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Feedbacks auch für AEVO-Prüfer?

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  • Feedbacks auch für AEVO-Prüfer?

    Seit mehr als 20 Jahren gibt es (einige) Unternehmen, bei denen auch unterstellte Mitarbeiter ihre Führungskräfte (anonym) bewerten = beurteilen dürfen. - Bei großen Unternehmen und bei Bildungsträgern ist es ebenfalls schon seit Jahrzehnten üblich, dass Seminarteilnehmer bei Seminarende ihre Referenten / Dozenten / Trainer bewerten.

    Dass solche Feedbacks / Beurteilungen wirklich nützlich sind, braucht hier nicht dargestellt zu werden.

    Mich interessiert, ob es bereits IHKs gibt, die ihre (AEVO-)Prüfungsausschuss-Mitglieder in irgendeiner Form bewerten (und die Feedbacks ggf. zu Veränderungen führen). - Man könnte durchaus auch Prüflinge nach den Prüfungen um ein Feedback bitten! Dass gute Feedbacks eher von gut bewerteten Prüflingen und schlechte Feedbacks eher von schlechten bewerteten Prüflingen kommen werden, muss man dabei einkalkulieren. Hilfreich könnten jedoch die konkreten Detail-Aussagen sein.


    Ein kritisches Feedback eines gut bewerteten AEVO-Prüflings habe ich vor einigen Tagen ins Forum gestellt (hier)

    Im Folgenden lesen Sie zwei kritische Feedbacks von zwei nur ausreichend bewerteten Teilnehmern von AEVO-Prüfungen:

    Sehr geehrter Herr Vogt,

    hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich die Prüfungen bestanden habe: mit 80 % schriftlich und 50 % mündlich.

    Die mündliche Unterweisungsprobe und das Lehrgespräch war leider überhaupt nicht so, wie wir das geübt haben. Frau E. hat mir mitgeteilt, dass mein Konzept nicht auf dem Prinzip der beruflichen Handlungsfähigkeit ausgelegt war, denn der Azubi konnte weder selbstständig planen, durchführen und kontrollieren. Ich habe dazu nichts geantwortet, da ich mir gedacht habe, wenn ich so ein Konzept ausgelegt hätte, hätten 10 Minuten Probe nicht gereicht.

    Weiterhin hat Frau E. einen Katalog voller Fragen abgefragt (soweit ich gehört habe, haben wir alle die gleichen Fragen bekommen), wobei wir nicht ausführlich antworten konnten, sondern mussten uns nur auf das wesentliche beschränken. Die Hauptthemen waren die Kompetenzen in meiner Unterweisung und wie ich diese gefördert habe.

    Merkwürdig finde ich auch, dass wir von der [XY-Gesellschaft] alle mit nur 50-55 % bestanden haben und nicht besser waren. Wäre ich durchgefallen, hätte ich die Prüfung in [Ort der IHK] nicht wiederholt, ich fand diese Prüfungskommission sehr unfreundlich.

    Aber ich habe bestanden und das ist die Hauptsache. Ich wollte Ihnen dies mitteilen, damit Sie ggf. in Zukunft Ihre Seminar umstellen und die Unterweisungsproben intensiver und handlungsorientierter üben und das Fachgespräch auf die Unterweisungsprobe des jeweiligen beziehen. Denn so ist unsere Prüfung gestern abgelaufen.

    Viele Grüße aus …


    Meine Anmerkung zur Aussage "dass mein Konzept nicht auf dem Prinzip der beruflichen Handlungsfähigkeit ausgelegt war, denn der Azubi konnte weder selbstständig planen, durchführen und kontrollieren."

    Die AEVO lässt die 'Durchführung einer Ausbildungseinheit" ('Unterweisungsprobe') zu! Eine solche Unterweisungsprobe kann ein Lehrgespräch sein! Ein Lehrgespräch ist aber alles Andere als eine 'handlungsorientierte' Ausbildungsmethode, in der auch das 'Planen', das (praktische) Durchführen und das Kontrollieren (der praktisch durchgeführten Arbeit) dazu gehören. - Zu den typischen handlungsorientierten Methoden gehören insbesondere die Erkundung, das Projekt, die Fallstudie; diese drei typischen handlungsorientierten Methoden lassen sich nicht innerhalb einer 'Unterweisungsprobe' durchführen!

    ==
    Guten Morgen Herr Vogt,

    erst einmal die gute Nachricht vorweg. Die mündliche habe ich bestanden. Wenn auch "nur" mit 51 % aber das ist jetzt egal.

    Der Prüfungsausschuss war leider sehr streng und auch teilweise unfreundlich. Außerdem hat eine "junge Dame" aus dem Prüfungsausschuss während "meiner" ganzen Prüfung mit dem IPhone gespielt; das finde ich wirklich frech. Die ganze Sache macht man ja nicht zum Spaß und bezahlt ja noch dafür.

    Frau E. war sehr überheblich und es war nicht möglich, ein normales Gespräch zu führen. Mein Konzept wäre überhaupt nicht stimmig, mein Gespräch hätte größte fachliche und persönliche Mängel aufgewiesen.

    Als ich Sie nach den Gründen gefragt habe, bekam ich die Antwort: "Möchten Sie ihr vorläufiges Ergebnis mitnehmen oder möchten Sie hier noch diskutieren?!"

    Ansonsten kann ich mich der Email von Frau XY nur anschließen. - Die Prüfung war seit langem das "menschlich" unfairste und wird mir noch als besonders unangenehm in Erinnerung bleiben.

    Mit freundlichen Grüßen


    Hier erübrigt sich eine Kommentierung durch mich.


    ==

    Meine Anmerkungen zu beiden Feedbacks:

    Bei dem Prüfungsausschussmitglied handelt es sich um eine Person, die für die betreffende IHK auch die AEVO-Prüfungsvorbereitungsseminare durchführt. - Ich vermute, dass diese Person in ihren Seminaren teilweise 'Unfug' vermittelt, den sie sich dann von ihren eigenen Seminarteilnehmern innerhalb der Prüfung wiedergeben lässt und dann mit "gut" bewertet. - Teilnehmer, die innerhalb von Vorbereitungsseminaren anderer Referenten fachlich richtig, also anders(!), informiert werden und diese Infos in Prüfungen wiedergeben, werden abqualifiziert.

    Anmerkung zu diesem Prüfungsausschlussmitglied:

    Zwei meiner Seminarteilnehmer haben mir unmittelbar nach der schriftlichen Prüfung erzählt, dass sie (unabhängig voneinander und jeweils an anderen 'Steh-Plätzen') mit anderen Prüflingen geredet und dabei erfahren hatten, dass die Dozentin ihres IHK-Vorbereitungsseminares noch kurz vor der schriftlichen Prüfung (sinngemäß: "Zum Glück!") einige Kopien früherer Prüfungen verschickt hatte. - Es war die Dozentin, die meine Prüflinge bewertet hatte und die mir die obigen eMails geschickt hatten ... - Ich hatte die betreffende IHK über dieser Vorfall schriftlich informiert und dabei auch mitgeteilt, das die beiden 'Informanten' bereit seien, ihre Aussage gegenüber der IHK zu wiederholen!


    Mein Vorschlag:

    Die Verantwortlichen in den zuständigen Stellen sollten darüber nachdenken, wie sie ihre PA-Mitglieder bewerten (lassen) und ggf. nachqualifizieren (lassen).
    Reinhold Vogt - Sie können Teile meines AEVO-OnlineKurses kostenfrei nutzen
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