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Erstes Treffen der Praxisbeiräte im Projekt „SilA“

03.03.2022 | Dr. Katharina Dahlhoff

Im Projekt „SilA“ werden multimediale Lehreinheiten für die überbetriebliche Ausbildung von Landwirt/-innen entwickelt. Damit die Lehreinheiten praxisnah gestaltet werden können, hat das Projektteam zwei Praxisbeiräte gegründet und zum ersten Treffen geladen.

Erstes Treffen der Praxisbeiräte im Projekt „SilA“

In der landwirtschaftlichen Ausbildung können viele praktische Arbeiten und Maßnahmen oftmals nur direkt am Tier vermittelt werden. Auch in der überbetrieblichen Ausbildung liegt der Schwerpunkt auf einer praxisnahen Vermittlung von Tierwohl und Tiergesundheit. Dennoch gibt es Maßnahmen, wie z. B. das Enthornen von Kälbern, die Ausbildende in Schulungssituationen nur in Einzelfällen oder theoretisch demonstrieren können. Hier setzt das Projekt „SilA“ an: Das Projektteam entwickelt multimediale Lehreinheiten, in denen Eingriffe an Schweinen und Kälbern an verschiedenen Stationen für die Auszubildenden ansprechend und vielfältig erläutert werden. Dabei kommen VR-Brillen mit 360°-Videos, ein Multifunktionstisch mit verschiedenen digitalen Modulen sowie sensorgestützte Demonstratoren zum Einsatz. Den sensorgestützten Demonstratoren kommt eine besondere Bedeutung zu, da die Maßnahmen an den Demonstratoren beliebig oft und ohne Einschränkungen des Tier- und Arbeitsschutzes durchgeführt und bis zur Festigung der Routinen von den Auszubildenden wiederholt werden können.

Beiräte stellen Praxisbezug sicher

Um einen hohen Praxisbezug bei der Entwicklung der Demonstratoren und der Lehreinheiten sicherzustellen, hat das Projektteam zwei Praxisbeiräte initiiert – einen für die Schweine- und einen für die Rinderhaltung. Die Beiräte setzen sich aus engagierten Betriebsleiter/-innen und Ausbilder/-innen zusammen. Die ersten Treffen fanden im Februar 2022 digital statt und wurden für einen intensiven Fachaustausch und die konkrete Abfrage von Wünschen und Anforderungen aus der täglichen Ausbildungspraxis genutzt. Dabei wurde deutlich, dass in den Betrieben gute Standardroutinen zur Vermittlung der im Projekt adressierten tierschutzsensiblen Maßnahmen umgesetzt werden und eine umfangreiche theoretische und praktische Anleitung der Auszubildenden erfolgt. Für die geplanten Lehreinheiten wünschen sich die Beiratsmitglieder vor allem praktische Anschauungsmodelle und wie bisher eine angeleitete Demonstration in den Ställen in Haus Düsse. Außerdem wurde in beiden Treffen unabhängig voneinander ein weiterer Wunsch formuliert: Damit Ausbilder/-innen immer auf dem aktuellen Wissensstand bleiben und neueste Erkenntnisse stärker in die Praxis getragen werden, regten die Teilnehmenden an, die Inhalte der Lehreinheiten auch für Ausbildende verfügbar zu machen und langfristig ein Ausbildernetzwerk mit regelmäßigen Schulungsmöglichkeiten zu gründen.

Die beiden Beiratstreffen lieferten somit viele wertvolle Impulse und Ideen aus der Praxis und werden unter dem Motto „Impuls- Demonstration- Reflexion“ in regelmäßigen Abständen fortgeführt. Ergänzend zu den Ergebnissen aus den Beiräten wird das Projektteam in verschiedenen Berufsschulklassen und Lehrgängen der überbetrieblichen Ausbildung Befragungen zu den Vorkenntnissen und Erfahrungen der Auszubildenden in den kommenden Monaten durchführen. Damit möchte das Projektteam einen umfangreichen Überblick über die aktuelle Umsetzung im Ausbildungsalltag zusammentragen, dessen Ergebnisse in die Entwicklung der beiden Lehreinheiten einfließen werden.

Nicht zuletzt sollen die Beiräte als Multiplikatoren fungieren: So können die Mitglieder im Fachaustausch mit Berufskollegen zum einen über die Ergebnisse des Projektes informieren und diese somit in die Praxis tragen. Zum anderen ist geplant, die Praktiker/-innen bei der Testung des Prototyps einzubinden. Daraus könnte im Anschluss ein Interview bzw. ein Erfahrungsbericht über den Einsatz und die Vorteile von simulationsgestützten Lehreinheiten entstehen. Zudem wäre es wünschenswert, wenn die Beiräte als Bindeglied zwischen Praxis und Bildungseinrichtung Ideen für niedrigschwellige Weiterbildungsangebote und ihre Kontakte zu Ausbildenden und Berufskolleginnen und -kollegen zur Schaffung eines Netzwerks einbringen würden.