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DGB-Jugend stellt Ausbildungsreport 2016 vor

DIHK rät zu Zusammenarbeit statt Konfrontation

Grafik Ausbildung
© Marco2811 - Fotolia.de

Die DGB-Jugend hat jetzt den neuen Ausbildungsreport vorgestellt, der in diesem Jahr zum elften Mal in Folge erscheint. Während der DGB die oft schwierige Situation der Auszubildenden und Qualitätsmängel in der Ausbildung hervorhebt, weist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) darauf hin, dass die Gründe für Unzufriedenheit bei Auszubildenden sehr unterschiedlich sein können.

Laut den Ergebnissen des Ausbildungsreports liege beispielsweise etwa einem Drittel der Auszubildenden kein betrieblicher Ausbildungsplan vor und eine Überprüfung der Ausbildungsinhalte sei ihnen daher nicht möglich. Etwa jeder zehnte Auszubildende übe regelmäßig ausbildungsfremde Tätigkeiten aus. Bei 13,4 Prozent der Auszubildenden finde eine fachliche Anleitung durch den Ausbilder laut der Studie überhaupt nicht oder nur selten statt.

Wie die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack mitteilte, sei die duale Ausbildung jahrzehntelang der Garant für gute Fachkräfte gewesen, die Qualität der Ausbildung schwinde aber in vielen Bereichen. „Wer über unbesetzte Ausbildungsplätze klagt, muss qualitativ gute Ausbildungsplätze mit Perspektive anbieten.“ so Hannack. Gerade die Branchen, die seit Jahren für ihre schlechten Ausbildungsbedingungen bekannt sind, würden über Azubi-Mangel klagen.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nahm zum Ausbildungsreport des DGB Stellung, indem er zu einer differenzierteren Sichtweise riet und auf die vielfältigen Gründe für die mögliche Unzufriedenheit von Auszubildenden mit ihrer Ausbildung hinwies.

Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DIHK, rief zur Zusammenarbeit statt zur Konfrontation auf und verwies darauf, dass fast drei Viertel der befragten Azubis laut DGB-Report mit der Qualität ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden seien, was daran läge, dass die meisten Unternehmen sehr wohl wüssten, dass sie nur mit einer hochwertigen Ausbildung attraktiv für junge Menschen sind. Wenn es dennoch bei einer Minderheit zu Unzufriedenheit kommt, habe das nach Ansicht von Dercks vielfältige Gründe. So sei der Wechsel von der Schule in den betrieblichen Alltag häufig mit Herausforderungen verbunden, die ein Student an der Hochschule zunächst nicht zu bewältigen habe. Aber gerade das mache den Vorteil der dualen Ausbildung aus: das frühzeitige Kennenlernen des Arbeitsalltags, der auch neue Belastungen und das Einüben neuer Spielregeln in der Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen mit sich bringe. An solchen Herausforderungen, die anfangs als belastend empfunden würden, könnten Azubis oft auch wachsen und von den Erfahrungen später im Job profitieren.

 

Weitere Informationen

Ausbildungsreport 2016: Berufsbildungsgesetz endlich novellieren
(Pressemitteilung des DGB vom 01.09.2016)

Unzufriedenheit von Azubis kann viele Gründe haben
(Meldung des DIHK vom 01.09.2016)