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Azubis aus der EU: "Die große Welle ist ausgeblieben"

DIHK rechnet auch nicht mit nennenswerter Belebung

© Kzenon - Fotolia.com

Eine Lehrstelle in Deutschland schien in den vergangenen Jahren vielen jungen Menschen in den EU-Krisenländern ein Ausweg aus der Perspektivlosigkeit – allerdings nicht so vielen, wie allgemein gehofft.

"Letztlich haben weniger Jugendliche aus Südeuropa Ausbildungschancen in Deutschland wahrgenommen, als von vielen erwartet", bedauerte Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Zu groß seien oftmals Sprachbarrieren sowie Bindungen an Familie und Freunde im Herkunftsland gewesen.

"Derzeit werden etwa 2.000 ausländische Jugendliche über das Programm Mobi-Pro EU gefördert", sagte Dercks. "Sie erlernen vor allem Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Pflegebereich sowie in der Metall- und Elektrotechnik." Zwar sei die Zahl dieser Azubis "im Vergleich zu 2015 leicht gestiegen, die große Welle ist jedoch ausgeblieben".

Der DIHK rechne derzeit auch nicht mit einer nennenswerten Belebung, denn: "Die Situation hierzulande hat sich aufgrund der Flüchtlingszuwanderung der vergangenen Monate deutlich verändert. Die Integration junger Flüchtlinge in den Ausbildungsmarkt bedeutet für die nächsten Jahre eine zusätzliche Herausforderung."

Gleichzeitig wachse im Ausland das Interesse daran, dual ausgebildete Fachkräfte nach deutschem Vorbild auszubilden, so der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer.

Vor allem in Asien, Lateinamerika sowie in Süd- und Südosteuropa arbeiteten die Deutschen Auslandshandelskammern mit Unterstützung von DIHK und Industrie- und Handelskammern daran, "die Unternehmen mit Berufsbildungsdienstleistungen zu unterstützen und so zugleich die duale Ausbildung in den jeweiligen Ländern bekannter zu machen", berichtete er.

DIHK-Pressemeldung vom 19.05.2016