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Sinnvolle Seminare/Schulungen/Prüfungsvorbereitungen für Auszubildende

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  • Sinnvolle Seminare/Schulungen/Prüfungsvorbereitungen für Auszubildende

    Hallo liebe Community,

    ich bin seit kurzem neu in meine Tätigkeit als Ausbilderin gestolpert, da meine Vorgängerin unser Unternehmen verlassen hat. Ich habe zwar den Ada-Schein, aber in der Praxis ist natürlich alles etwas anders als in der Theorie. Deshalb möchte ich mich heute mit drei allgemeinen Fragen an euch wenden.

    1. Ich möchte meinen beiden Auszubildenden (w./28 Jahre jung/2. Lehrjahr + w./25 Jahre jung/1. Lehrjahr) gerne einige Seminare ermöglichen, damit sie auch außerhalb des Unternehmens etwas Neues kennenlernen und während der Kurse auch andere Erfahrungen mitbekommen. Habt ihr gute Plattformen, auf denen man gute Kurse für Auszubildende im Raum Leipzig findet?

    2. Welche Kurse habt ihr euren Azubis ermöglicht und erachtet ihr als sinnvoll (aktuell überlegen wir, ob wir beide bei einem „Knigge für Lehrlinge“ sowie „Telefontraining“ anmelden)?

    3. Habt ihr gute Erfahrungen mit externen Prüfungsvorbereitungen gemacht?

    Ich möchte mich im Voraus bei euch bedanken und wünsche allen eine schöne Woche.

    Liebe Grüße

  • #2
    Hallöle,

    erstmal würde mich noch interessieren um welchen Beruf es geht?

    Da wir eine größere Firma sind machen wir bisher alle Kurse intern. Was ich nur sagen kann, ich würde die Azubis fragen ob sie oder an was sie Interesse haben. Knigge für Lehrlinge z.B. würde ich mich fragen ob das bei 25 und 28 Jahren Sinn macht, gibt es konkrete Vorfälle weswegen du diesen Kurs überlegst? Wenn es keinen konkreten Anlass gibt könnten sich die Azubis vllt eher gekränkt fühlen durch so einen Kurs?

    Grundsätzlich Kurse anzubieten finde ich super, kann die Motivation sicher enorm steigern, aber wie gesagt, ich würde mal erfragen in welche Richtung die Interessen und der Bedarf geht. Ist es wirklich Knigge und Telefontraining, oder vllt eher ein konkretes Thema im Rahmen der Ausbildung? (Meine Azubis sind sehr begeistert von Pneumatik und 1 Praktikumswoche in der Fertigung (Beruf Technischer Produktdesigner), Telefontrainig wäre in unserem Beruf nicht sinnvoll da die Azubis quais nie telefonieren müssen.

    Viel Erfolg mit einer neuen Aufgabe :-)

    Gruß,
    Tine88
    Zuletzt geändert von Tine88; 02.05.2019, 09:12.

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    • #3
      Hallo,

      sind Deine beiden Auszubildenden nicht schon zu alt für die von Dir genannten Kurse "Knigge für Lehrlinge" und "Telefontraining"? 25 und 28 sind ja schon ein reifes Alter für eine Ausbildung. Ansonsten frag die beiden doch einfach, was sie interessieren würde. Andernfalls stimme ich Tine88 zu, dass so etwas auch als kränkend empfunden werden kann.

      Externe Prüfungsvorbereitung kann sinnvoll sein, ich würde aber immer erst einmal versuchen, alles im Betrieb abzudecken. Gehen die beiden denn in die Berufsschule?

      Viele Grüße
      Ausbilder75

      Kommentar


      • #4
        Hallo und erst einmal vielen lieben Dank für die Antworten.

        Bei der Ausbildung handelt es sich um die Kauffrau für Büromanagement.

        Leider benötigen die beiden in ihrem Alter tatsächlich noch Kurse in dieser Richtung. Es geht schon bei den simpelsten Dingen los. Wir sind ca. 10 Leute im Büro (wobei immer mal Kollegen aufgrund externer Besprechungen fehlen) und beide sollen schauen, dass die Küche zum Beispiel ordentlich ist. Hier bemerkt keine der beiden, dass der Geschirrspüler zum Lüften geöffnet werden könnte, wenn dieser fertig ist. Oder nach dem Mittagessen wird der Tisch, der auch für Besprechungen genutzt wird und bei beiden im Zimmer steht, nicht abgewischt. Stattdessen werden die Krümel schön verteilt oder weggepustet. Regelmäßige Azubitreffen und Anmerkungen bringen nichts und halten meist nur ein paar Tage - wenn überhaupt.

        Unsere 25-jährige Auszubildende hat vor der Ausbildung Lehramt studiert und wollte Grundschullehrerein werden. Jedoch musste sie das Studium unter anderem wegen fehlender Mentoren abbrechen und weil ist sie zu introvertiert ist. Wir haben bereits mehrfach versucht ein wenig aus sich herauszuholen (vor allem in der Anfangszeit) und sie nicht sofort zu überfordern. Dies hat sie meist abgeschreckt. Ich finde es gut, wenn jemand auch eher vom ruhigeren Schlag ist, aber leider kommt sie mit einigen Personen am Telefon nicht klar und wird schnell nervös, wenn sie was nicht weiß (sie kann jederzeit fragen und ich bin immer für sie ansprechbar). Ich habe mich darüber hinaus schon oft neben sie gesetzt und auch bei mir mithören lassen. Deshalb erhoffe ich mir bei, dass so ein Kurs und ein externer Dritter ihr das vielleicht auch noch einmal besser erklärt.

        Unsere 28-jährige Auszubildende ist das komplette Gegenteil. Sie ist extrem extrovertiert und hat keinen Respekt vor anderen Kollegen oder sogar Auftraggebern. Sie ist eigentlich sehr intelligent, hat aber immer wieder keine Lust auf bestimmte Aufgaben (die bleiben dann auch gerne mal liegen und dürfen von der anderen Auszubildenden erldigt werden) und zeigt das auch ganz klar. Der Respekt vor mir und dem Chef ist zwar gegeben, aber sie kann/will nicht verstehen, dass wir hier ein Team sind und respektvoll miteinander umgehen müssen. Mehrfache Gespräche hat es schon gegeben und wird es diese Woche auch wieder geben (u. a. wegen verschwiegenen schlechten Noten in der Berufsschule)

        Bezüglich der Seminare habe ich vorher mit beiden gesprochen. Beide empfinden dabei nichts als kränkend und freuen sich, dass sie überhaupt Seminare besuchen dürfen (dies ist wohl bei den Klassenkameraden in der Berufsschule sonst nicht so der Fall oder aber auch der Gedanke mal einen Tag lang nicht auf Arbeit zu sein wird als verlockend empfunden). Wir haben beiden auch die Möglichkeit gegeben einen Excel-Kurs zu besuchen. Hierbei ist unser 2. Lehrjahr schon weiter und das 1. Lehrjahr wird demnächst mit dem Kurs anfangen.

        Bzgl. der Prüfungsvorbereitung schaue ich mich um, was wir noch vermitteln können. Nachdem aber unsere Auszubildende (28 Jahre) im 2. Lehrjahr nach der Zwischenprüfung wieder in den Betrieb kam und erzählt hat wie es war und was gefordert wurde, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob wir wirklich alles abdecken können. Deshalb hatte ich überliegt dies vielleicht überbetrieblich zu machen. Auch in den Berufsschulen läuft es leider nicht so wie gewollt. Ich habe schon mehrere Gespräche mit den Klassenlehrern geführt. Unter anderem meinte eine zu mir, dass es sie nicht mehr wirklich interessiert was die Schüler lernen, da sie in einem halben Jahr in Rente geht.

        Nun ja. Wie ihr sehen könnt, mehrere Baustellen auf einmal die es zu schaffen gilt.

        Ich wünsche euch allen eine schöne Woche und liebe Grüße.

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        • #5
          Hallo,

          ok, ich sehe schon, das Alter hat nicht so viel auszusagen :-/
          Vielleicht habe ich noch ein paar Tipps die dir helfen.

          Prüfungsvorbereitung
          Ich finde es immer sehr sinnvoll für die Prüfungsvorbereitung ein paar alte Prüfungsaufgaben bearbeiten zu lassen. Ich lasse den Azubis die Prüfungen selbst bearbeiten und korrigiere sie dann mit ihnen gemeinsam und erkläre in diesem Zusammenhang noch fehlendes Wissen. Ich habe damit sehr positive Erfahrungen gemacht, da die Azubis zum einen mit der Art der Aufgabestellung der Prüfung vertraut werden, und ich zum anderen sehe bei welchen Themen noch Defizite sind und diese Themen konkret nochmal nochmal aufgreifen kann.
          Zwecks Umfang muss ich leider aus meiner Erfahrung sagen das ich die Ausbildungsordnungen sehr offen finde, man kann sehr viel Inhalt hineinpacken, und ich musste feststellen 100% Wissen abzudecken/zu vermitteln erscheint mir unmöglich. Möglichst viel ja, aber 100% anzustreben ist glaub ich nicht zielführend. (Meine Erfahrung, denn nur Unterricht und Kurse finde ich in der Ausbildung auch nicht sinnvoll, gerade das praktische Anwenden des gelernten macht den Azubis erfahrungsgemäß Spaß und gehört ja dazu)

          Knigge-Kurs
          Gut, wenn deine Azubis davon begeistert sind, dann klar, gute Idee J
          Ich weiß nicht in welcher Region du bist, aber für Bayern (ich weiß nicht wie weit sie im Umkreis Kurse gibt) kann ich Sabine Bleumortier empfehlen für Knigge für Azubis (und sie macht auch Telefontrainings). Ich war anfangs skeptisch, war dann aber selbst bei ihr in einem Knigge Kurs für Ausbilder und war sehr begeistert von ihrer Art und Einstellung.

          Thema „Küche sauber halten“
          Ich musste feststellen das Azubis da manchmal leider andere Vorstellungen haben. Seitdem versuche ich bei solchen Dingen immer ganz konkrete Anweisungen zu geben und die Azubis darauf hinzuweisen das das ihre Aufgabe ist und ich erwarte das sie das eigenständig machen und ich mich drauf verlassen kann. Die ersten Tage kontrolliere ich dann noch, dann klappts meistens.


          Gespräche sind auf jeden Fall gut, da gibt’s übrigens von der IHK gute Kurse für Ausbilder Richtung Konfliktgespräche und so. Ich hab da ein paar Kurse besucht und war überrascht da echt gute Anregungen für Zielführende Gesprächsführung bekommen zu haben.

          Viel Erfolg weiterhin und lass dich nicht entmutigen.

          Gruß,
          Tine88.

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          • #6
            Hallo W.Spo,

            zunächst eine Anmerkung zur "überbetrieblichen Ergänzung": Auch andere deiner Aussagen lassen mich fragen, welche Qualität der betriebliche Ausbildungsplan hat. Oder hat die Vorgängerin ohne einen solchen gearbeitet? Dann heißt es: entweder den Plan nachbessern - oder erst einmal einen konkreten Plan erstellen.

            Dann zum Küchendienst: Ich musste in meiner Praxis erfahren, dass über 20 Jahre alte Personen weder einen Geschirrspüler und dessen Bedienung kannten noch Kaffee kochen konnten. (Da musste unser QM zwei neue Handlungs-Anweisungen schreiben.) Also nicht zuviel Allgemein-Kompetenz voraussetzen.

            Zu den Mentalitäten: Da ich ja vermute, dass der betriebliche Ausbildungsplan nachgebessert werden muss, schlage ich vor, dass im Ausbildungsablauf regelhaft Aufgaben /Projekte verankert werden, die die Azubis selbstständig bearbeiten und lösen müssen. Da wir nicht wissen, in welcher Sparte du tätig bist, hier ein paar allgemeine Hinweise zu den Projekten: mindestens je eins aus den Bereichen Einkauf, Personal, Disposition, QM, Innovation. Die Aufgaben müssen real und wichtig sein.

            Beste Grüße

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