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Systematisch ausbilden in Arbeitsprozessen

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Ausbildung in Arbeitsprozessen ist ein zentrales Thema in der betrieblichen Ausbildung. Die Betonung liegt hier auf systematisch, darum soll es vor allem gehen. Denn Ausbildung in Arbeitsprozessen gehört ohnehin zum betrieblichen Alltag. Sie ist der Markenkern des dualen Systems der beruflichen Bildung.

Konzepte für die Ausbildung in Arbeitsprozessen

Systematisch bedeutet, gezielt didaktisch-methodische Konzepte einzusetzen, um definierte Ziele zu erreichen. Für die betriebliche Ausbildung lassen sich gegenwärtig drei Konzepte unterscheiden:

  • Vermittlung von Grundlagen in Ausbildungswerkstätten und Anwenden und Vertiefen in der Praxis: Dieses Konzept hat sich in der industriellen Ausbildung seit fast einem Jahrhundert bewährt und wird von vielen Betrieben so praktiziert. Während die Ausbildung in Ausbildungswerkstätten durchgängig sehr systematisch abläuft, ist dies in den betrieblichen Einsätzen häufig weniger ausgeprägt.
  • Einen völlig anderen Weg gehen neuere Konzepte der Lernprozessbegleitung. Hier planen Auszubildende betreut durch Ausbilder als Lernprozessbegleiter ihre eigene Ausbildung überwiegend selbst. Bei einer übersichtlichen Betriebsstruktur und mit kompetenten Begleitern funktioniert dieses Konzept erstaunlich gut und fördert die Selbstlernkompetenz der Auszubildenden. (vgl. Bauer u.a.: Lernen im Arbeitsalltag)
  • Eine dritte Variante sind Lernaufgabenkonzepte. Nach diesen Konzepten werden Arbeitsaufgaben so geordnet und aufbereitet, dass mit der Bearbeitung jeder Aufgabe jeweils die Voraussetzungen für die nächste erworben werden. Die Reihenfolge der Lernaufgaben bildet damit für die Auszubildenden einen sinnvollen Lernweg.

Nach welchem Konzept ein Betrieb seine Ausbildung gestaltet, muss er auch weiterhin selbst entscheiden. Häufig wird es in der Praxis auch eine Mischung dieser Konzepte geben. In diesem Schwerpunktthema wird die dritte Variante "Ausbilden mit Lernaufgaben" näher vorgestellt.

Drei Gründe, die Ausbildung in Arbeitsprozessen zu verbessern

Es gibt mindestens drei gute Gründe, sich um eine Verbesserung der Effizienz der Ausbildung in Arbeitsprozessen zu bemühen.

  • Zum einen steigen die Anforderungen an zukünftige Fachkräfte. Dies hat zur Folge, dass immer mehr theorieintensive Inhalte auch nach der Grundbildung in Ausbildungswerkstätten vermittelt werden. Damit bleibt dann jedoch immer weniger Zeit für die Anwendung und Vertiefung in der Praxis.
  • Zum zweiten werden die Arbeitsanforderungen immer mehr durch komplexe Produktionsanlagen bestimmt. Diese lassen sich aber nur sehr eingeschränkt in die Ausbildungswerkstätte hereinholen.
  • Ein dritter Grund schließlich ist die Prozessorientierung der Ausbildung, die in allen neueren Ausbildungsordnungen gefordert wird. Prozessorientierung bedeutet gleichzeitig die Vermittlung von Prozesskompetenzen, die nur in der betrieblichen Praxis möglich ist. Mehr dazu unter dem Stichwort Prozessorientierung.

Übersicht

Handlungsorientiert ausbilden: Modell der vollständigen Handlung

Handlungsorientiert ausbilden: Modell der vollständigen Handlung

Seit vielen Jahren hat sich für die betriebliche Ausbildung die Methode der vollständigen Handlung mit den sechs Stufen Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Auswerten bewährt. Diese Methode wird auch hier für die systematische Ausbildung in Arbeitsprozessen empfohlen. 

Prozessorientiert ausbilden

Prozessorientiert ausbilden

Die fortschreitende Automatisierung von industriellen Produktionsprozessen führt in den Betrieben zu neuen Formen der Arbeitsorganisation. Prozessorientierte Ausbildung soll dazu beitragen, Auszubildende auf diese veränderte Arbeitswelt vorzubereiten. 

Ausbilden mit Lernaufgaben

Ausbilden mit Lernaufgaben

Ausbildung in Arbeitsprozessen kann immer nur an dort vorhandenen Arbeitsaufgaben erfolgen. Für die systematische Ausbildung werden geeignete Aufgaben ausgewählt und zu Lernaufgaben aufbereitet. 

Rechtliche Grundlagen

Rechtliche Grundlagen

§ 1 (3) BBiG gibt vor: "Die Berufsausbildung hat die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln." 

Konzept und Umsetzung

Konzept und Umsetzung

Eine prozessorientierte Ausbildung beginnt mit der Auswahl von Prozessen im Betrieb, die für die Ausbildung passend und geeignet sind. Dazu geht man am besten von der Empfehlung für die zeitliche Gliederung in der jeweiligen Ausbildungsordnung aus.