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Medienaneignung und Mediennutzung in der Alltagspraxis von betrieblichem Ausbildungspersonal

Wie wählt betriebliches Ausbildungspersonal digitale Medien für die alltägliche Aus- und Weiterbildungspraxis aus? Wie werden digitale Medien in die Aus- und Weiterbildungsprozesse eingebunden? Welcher Unterstützungsbedarf besteht für betriebliches Ausbildungspersonal, um digitale Medien optimal in die Aus- und Weiterbildung integrieren zu können? Dies sind die zentralen Fragestellungen, denen das BIBB in seinem Forschungsprojekt zur Nutzung digitaler Medien durch betriebliches Ausbildungspersonal nachgegangen ist. Im Mittelpunkt standen dabei das betriebliche Ausbildungspersonal und die Erforschung der mediengeprägten Ausbildungspraxis sowie die daraus folgenden Möglichkeiten für die Gestaltung von Bildungsprozessen.

Zusammen mit seinem Partner, der Universität Bremen, untersuchte das BIBB die Nutzung digitaler Medien in der betrieblichen Ausbildungspraxis. Auf Grundlage der Ergebnisse sollten unterstützende Konzepte sowie Materialen für Ausbilderinnen und Ausbilder erarbeitet werden, mit deren Hilfe sie ziel- und ergebnisorientiert digitale Medien im Ausbildungsalltag einsetzen können.

Die Fragestellungen wurden in verschiedenen Bereichen und unter Rückgriff auf ein Modell medienpädagogischer Kompetenz aus der Lehrerbildung untersucht. Vor dem Hintergrund bestehender Standards in der Ausbildung von Ausbildungspersonal wurde die Ausbildungspraxis in den Bereichen Mechatronik, Kaufmännische Berufe sowie in der (Alten-)Pflege in den Blick genommen.

Ziel war es, betriebliches Ausbildungspersonal in der Aneignung medienpädagogischer Kompetenzen zu unterstützen. Konzeptionell konzentrierten sich die Projektarbeiten zunächst auf die Entwicklung einer Beschreibung von medienpädagogischer Kompetenz von betrieblichem Ausbildungspersonal. Dazu wurde unter Berücksichtigung des Forschungsstandes und der Anforderungen der betrieblichen Ausbildung ein Modell medienpädagogischer Kompetenz hergeleitet.

Dieses Modell basiert auf der Annahme, dass individuelle Medienkompetenz allein für den umfassenden Anspruch, den die Vielfalt digitaler Medienformate und –werkzeuge heutzutage an die Ausbildungspraxis stellen, nicht mehr ausreicht. Daher wurde der Begriff der medienpädagogischen Kompetenz als Modell gewählt. Er bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft des betrieblichen Ausbildungspersonals, Medien sinnvoll und effektiv in betrieblichen Ausbildungsprozessen einsetzen zu können. Medienpädagogische Kompetenz setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  • Mediendidaktik – Gestaltung und Verwendung von Medien, Medienangeboten oder Medienbeiträgen zur Erreichung von fachlichen und pädagogisch gerechtfertigten Zielen
  •  Medienerziehung – Unterstützung zur Aneignung von Kriterien zur Bewertung von Medienangeboten sowie deren reflektierte, bewusste und zielgerichtete Nutzung / Medienanalyse und -Kritik
  • Medienintegration – Einbettung von Medien und Medienangeboten in betriebliche Organisationszusammenhänge

Die Überprüfung dieses Modells medienpädagogischer Kompetenz von betrieblichem Ausbildungspersonal erfolgte auf der Basis von Experteninterviews. Entsprechend den Erkenntnissen aus den Interviews wurde in einem weiteren Schritt ein Online-Fragebogen konzipiert, mit dem der Ist-Stand der Mediennutzung in der Alltagspraxis von betrieblichem Ausbildungspersonal analysiert wurde. Die Ergebnisse wurden durch Gruppeninterviews in drei ausgewählten Berufen (jeweils aus den Domänen „gewerblich-technische Berufe“, „kaufmännische Berufe“ und „Gesundheits- und Pflegeberufe“) vertieft und interpretiert. Auf dieser Basis werden Kriterien vorgeschlagen, die betriebliches Ausbildungspersonal bei Auswahl und dem Einsatz von digitalen Medien zur Gestaltung beruflicher Lehr-Lernprozesse unterstützen.