auch respektiert wird. 

Differenzierte Arbeitsziele im Arbeitsgebiet ausarbeiten und Arbeitsschritte selbständig planen

In der Planungsphase werden die Arbeitsziele je Arbeitsgebiet weiter differenziert. Diese Arbeit geschieht auf der Basis der groben gemeinsamen Zielplanungen des Teams zunächst selbstverantwortlich in jedem Arbeitsgebiet. Des Weiteren geht es darum, die Abfolge einzelner Arbeitsschritte zu klären und sich damit auseinanderzusetzen, welche Voraussetzungen geschaffen sein müssen, um das Projekt erfolgreich realisieren zu können. Natürlich geht es darum, wenn nötig diese beispielsweise räumlichen oder infrastrukturellen Voraussetzungen selbst zu schaffen. 

Das Projekt „Golfregeltrainer“ wurde auf einen Projektzeitraum von drei Monaten beschränkt. Als erster „milestone“ im Rahmen der globalen Projektplanung wurde die Erstellung eines Prototypen verabredet, der nach zwei Wochen fertig sein sollte.

Der Mediendesigner hat die Aufgabenstellungen für diesen Zeitraum und deren Abfolge selbst zu definieren und genau wie alle anderen Teambeteiligten bezogen auf sein Arbeitsgebiet die Voraussetzungen für die folgende Produktionsphase zu klären. Ergebnisse der Überlegungen (beispielsweise ein so genanntes Scribble des Erscheinungsbildes der App-Oberfläche mit Farbwahl, Wahl der Typografie, grundsätzlicher Aufbau der Oberflächenstruktur, der Menuführung etc.) werden in einer Teamsitzung zu Anfang der Prototypphase schriftlich als Präsentation vorgelegt und mündlich erläutert. 

Selbstverantwortliche Ausarbeitung von Lösungen

In der Realisationsphase für den Prototypen werden die gesetzten und abgestimmten Teilziele Schritt für Schritt realisiert und zunächst nach eigenen Gütekriterien kontrolliert. Gegebenenfalls wird die Hilfe des Gesamtteams oder des Art Directors beansprucht. 

Eigenständig programmiert der Mediendesigner einen Layoutentwurf mit interaktiven Funktionalitäten, so dass ein realistisches Bild des späteren Produktes entsteht. Er/sie kommuniziert aktiv mit den anderen Teammitgliedern und verwertet Zug um Zug die zugelieferten Medienobjekte, Texte und Grafikentwürfe. In Abstimmung mit den festgelegten Gütekriterien wird das Gesamtbild geprüft, das nun sukzessive entsteht. Eventuelle Probleme werden entweder eigenständig gelöst oder, wenn Grundsätze der Entwicklungs-“philosophie“ berührt werden, im Rahmen von regelmäßig stattfindenden kurzen Teamsitzungen zur Kenntnis gegeben und lösungsorientiert diskutiert. 

Selbstständige, überzeugende Präsentation von Arbeitsergebnissen

Die Abschlussphase dient dazu, auf den vollzogenen Gesamtprozess zurückzuschauen und ggf. Optimierungsmöglichkeiten für die Prozessabläufe zu identifizieren, die dazu dienen, zukünftig Zeitverzögerungen und Konflikte zu vermeiden. 

Bestenfalls wird der geschaffene Prototyp des „Golfregeltrainers“ aus den verschiedenen arbeitsteiligen Perspektiven von allen Beteiligten dem verantwortlichen Projektleiter, ggf. auch einem Kunden, präsentiert. Ziel ist die Projektabnahme, so dass im Produktionsprozess in der Breite weiter gearbeitet werden kann oder das Projekt zu einem Abschluss kommt. Wichtig ist, dass zu diesem Zweck auch eine ausführliche Dokumentation der Arbeitsergebnisse vorgenommen wurde, damit ein Abnahmeprozess qualifiziert vollzogen werden kann. 

Fazit

Beide vorgestellten methodischen Ansätze sind als Anregung zu verstehen, um mehr Handlungsorientierung in der beruflichen Ausbildungspraxis zu gewährleisten. Bei der Juniorfirma, die auch im kleineren Rahmen als Projekt „Eine Abteilung eigenständig leiten“ gut umgesetzt werden kann, wird eine realitätsnahe Lernwelt eröffnet, die den Auszubildenden in starkem Maße die gesamte Unternehmenswelt in ihren betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen erfahrbar werden lassen. Mit der Projektmethode lassen sich Teilprojekte auch für Einzelauszubildende oder kleine Ausbildungsgruppen realisieren, die zwar nicht die Reichweite der Ziele einer Juniorfirma erreichen, dafür aber, wenn sie in der betrieblichen Wirklichkeit stattfinden, eine starke Wirkung auf die Förderung der selbstverantwortlichen Arbeit entfalten.