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"Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt" - Ihre Meinung ist gefragt!

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  • "Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt" - Ihre Meinung ist gefragt!

    Liebe foraus.de-Besucherinnen und Besucher,

    anlässlich unseres aktuell veröffentlichten Themenschwerpunkts interessieren uns Ihre Einschätzungen zu diesem derzeit allgegenwärtigen Thema.

    Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit diesen Veränderungsprozessen in der Arbeits- und Berufswelt gemacht? Welche Rolle spielt die zunehmende Digitalisierung in Ihrem Unternehmen und in Ihrer betrieblichen Ausbildung? Welche Modernisierungen sind bereits umgesetzt, welche müssen folgen? Wo sehen Sie Chancen oder auch Probleme? Was könnte Sie bei der Aktualisierung Ihrer betrieblichen Ausbildungsprozesse unterstützen?

    Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

    Ihre foraus.de-Redaktion


    Zum Themenschwerpunkt "Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt" auf foraus.de
    Zuletzt geändert von Administrator; 09.11.2016, 13:21.

  • #2
    Hallo zusammen,

    dieses Thema verfolgt mich leider schon seit Jahren.

    Bei allem persönlichen Verständnis und ungeachtet der Tatsache, dass ich sehr gerne (mit störungsfrei laufender!) IT-Ausstattung arbeite: Die aktuelle Entwicklung halte ich für bedenklich. Es muss nicht jede Schule und jeder Kindergarten (!) heutzutage zwingend mit Tablets ausgestattet werden und es muss auch nicht jeder zwingend schon in sehr jungen Jahren mit der digitalen Technik vertraut gemacht werden.

    Wir verlieren als Menschen immer mehr die Fähigkeit, mit unseren Händen geschickt umzugehen. Man beachte einmal die Berichte diverser Grundschullehrer, wonach die Kids heute kaum mehr einen Stift halten geschweige denn einen solchen länger als 1 Minute zu benutzten, ohne über schmerzende Finger/Hände zu klagen.

    Ich halte das für sehr bedenklich. Viele Menschen sind heute schon ZU technikhörig - für sie geht ohne Tablet/Smartphone nichts mehr. Etwas manuell zu schreiben oder irgendetwas zu tun, was einigermaßen geschickter Finger bedarf, fällt ihnen massiv schwer. Selbst das einfache Schuhebinden (!) gelingt immer weniger jungen Menschen ...

    Wenn ich bei irgendeiner Gelegenheit etwas stenografiere (ja, ich kann das noch!), schaut mich jeder komisch an. Versuche, einfachste Zeichen nachzuvollziehen, fallen gerade Jugendlichen/jungen Erwachsenen z. T. extrem schwer! Sie sind es nicht mehr gewohnt, die Finger zu bewegen ... Inwieweit sich das im handwerklichen Berufen beobachten lässt, weiß ich nicht, interessiert mich aber brennend!

    Kommentar


    • #3
      Hallo Zusammen,

      Ich habe mal versucht meine Gedanken/Beobachtungen in Worte zu fassen.
      Bitte gerne Anregungen/Tipps/Kritik dazu äußern :-)

      Mir stellt sich immer wieder die Frage was versteht man unter „Digitalisierung“
      Einen PC (fester Rechner) hat bei uns fast jeder Mitarbeiter (ich aus der Generation Y kennen das von Anfang an so)
      an Tabletts ist noch nicht zu denken, und Smartphones gibt es nur als Firmenhandys für Chefs und Projektleiter.


      Meine Beobachtungen bei Azubis
      • kennen keinen Computer-Absturz/Programm Absturz -> Zwischenspeichern ist nicht so bekannt
      • Kennen keine Short-Cuts/Kurz Befehle
      • Kennen keine Explorer Struktur mit Laufwerken/Netzlaufwerken
      • Akzeptieren grundsätzliches Handyverbot, doch findet man trotzdem öfters ein Smartphone in der Hosentasche oder auf dem Schreibtisch à nach Hinweis darauf wird es aber weg gepackt


      Meine Beobachtungen zu Problemen/Hürden im betrieblichen Alltag
      Grundsätzlich die Problematik das private Geräte (Smartphone) besser sind und immer griffbereit, als von der Firma gestellte Geräte z.B.
      • Schlechte Digitalkamera zum ausleihen (ist halt schon 5 Jahre alt) à Smartphone macht bessere Fotos
      • Gerät muss erst ausgeliehen, abgeholt, organisiert werden
      • --> Problem Datenschutz, Firmeninterne oder geheime Kundendaten auf privaten Geräten sind „gefährlich“ sollte nicht sein
      Kein WLAN in der Firma lt. EDV-Abteilung aus Sicherheitsgründen… (somit wäre der Sinn einer Smartphone/Tablet-Nutzung fraglich)


      Beobachtungen aus meinem privaten Bereich (als Kunde)
      • Will ich Angebote von Handwerkern (Schreiner, Ofenbauer, Küchenbauer) per WhatsApp statt per Mail erhalten?
      • Per E-Mail nehm ich Angebote lieber als per Post. (Strukturiertes Ablegen digital, weniger Papier)


      Meinung zum Bedarf
      • Bei uns wird viel ausgedruckt und dann per Hand etwas reingeschrieben was später am PC ausgebessert werden soll (z.B. auch als Lerneffekt was verbessert werden soll) ich habe mal angedacht das ausdrucken zu ersparen und das „reinschreiben“ digital zu lösen, bin aber auf einige Probleme bei der Umsetzung gestoßen. 1. Datei muss als pdf rausgeschrieben werden, nötige pdf-Generierungs-Programme müssen erst gefunden und von der EDV-Abteilung freigegeben werden. Dann möchte ich gerne ähnlich wie auf dem Papier mit Blick nach unten und Stift in der Hand kontrollieren à also Tablett und Touch-Stift à die Auswahl im Internet ist riesig, doch was ist geeignet? à und wie kommen die Daten vom PC auf’s Tablett? à per USB-Stick war meine Möglichkeit
      • --> Mein Fazit: Ich habe erstmal aufgegeben, es bleibt beim ausdrucken weil es (noch) zu viele Hürden gibt, bzw. (noch) zu umständlich ist
      • Digitale Lernmedien à grundsätzliche wäre ich interessiert, jedoch fehlen mir die Erfahrungen, bzw. die Medien an sich. 1 Programm hatte ich, die digitale Version einer Art Formelsammlung (dieses Buch brauche ich fast täglich in der Ausbildung und auch darüber hinaus), leider war/ist die Handhabung etwas unkomfortabel und unübersichtlich das ich leider doch wieder zur gedruckten Ausgabe gewechselt bin
      • Ich habe das Gefühl das der Bedarf und die Durchsetzung digitaler Medien wie z.B. Smartphone, Tablett in großen Teilen der Berufswelt noch lange brauchen werden um sich durchzusetzen (Zumindest in unserer Firma fallen mir jetzt nur sehr wenige Bereiche ein bei denen es eine wirkliche Verbesserung bringen würde und sich die Anschaffungskosten (Kosten/Nutzen mäßig) auch halbwegs lohnen würden)

      Gefahr die ich sehe
      • Weniger Bewegung à für unseren Körper nicht gesundheitsfördernd


      Zu meinem Vorredner
      Mit dem Handwerklichen Geschick, das kann ich auch beobachten, ich denke das das aber nicht nur an Smartphone und Co. Liegt, sondern viel weitgreifender, was gibt es den im privaten Umfeld noch zu reparieren? Bzw. was kann man noch selbst reparieren, die meisten Haushalts-/Privaten Geräte sind nicht darauf ausgelegt repariert zu werden (alles verschweißt/verklebt), und ein neues Gerät zu günstig, das sich ein reparieren (falls überhaupt möglich) des alten Geräts meist nicht lohnt.
      Also wo soll das handwerkliche Geschick geübt/gefördert werden?


      Freundliche Grüße
      Tine88

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      • #4
        Hallo Zusammen,

        ich finde die Gedanken meiner beiden Vorredner sehr interessant und denke in vielen Dingen ähnlich. Es kommt sicher immer auch auf die Branche oder den konkreten Betrieb an, auch bei uns ist von Digitalisierung bisher wenig zu sehen. Und wenn, dann kann ich manchmal kaum eine Arbeitserleichterung oder Zeitersparnis darin erkennen.

        Andererseits lässt sich die Entwicklung wohl kaum aufhalten und wenn man sieht, wie weit fortgeschritten mittlerweile die Automatisierung in vielen Bereichen ist, wird mir Angst. Beispielsweise finde ich es unheimlich schade, dass es kaum noch richtige handwerklich arbeitende Bäcker gibt. Komplett maschinell gefertigte Brötchen sind irgendwie gruselig, aber da bin ich sicher hoffnungslos altmodisch. Ich würde mir wünschen, dass es irgendwann wieder eine "Retro-Bewegung" hin zu Handwerk, Nachhaltigkeit, Entschleunigung, haltbarere Produkte, weniger Konsum etc. gibt.

        Auch ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als die nicht funktionierende Waschmaschine selbst aufgeschraubt wurde und der Keilriemen wieder aufgezogen wurde usw. Früher haben die Jugendlichen an ihren Mopeds rumgeschraubt, heute kann kaum noch jemand den Platten am Fahrrad eigenständig beheben.

        Letzens ging mir nach drei Jahren eine Waschmaschine kaputt, die Reparatur wäre teurer gewesen als der Neukauf. Das bringt natürlich die Wirtschaft in Schwung, mir persönlich wären Waschmaschinen lieber, die 15 Jahre halten oder sinnvoll repariert werden können. Die müssen auch nicht digital sein. ;-)

        Digitale Lernmedien können sicherlich sinnvoll sein, allerdings dürfen und können sie nicht den menschlichen Kontakt ersetzen. Ich habe durch meine Kinder viel Einblick in Schulen mit verschiedenen Konzepten etc. Letztendlich hat sich für mich am meisten der klassische Frontalunterricht mit einer von den Kindern geschätzten Lehrerpersönlichkeit bewährt. Da wurde mit Abstand am meisten gelernt. Das das mit eigenständig zu lösenden Übungsaufgaben, Vokabel lernen etc. kombiniert wird, ist kein Widerspruch.

        In der Ausbildung sehe ich es ähnlich. Ausbildung ist einfach unheimlich zeitaufwändig, selbst wenn der Azubi gut drauf ist, muss man unheimlich viel kommunizieren, vormachen, anleiten, Ideen für Weiterentwicklung etc. geben. Das sieht niemand und letztendlich ist diese Zeit auch oft nicht da. Da bringen mir auch digitale Medien nur einen begrenzten Nutzen, sind möglicherweise gut, um Einblick in einen Sachverhalt zu bekommen. Aber ein Thema wirklich beherrschen, lernt man nur durch das selber tun.

        Neben den fehlenden handwerklichen Geschick und dem weniger an Bewegung, glaube ich auch, mittlerweile einen geringeren Anstrengungswillen zu erkennen. Es muss immer gleich alles klappen oder zumindest sollte es des Öfteren eine Belohnung geben. Das Durchhaltevermögen ist einfach nicht mehr so ausgeprägt.

        Viele Grüße
        Ausbilder75

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        • #5
          Meinen 3 Vorredener( Oder eben Schreibern kann ich michda nur anschliessen, ich sehe da viele genauso oder zumindest ähnlich.
          Meiner Meinung nach kommt die mangelnde Frustrationstoleranz, Anstrenungswillen oder wie man das auch immer nennen möchte, eben auch daher, das die Kinder und Jugendlichen sehr viel vor PC und Co sitzen. Wenn wir draussen( passiert heute kaum noch) gespielt haben z. B.: Kicken, haben die "grossen" den Ton angegeben, die "kleinen" durften mitspielen( zu den Regeln der Grossen oder eben gar nicht). Lernten dabei aber einen Umgang miteinander, wenn Unstimmigkeiten herschten, gabs dicke Diskusionen, manchmal Tränen, aber immer eine Lösung, mit der alle leben konnten oder eben auch mussten,( Man konnte daran auch wachsen,maulen, sich vornehmen es später anders zu machen und und und) diese Erfahrungen fehlen heute fast vollständig. Des weiteren lassen sich an fast jedem Computerspiel die Schwierigkeitsgrade beeinflussen, wenn ich keine Erfolg habe starte ich das Level eben neu und probiere nochmal, wenns mich lange genung genervt hat wähle ich eben die einfacher Schwierigkeitsstufe und hole mir mein Erfolgserlebnis, dies funktioniert im richtigen Leben eben so nicht.

          Zum Theme Digitale Lernmedien, diesen stehe ich offen gegenüber, wir nutzen in der Ausbildung (Maschinenbau) seit einigen Jahren div. Programme um unsere Mädels und Jungs fit in Messtechnik (Grundlagen) und CNC zu machen, aber dies muss meiner Meinung immer in einer Interaktion mit den Ausbilden geschen, denn nur dann kann man helfend und steuernd eingreifen, wenn ein Azubi mal hängt oder vor sich hinarbeite ohne wirklich vorwärts zu kommen.
          Viele Grüße
          Thomas Klenk
          Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese behalten.

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