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Unterschied zwischen den Begriffen "Ausbilder" und "Ausbildungsbeauftragter"

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  • Unterschied zwischen den Begriffen "Ausbilder" und "Ausbildungsbeauftragter"

    Hallo,
    ich möchte gern wissen, ob es einen Unterschied rechtlicher Art für die Begriffe "Ausbilder" oder "Ausbildungsbeauftragter" gibt.
    Danke im Voraus für die Info und schönen Feierabend,
    Ruth

  • #2
    Ausbildungsbeauftragte

    Hallo Frau Ruth,
    wer ausbilden darf, wird im Berufsbildungsgesetz (BBiG) deutlich geregelt:
    "Auszubildende darf nur ausbilden, wer persönlich und fachlich geeignet ist." (BBiG § 28 Abs. 1 Satz 2)
    Die Voraussetzungen für die persönliche Eignung ergeben sich aus § 29, die der fachlichen aus § 30 BBiG.
    Darüber hinaus regelt das Gesetz in § 28 Abs 3 jedoch auch die Mitwirkung anderer Personen bei der Ausbildung:
    "Unter der Verantwortung des Ausbilders oder der Ausbilderin kann bei der Berufsausbildung mitwirken, wer selbst nicht Ausbilder oder Ausbilderin ist, aber
    abweichend von den besonderen Voraussetzungen des § 30 die für die Vermittlung von Ausbildungsinhalten erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und persönlich geeignet ist." Das heißt, dass diese Befähigung nicht in einer Prüfung nachgewiesen sein muss.
    So weit, so gut, und das ist Ihnen als geprüfter Ausbilderin sicher auch bekannt.
    Die Praxis in den Unternehmen sieht nun so aus, dass in der Regel ein hauptamtlicher und verantwortlicher "Ausbilder" gegeben ist. Die Probleme bei der praktischen Umsetzung dieser Aufgabe werden jedoch bei zunehmender Betriebsgröße schnell deutlich, denken Sie nur an den Durchlaufplan. Deshalb müssen zur Unterstützung des Ausbilders an den Ausbildungsplätzen weitere engagierte und interessierte Mitarbeiter gefunden werden, die bereit und fähig sind, den Nachwuchs im eigenen Unternehmen gut auf die Zukunft vorzubereiten. Diese Mitarbeiter werden gemeinhin "Ausbildungsbeauftragte" genannt, eine Bezeichnung die rechtlich nicht gesichert ist. Wie weit ihr jeweiliger Aufgaben- und Verantwortungsbereich geht, ist von Betrieb zu Betrieb und auch innerhalb der Betriebe selbst unterschiedlich geregelt.
    In manchen Großbetrieben werden darüber hinaus noch "Unterweiser" beauftragt, an ihrem Arbeitsplatz den Auszubildenden die dort vorgesehenen Ausbildungsinhalte zu vermitteln.
    Der Umfang der heute zu bewältigenden Anforderungen im Ausbildungswesen größerer Unternehmen lässt sich nur auf mehrere Schultern verteilt bewältigen und da muss dann jeder wissen, was er zu tun und zu verantworten hat.

    Mit internetten Grüßen
    Ihr Adalbert Ruschel

    PS: In meiner privaten Website (www.adalbert-ruschel.de) finden Sie unter "Texte zum Herunterladen" einen Beitrag "Die Ausbilderin / der Ausbilder im dualen System der Berufsbildung in der Bundesrepublik Deutschland", in dem die Zusammenhänge noch deutlicher erklärt sind.
    Adalbert Ruschel
    Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
    Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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    • #3
      Grundsätzlich schließe ich mich Herrn Ruschel an. Allerdings ist meine Wahrnehmung die, dass es bei weitem nicht die Regel ist, dass in jedem Ausbildungsbetrieb ein hauptberuflicher Ausbilder tätig ist. Die meisten Jugendlichen werden in Klein- und Mittelbetrieben ausgebildet und hier wird die Ausbilderfunktion vowiegend nebenberuflich wahrgenommen. Die Vereinbarkeit von Ausbildung und Arbeit ist dann für den Ausbilder wie auch für die Auszubildenden nicht immer einfach. Auch hier in der Community waren da ja verschiedentlich Situationsschliderungen dazu zu lesen. Die mit der Ausbildung Beauftragten verfügen häufig nicht über einen Abschluss nach AEVO, sondern sie werden eher ins kalte Wasser geworfen. Kenntnisse und Fähigkeiten zur Organisation der Ausbildung wie auch zur methodischen Gestaltung erwerben sie arbeitsprozessbegleitend und eher informell. Der oder diejenige die im Unternehmen die persönliche und fachliche Eignung besitzt, kann die Aufgabe delegieren. Und davon wird häufig Gebrauch gemacht.
      Das nur als Ergänzung - mit besten Grüßen


      Gert Zinke

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      • #4
        Ausbilder oder Ausbildungsbeauftragte?

        Hallo Herr Zinke,
        ich wollte die Fragestellerin nicht mit noch mehr Details beladen und sie damit unsicher machen. Aber wenn es denn sein soll, will ich auf eine weitere Kuriosität hinweisen:
        Im BBiG wird gerade der hauptamtliche und verantwortliche Ausbilder mit der Ausbildung "beauftragt":
        BBiG § 14 Abs 1 Nr. 2 lautet
        "Ausbildende haben
        1. ...
        2. selbst auszubilden oder einen Ausbilder oder eine Ausbilderin ausdrücklich damit zu beauftragen,"

        In meinen Büchern und Buchbeiträgen, aber auch in Vorträgen und Diskussionen, habe ich darauf hin gewiesen, dass der Begriff "Ausbildungsbeauftragter" für die Praxis definiert werden müsse und für die nicht hauptamtlichen Ausbilder mangels klügerer Einfälle den Begriff "Ausbildungsgehilfe" vorgeschlagen, bisher erfolglos.
        Wie mir scheint, ist weder die Praxis noch die Politik an einer Präzisierung der Begriffe interessiert. So wird denn wohl weiter der Ausbilder "beauftragt" und sein Helfer zum Ausbildungsbeauftragten gemacht.

        Mit internetten Grüßen
        Ihr Adalbert Ruschel
        Adalbert Ruschel
        Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
        Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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        • #5
          Hallo,

          hab hier auch noch eine Erklärung... ich denke, dass das in den Firmen sicher auch sehr unterschiedlich definiert wird. Bei uns hab ich es eigentlich so gelernt: ich als Ausbilderin bin an einem Standort für die Ausbildung verantwortlich, in einem Bereich eben. An anderen Standorten in Deutschland gibt es bei uns auch wieder einzelne Ausbilder, die jeweils für ihren Bereich und ihre Azubis verantwortlich sind, sie den entsprechenden Fachkräften zuteilen etc.

          In unserer Zentrale / das heißt in der Personalabteilung haben wir eine Ausbildungsbeauftragte, die deutschlandweit übergeordnet für die Ausbildung zuständig ist. Sie wertet unsere Beurteilungen aus, unterstützt bei schwierigen Situationen und ist generell der Ansprechpartner für alle Ausbilderinnen und Ausbilder. Sie entscheidet auch, welcher Bereich wie viele Azubis einstellen darf und überwacht den ganzen Einstellungsprozess. Wenn möglich, nimmt sie auch an den Vorstellungsgesprächen teil usw. So hab ich es zumindest in meiner Firma gelernt, aber wie gesagt, ich denke es gibt zum einen nicht überall einen "Ausbildungsbeauftragten" und es kann auch sehr unterschiedlich definiert sein.

          Liebe Grüße, Pat

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          • #6
            Hallo,

            da möchte ich eine andere Version dagegenhalten :-)

            Ich bin die Ausbilderin (natürlich nur nebenberuflich) und beauftrage meine Kollegen in den anderen Abteilungen mit der Ausbildung in den entsprechenden Abteilungen. Somit sind das meine Ausbildungsbeauftragten und ich als Ausbilderin kümmer mich um den gesamten Ablauf + meine Abteilung.

            Echt witzig, wie unterschiedlich das gesehen werden kann. Aber ich mache mir nicht so viel aus den Begriffen, hauptsache es wird sich gescheit um die Azubis gekümmert.
            Seitens des BBiG sollte es aber wirklich präzisiert werden.

            Viele Grüße,
            Katrin
            Ausbilderin + Prüferin Kaufleute im Groß- und Außenhandel + Kaufleute für Bürokommunikation

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            • #7
              Ausbildungsbeauftragter

              Sorry, dass ich erst so spät antworte, ich hatte hier nicht mehr reingesehen, weil ich es für erledigt hielt.
              Die Frage ist so zustandegekommen: ich arbeite in einer Kommission meines Berufsverbands, in der wir alle Tätigkeiten in Bibliotheken auflisten. Und da stellte sich uns Praktikern irgendwann genau diese Frage. In größeren Bibliotheken gibt es eine Person, die sich um die ganze Organisation kümmert und andere Personen mit der Durchführung der einzelnen Ausbildungsinhalte ( Rechnungswesen zum Beispiel) beauftragt.
              Wenn wir fertig sind, wird es eine Broschüre für die Kollegen geben,und da wollten wir eben sicher sein, dass wir diese Begriffe richtig anwenden.

              Mit freundlichen Grüssen

              Ruth

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              • #8
                Ich habe eine kurze Frage . Ich bin Diplom-Ingenieur . Darf Ich Ausbilden ?? Wenn ja zu welchen Berufen ?? Danke

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                • #9
                  Die Regelung, wer ausbilden darf, trifft das Berufsbildungsgesetz, Abschnitt 3, §27ff (http://www.bmbf.de/pub/bbig_20050323.pdf).
                  Im einzelnen wird die Eignung durch die zuständige Stelle (Kammer) festgestellt. Grundsätzlich können Sie demnach ausbilden, wenn Sie die fachliche und persönliche Eignung mitbringen. - Im Klartext heißt das, Sie sollten mit Ihrem konkreten Anliegen (welchen Beruf wollen Sie ausbilden, in welchem Unternehmen wollen Sie ausbilden usw. --> neben der Eignung des Ausbildenden ist auch die Eignung der Ausbildungsstätte geregelt) an die zuständige Kammer herantreten und den dortigen Ausbildungsplatzberater ansprechen, der für den Beruf oder die Branche zuständig ist.
                  Beste Grüße

                  Gert Zinke

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                  • #10
                    Hallo

                    ich habe hier einen Link der interessant sein dürfte.

                    http://infobub.arbeitsagentur.de/ber...Short&status=K

                    oder : www.berufenet.de

                    Hier ist die Begrifflichkeit recht genau definiert.

                    Viele Grüße
                    Markus Reichenbach

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