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UNESCO überarbeitet Empfehlung zur beruflichen Bildung

Normatives Instrument im Bereich der Berufsbildung aktualisiert

© BIBB

Fünfzehn Jahre nach der letzten Neuauflage veröffentlicht die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) die überarbeitete Empfehlung zur Beruflichen Bildung. Als Partnerinstitut des Internationalen Zentrums für Berufsbildung der UNESCO, UNESCO-UNEVOC, und Mitglied des weltweiten UNEVOC-Netzwerks, war das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aktiv an der Überarbeitung der Empfehlung beteiligt.

Gemäß den UNESCO-Grundsätzen ergibt sich die Notwendigkeit für eine qualitativ hochwertige berufliche Bildung aus dem allgemeinen Recht auf Arbeit und auf Bildung. Einhergehend damit trägt berufliche Bildung dazu bei, Verständnis und Respekt für Menschenrechte, Inklusion, soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Diversität zu fördern. Zusätzlich unterstützt berufliche Bildung Lebenslanges Lernen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und leistet somit einen Beitrag zu gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Teilhabe, zur Erhaltung des Friedens, zur Ausbildung verantwortungsbewusster Bürger und zu nachhaltiger Entwicklung.

Es gehört zu den Aufgaben der UNESCO, die beiden normativen Instrumente in der Berufsbildung zu kontrollieren und umzusetzen: Das „Übereinkommen über die Berufliche Bildung“ aus dem Jahr 1989 sowie die „Überarbeitete Empfehlung zur Beruflichen Bildung“ aus dem Jahr 2001. Mit der erneuten Überarbeitung der Empfehlung reagiert die UNESCO auf die aktuellen Herausforderungen der beruflichen Bildung; denn die fortschreitende Globalisierung der Märkte, technologische Innovationen und die demographischen Entwicklungen in Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern erfordern länderspezifische strukturelle Anpassungen in den Bildungssystemen der Mitgliedsstaaten.

Am 13. November 2015 wurden die überarbeiten Empfehlungen zur Beruflichen Bildung einstimmig von der 38. UNESCO-Generalkonferenz verabschiedet. Sie richten sich an die Mitgliedsstaaten, die nun gehalten sind, in ihren Ländern Programme zur technischen und beruflichen Bildung aufzulegen. Offiziell vorgestellt wurde die Empfehlung am 4. April 2016 in Paris.

Die Empfehlungen zur Beruflichen Bildung stellen die Relevanz des Arbeitsmarktes und der Arbeitswelt heraus und fordern von den Mitgliedstaaten, die Interessen des Arbeitsmarktes im Bildungssystem zu berücksichtigen. Beispielsweise sollen die Staaten datenbasierte Informationssysteme nutzen bzw. aufbauen, um die berufliche Bildung stärker an den Bedarf der Arbeitswelt auszurichten. Weiterhin sind die Mitgliedstaaten gehalten, ein Qualitätssicherungssystem der beruflichen Bildung aufbauen und die Sozialpartner in Form eines sozialen Dialogs in die Berufsbildung einzubeziehen. Nicht zuletzt sollen die Mitgliedsstaaten arbeitsplatzbasiertes Lernen durch Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten fördern und gleichzeitig Sorge für die Qualität betrieblichen Lernens tragen.

BIBB-Pressemitteilung vom 04.04.2016