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Mind-Mapping als lernunterstützende Hilfe

Mind-Mapping
© dizain - Fotolia.com

Mind-Mapping ist eine Methode, die Effektivität mit Kreativität verbindet und gleichzeitig größere Klarheit durch Präzision und Visualisierung in der Gedankenentwicklung ermöglicht. Auch in der Ausbildung lässt sich Mind-Mapping zur Unterstützung von Lernprozessen einsetzen.

Mind-Mapping kann Auszubildenden helfen:

  • sich selbst zu organisieren,
  • ihre Gedanken zu ordnen,
  • ihre Vorstellungskraft zu entwickeln und
  • ihre Merkfähigkeit zu steigern.

 

Warum sollte Mind-Mapping das können?

Einfach gesagt: Mind-Mapping ist eine bestimmte Art, sich Notizen zu machen. In das Zentrum (den Baum) stellt man das Thema und von dort aus verzweigen sich dann in Ästen die Gedanken zu diesem Thema. Die Methode entstand aus Erkenntnissen der modernen Hirnforschung. Man hat herausgefunden, dass, obschon jede Gehirnhälfte bei bestimmten Aktivitäten dominiert, trotzdem beide über grundsätzliche Fähigkeiten auf allen Gebieten verfügen.

 

Linke Hirnhälfte  Rechte Hirnhälfte 
  • Worte
  • Logik
  • Zahlen
  • Folge
  • Linearität
  • Analyse
  • Listen
  • Vorstellungsvermögen
  • Mehrdimensionalität
  • Gestalt
  • Wachträume
  • Rhythmus
  • Farbe

 

Bezeichnet man also jemanden als von der einen oder anderen Hirnhälfte dominiert, begrenzt man seine Fähigkeiten zur Entwicklung neuer gedanklicher Strategien. Vielmehr ist es richtiger zu sagen, dass man die nicht dominierenden geistigen Fähigkeiten entwickeln kann.

Mind-Mapping schafft einen Zugang zu diesen Fähigkeiten und hilft sie entwickeln, und zwar beim Notieren von Sachverhalten. Lineare Standardnotizen sind weltweit die gängigste Form, etwas festzuhalten.

 

Praxis: Beispiel Arbeitssicherheit

Sie führen mit Auszubildenden ein Lehrgespräch und erarbeiten gemeinsam Aspekte zum Thema "Arbeitssicherheit", die an einem Flipchart notiert werden.

 

 A Regeln
 B Kleidung
C Verantwortung
Gesetze
Verordnungen
Betriebliche Auflagen
Vermeidung von Gefahren
Schutzkleidung
Schutzbrille
Handschuhe
Für sich selber
Für andere
Betrieb für die Mitarbeiter

  

Stilarten

Die wichtigsten Stilarten, sich etwas zu notieren oder aufzuzeichnen sind der Satzstil, der Erzählstil, der Listenstil und der gliederungsähnliche, nummerisch-alphabetische Stil mit Haupt- und Unterpunkten. Viele Menschen kombinieren diese Stilarten.

 

Wie merken sich Menschen üblicherweise Notizen?

Diese Stile lassen jedoch andere Aspekte oder Wahrnehmungsmöglichkeiten außer Acht. Dies können beispielsweise sein:

  • visueller Rhythmus
  • visuelle Gestaltung
  • Farben
  • Bilder
  • Mehrdimensionalität
  • räumliches Bewusstsein
  • Gestalt
  • Assoziationen

Da diese fehlenden Elemente für die gesamte Gehirnfunktion und speziell beim Erinnern während des Lernens wichtig sind, ist es nicht überraschend, dass die gemachten Notizen häufig rasch wieder vergessen werden, denn:

  • sie verschleiern Schlüsselworte (gehen in der Masse unter) und
  • sie erschweren das Erinnern (monotone, einfarbige Notizen sind visuell langweilig).

Außerdem verschwenden sie in allen Lernphasen Zeit, weil:

  • sie dazu ermuntern, sich Unnötiges zu notieren,
  • man deshalb unnötig Notizen lesen muss und
  • man nach Schlüsselwörtern suchen muss.

Sie regen nicht die Kreativität des Gehirns an (die lineare Form herkömmlicher Notizen hindert das Gehirn daran, Assoziationen zu knüpfen und wirkt damit Kreativität entgegen).

Denkstrukturen

Jegliche Information, die das Gehirn erreicht, jede Empfindung, jede Erinnerung oder jeder Gedanke kann als eine Art zentrale Kugel verstanden werden, von der Millionen "Haken" ausgehen. Jeder dieser "Haken" kann als eine Art Assoziation verstanden werden, welche wiederum über eine unendliche Reihe von Verknüpfungen verfügt. Die Anzahl der bereits benutzten Assoziationen kann als das Gedächtnis oder die menschliche Datenbank bezeichnet werden, eine riesige Informationslandkarte mit einer unendlichen Anzahl von Informationsknoten. 

neuronale Netze
© psdesign1 - Fotolia.com

Was ist radiales Denken?

Radiales Denken bezieht sich also auf assoziative Denkprozesse, die von einem Informationsmittelpunkt ausgehen oder mit einem solchen verbunden sind. Mind-Mapping ist ein Produkt des radialen Denkens.

Mind-Mapping als Methode, sich etwas zu notieren oder aufzuzeichnen, spiegelt somit genau dieses Muster der eigenen Denkprozesse wieder.

Es fördert damit das Lernen!

Abschlussbemerkung: Wie wirksam ist Mind-Mapping?

Mind-Mapping ist eine Methode, die beide Hirnhälften durch die Synthese von sprachlichem und visuellem Denken koordiniert. Sie stellt eine wirksame grafische Technik dar und kann in jedem Bereich angewandt werden, wo verbessertes Lernen und klareres Denken die Leistung erhöht.

Dabei weist das Mind-Mapping grundlegende Eigenschaften auf, die insbesondere lernfördernd wirken:

  • Der "Gegenstand" der Aufmerksamkeit kristallisiert sich in einem Zentralbild.
  • Die Hauptthemen strahlen vom Zentralbild wie Äste aus.
  • Die Äste enthalten Schlüsselbilder oder Schlüsselworte, die auf einer mit dem Zentralbild verbundenen Linie in Druckbuchstaben geschrieben werden.
  • Themen von untergeordneter Bedeutung werden als Zweige, die mit Ästen höheren Niveaus verbunden sind, dargestellt.
  • Die Äste bilden ein Gefüge miteinander verbundener Knotenpunkte. Das Mind-Mapping eignet sich im Besonderen für die Planung und Umsetzung von Projekten als auch in anderen stofflichen Vermittlungssituationen, es unterstützt nachhaltig Personen mit Lernschwierigkeiten und weckt automatisch das Interesse aller Beteiligten. Ganz anders als lineare Notizen oder Aufzeichnungen an Tafeln und Flipcharts zeigen Mind-Maps nicht nur Fakten, sondern auch die Beziehungen zwischen diesen. Damit ermöglichen Sie ein tiefergehendes Verständnis des Lernstoffs.