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Rolle und Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals in der Entwicklungszusammenarbeit

Neue Broschüre des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit erschienen

Die Handreichung „Rolle und Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals in der Entwicklungszusammenarbeit“ richtet sich an Praktiker und Entscheidungsträger, die mit Rolle, Aufgaben und Qualifizierung von Lehr- und Ausbildungspersonal im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) befasst sind.

Das Lehr- und Ausbildungspersonal spielt bei der Gestaltung arbeitsmarktorientierter Berufsbildung, aber auch bei der Umsetzung von Reformen in Berufsbildungssystemen eine entscheidende Rolle. In Deutschland arbeiten Staat und Wirtschaft eng in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zusammen. Diese Dualität manifestiert sich unter anderem im Zusammenspiel der Lernorte Schule und Betrieb. Dementsprechend gibt es auch zwei Typen von Lehr- und Ausbildungskräften: Die Berufsschullehrkräfte, die primär die theoretischen Fachkenntnisse vermitteln, und das betriebliche Ausbildungspersonal, das im Betrieb die praktische Ausbildung durchführt. Viele Entwicklungsländer orientieren sich an diesem dualen System und implementieren im Rahmen ihrer Berufsbildungssysteme größere Anteile betrieblicher Ausbildung. Daher gewinnt die Rolle des betrieblichen Ausbildungspersonals auch dort zunehmend an Bedeutung. Das Aufgabenspektrum betrieblicher Ausbilderinnen und Ausbilder umfasst neben der eigentlichen Anleitung der Auszubildenden auch Ausbildungsmanagement, -planung und -organisation, Ablaufgestaltung, Teilnahme an Prüfungen, Kommunikation und Kooperation mit Berufsschulen, Ratgeber- und Begleitungsfunktion sowie die Multiplikatorenfunktion, die besonders in den Berufsbildungsvorhaben der EZ relevant ist.

Wie die Qualifizierung und das Aufgabenspektrum gestaltet und umgesetzt werden können, wird anhand von acht Beispielen aus den folgenden Ländern erläutert: Ägypten, Brasilien, Ghana, Kosovo, Mexiko, Pakistan, Saudi-Arabien und Thailand. Aus diesen Beispielen lassen sich strategische und fachliche Voraussetzungen für die Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals ableiten. Dazu gehören unter anderem die zunehmende Beteiligung der Wirtschaft an der Ausbildung und die entsprechende Gestaltung der Kommunikation und Kooperation zwischen Berufsschulen und Betrieben sowie die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Umsetzung betrieblicher Ausbildung. Auch die Netzwerkbildung und der Austausch zwischen Lehr- und Ausbildungspersonal können hierzu beitragen. In der Handreichung werden Leitfragen zu Rahmenbedingungen für die betriebliche Ausbildung und zu Rolle und Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals formuliert. Dazu gehören die gesetzlichen Grundlagen der beruflichen Bildung und die Anerkennung nicht-schulischer Ausbildung. Ebenso sind Leitfragen für die Umsetzung betrieblicher Ausbildung und der Rolle und Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals erarbeitet, so zum Beispiel die Fragen, ob bereits betrieblich ausgebildet wird, wie die Betriebe im Land ausgestattet sind, wie die Ausbildung an Berufsschulen organisiert ist und wie mit Betrieben kooperiert wird.

Es wurden Erfolgsfaktoren für die Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals identifiziert, die die Rahmenbedingungen, die Beteiligung der Wirtschaft und die Umsetzung von Qualifizierung und Einsatz des betrieblichen Ausbildungspersonals betreffen: Entscheidend sind die Bereitschaft der Wirtschaft, sich aktiv an der Gestaltung der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu beteiligen, die Standardisierung und Institutionalisierung der Ausbilderqualifizierung und -tätigkeit sowie die Ausgestaltung der Lernortkooperation. Hinweise zur Implementierung und ein Überblick über die zu beteiligenden Akteure schließen die Handreichung ab.

Download der Broschüre: Rolle und Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals in der Entwicklungszusammenarbeit