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Konzept und Umsetzung

Konzept und Umsetzung
© Matthias Enter - Fotolia.com

Eine prozessorientierte Ausbildung beginnt mit der Auswahl von Prozessen im Betrieb, die für die Ausbildung passend und geeignet sind. Dazu geht man am besten von der Empfehlung für die zeitliche Gliederung in der jeweiligen Ausbildungsordnung aus.

Prozesse festlegen

Die prozessorientierten Ausbildungsordnungen folgen der sog. Zeitrahmenmethode. Für die zeitliche Gliederung der Ausbildung sind Zeitrahmen vorgegeben. Sie entsprechen inhaltlich den Lernfeldern in den Rahmenlehrplänen und sollen die Abstimmungsmöglichkeiten zwischen Betrieb und Schule verbessern. Die Zeitrahmen orientieren sich an Geschäftsprozessen. Meist ist ein Zeitrahmen einem Prozess zugeordnet. Die Geschäftsprozesse müssen nicht unbedingt den betrieblichen Prozessen entsprechen. Wie bei der bisherigen Versetzungsplanung auch, ist es deshalb notwendig, im Betrieb nach geeigneten Einsatzbereichen für die Ausbildung zu suchen. Findet man keinen Einsatzbereich, der hinreichend mit einem Zeitrahmen übereinstimmt, kann man sich an den einzelnen Arbeitsprozessen orientieren. Man sucht also nach Einsatzbereichen, in denen möglichst viele der in einem Zeitrahmen beschriebenen Arbeitsprozesse ausgeführt werden. Entscheidend für die Auswahl eines Einsatzbereiches ist auch, ob sich die Arbeitsprozesse für den Einsatz von Auszubildenden eignen, ob also genügend regelmäßig vorkommende Aufgaben vorhanden sind, an denen gelernt werden kann.

Prozessverständnis fördern

In einer prozessorientierten Arbeitsorganisation tragen alle am Prozess Beteiligten gemeinsam zum Prozess-Ergebnis bei. Wichtigste Voraussetzungen dafür sind zum einen die Kenntnisse vom Prozessablauf und zum anderen, wer im Prozess welche Aufgaben erfüllt. Nur auf dieser Grundlage können sich die Fachkräfte erfolgreich untereinander abstimmen. Welche Fertigkeiten und Kenntnisse dafür benötigt werden, hängt von dem jeweiligen Prozess ab. Deshalb ist es für das Verständnis sinnvoll, von Auszubildenden zunächst den Prozess insgesamt erkunden zu lassen, bevor mit der Arbeit an einzelnen Aufgaben begonnen wird.

Aufgaben auswählen

Ausbildung in Arbeitsprozessen kann immer nur an Aufgaben erfolgen, die in diesem Prozess bewältigt werden müssen. Wie erfolgreich diese Ausbildung ist, hängt deshalb sowohl davon ab, ob es überhaupt geeignete Aufgaben gibt, an denen sich Auszubildende beteiligen lassen als auch, in welcher Reihenfolge die Bearbeitung erfolgt. Sinnvoll ist es, zunächst mit einfachen Aufgaben zu beginnen und dann systematisch die Schwierigkeit zu steigern.

Eine entscheidende Frage für die betriebliche Ausbildung ist, wieweit sich auch Grundlagen in Arbeitsprozessen vermitteln lassen. Dies hängt vor allem davon ab, ob es geeignete einfache Aufgaben für Auszubildende in der Praxis gibt, bzw. ob sich schwierigere Aufgaben vereinfachen lassen.

Vorbereitung organisieren

Ein großer Vorteil der Ausbildung in Arbeitsprozessen besteht darin, dass alle Aufgaben bereits von fachkundigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgeführt werden, und Auszubildende deren Arbeit zunächst beobachten können, bevor sie selber tätig werden. Diese Fachkräfte können auch notwendige Anleitungen und Beaufsichtigungen übernehmen.

Darüber hinaus können sich Auszubildende auch zusätzlich selber informieren, z. B. aus Fachbüchern und zunehmend auch aus dem Internet. Zudem wird Facharbeit immer mehr durch Dokumente wie Qualitätshandbücher oder Arbeitsanweisungen reguliert, die man den Auszubildenden zugänglich macht.

Gegen eine Ausbildung im Arbeitsprozess wird häufig eingewandt, dass die Fachkräfte vor Ort für längere Erläuterungen keine Zeit haben. Je umfassender sich Auszubildende selbst aus Unterlagen informieren können, desto weniger Zeit wird für Anleitungen benötigt.

Nachbereitung sicherstellen

Auszubildende brauchen Bestätigung ihrer Lernerfolge und Hilfen und Hinweise, wenn es noch nicht richtig klappt. Arbeitsabläufe werden zudem besser behalten, wenn sie nach der Ausführung noch einmal gedanklich nachvollzogen und verbalisiert werden. Dies alles ist durch ein Nachbereitungsgespräch mit der betrieblichen Fachkraft sicherzustellen. Leider werden Nachbereitungen in der betrieblichen Alltagshektik oft vernachlässigt. Schließlich ist die aufgetragene Arbeit ja erledigt worden. Für den Ausbildungserfolg entscheidend ist jedoch nicht so sehr, welche Aufgaben Auszubildende erfolgreich ausgeführt, sondern was sie dabei gelernt und vor allem auch dauerhaft behalten haben. Dieser Erfolg lässt sich vor allem durch Nachbereitungen deutlich verbessern.

 

Wie lässt sich das Konzept in der Praxis umsetzen?

Im Folgenden werden acht Aktionsfelder vorgestellt, die aufzeigen, wie die systematische Ausbildung in Arbeitsprozessen verbessert werden kann.

Acht Maßnahmen zur Systematisierung