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BAU’S MIT BIM: Analyse zur Digitalisierung in sächsischen Bauunternehmen

Firmen werden aktiv - BIM bislang nur Randthema für Bauausführende

22.03.2018

Erstmals liegt eine Analyse vor, die die aktuelle Wahrnehmung des mitarbeiterführenden Personals sächsischer Baufirmen in Bezug auf Digitalisierung in der Bauwirtschaft beschreibt. Zu dieser Thematik wurden Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen aus den Bereichen Hochbau, Tiefbau und Ausbau in Sachsen befragt.

BAU’S MIT BIM: Analyse zur Digitalisierung in sächsischen Bauunternehmen
v. l.: Frau Prof. Niethammer, Herr Martin (beide TU Dresden), Herr Wieczorek, Herr Böttcher und Frau Bauer (Projektleiter und Projektkoordinatoren vom BFW Bau Sachsen e. V.) präsentieren den Abschlussbericht der Analyse.

Die Analyse wurde von der Technischen Universität Dresden, Professur für Bautechnik, Holztechnik sowie Farbtechnik und Raumgestaltung / Berufliche Didaktik im Zeitraum von Oktober 2017 bis Januar 2018 durchgeführt. Beauftragt hatte die Analyse der BFW Bau Sachsen e. V. im Rahmen des Pilotprojektes BAU'S MIT BIM [Verknüpfung der Stufenausbildung der Bauwirtschaft mit der Methode des Building Information Modeling (BIM)].

Das Pilotprojekt wird über das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Rahmen der Richtlinien zur Förderung von Digitalisierung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) und Kompetenzzentren (Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Ziel der Analyse war es, den aktuellen Stand der Einsatzmöglichkeiten digitaler Hilfs- und Arbeitsmittel sowie der BIM-Arbeitsmethode auf der Baustelle zu beleuchten. Die unterschiedlichen Perspektiven der Befragten lieferten einen Überblick über vorherrschende Probleme und Potenziale bei der Erbringung der Bauleistung. Auf dieser Grundlage konnten Indikatoren für Qualifizierungsbedarfe in der Erstausbildung sowie der Weiterbildung in der Bauwirtschaft abgeleitet werden.

Folgende Kernaussagen lassen sich herausstellen:

  1. BIM ist in den befragten Bauunternehmen bisher eine kaum angewandte Arbeitsmethode; eher ein Begriff, der zwar bekannt ist, aber unterschiedlich verstanden wird.
  2. Unternehmen, die sich mit BIM befassen, haben meist mehr als 250 Mitarbeiter.
  3. In mittleren und kleinen Baufirmen ist eine weniger starke Digitalisierung erkennbar als in großen Unternehmen.
  4. Die Anwendung bzw. Umsetzung von BIM erfolgt eher an Modellprojekten.
  5. Der Mehrwert der Digitalisierung für die Erbringung von Bauleistungen wird zurzeit in Arbeits- und Hilfsmitteln der Vermessung gesehen. Für die Kommunikation, Dokumentation und Projektsteuerung wird ein Mehrwert nicht klar benannt und ist eher strittig.
  6. In einer zukünftigen Anwendung als Arbeitsmethode wird BIM die Facharbeiterebene nach aktueller Einschätzung nicht durchdringen, jedoch werden sich einzelne Aspekte der Arbeit verändern. Das Bild des Facharbeiters / der Facharbeiterin mit dem Tablet in den Händen scheint unrealistisch.
  7. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Arbeitsmethode BIM den Aufgabenbereich des mittleren Baustellenmanagements erweitern.
  8. Der bislang unzureichende Netzausbau stellt ein Problem für die Erschließung des Mehrwertes der Digitalisierung dar.
  9. Es gibt eine verbreitete Skepsis gegenüber den Folgen von Digitalisierung für die eigene Arbeit.
  10. Die Auftragslage ist zurzeit zu gut, um sich Gedanken über Veränderungen der Geschäftsprozesse machen zu müssen.

Weitere Informationen

Der vollständige Abschlussbericht zur Analyse kann hier als PDF heruntergeladen werden:
www.bau-bildung.de/projekte/nationale-projekte/baus-mit-bim/

Ansprechpartner: Michael Wieczorek
Telefon: +49 (0)351 7957497-11
m.wieczorek@bau-bildung.de

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