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Handlungsempfehlung für den Einzug der Digitalisierung in die Ausbildung

08.05.2019

Der Einzug der Digitalisierung in die Berufsausbildung bringt viele Veränderungen mit sich, die zunächst überfordernd wirken können. Das Projekt DigiSec hat Handlungsempfehlungen für den Umgang mit den Auswirkungen der digitalisierten Ausbildung im Bereich Schließ- und Sicherheitstechnik entwickelt.

Handlungsempfehlung für den Einzug der Digitalisierung in die Ausbildung

Die Qualifizierung des Ausbildungspersonals im Bereich der digitalen Medien ist eine notwendige Voraussetzung im Zuge der zukünftigen Veränderungen in der Ausbildung. Ausbilderinnen und Ausbildern fehlt häufig das Wissen, mit zunehmend digital geprägten Lehr-, Lern- und Arbeitsumgebungen umzugehen und gezielt Medien im Unterricht einzusetzen.  

Die Auswirkungen der Digitalisierung sind mit neuen Kompetenzanforderungen an das Ausbildungspersonal verbunden, das bei diesem Umbruchsprozess Unterstützung benötigt.  Die Unterstützung ist notwendig, um eine zukunftsfähige und zeitgemäße Berufsausbildung zu gewährleisten und den Fachkräftenachwuchs für das Handwerk zu sichern. Darüber hinaus sind Anpassungen oder sogar, beispielsweise beim Metallhandwerker, eine Überarbeitung der Unterweisungspläne hinsichtlich der Einbindung digitaler Medien notwendig.

Handlungsempfehlung aus dem Projekt DigiSec

Die im Projekt DigiSec entwickelte Handlungsempfehlung spiegelt die umfassenden, frei zugänglichen Projektergebnisse wider. Die Handlungsempfehlung für das Ausbildungspersonal wurde anhand der ausgewerteten Betriebsbefragungen und Evaluationen des erprobten Qualifikationskonzeptes zur Digitalisierung in der überbetrieblichen Ausbildung erstellt.  

Die Betriebsbefragung erfasste die Bedarfe der Betriebe hinsichtlich der Gestaltung, Organisation und Inhalte des digitalen Lernens. Relevante Erkenntnisse für die Handlungsempfehlung sind die wenigen Vorerfahrungen mit digitalen Lerninhalten und die unkonkreten Vorstellungen von Themen und Umsetzungen digitaler Lehr-und Lernmethoden. Daneben wurden Erkenntnisse bezüglich der aktuellen Raumkonzepte und technischen Ausstattung erfasst, die für zukünftige digitale und mediale Einsätze angepasst und ergänzt werden müssen.   

Anhand der gesammelten Daten wurde ein Qualifikationskonzept für das Ausbildungspersonal konzipiert, erprobt und weiterentwickelt. Relevante Themen für die Auswertung der erprobten digitalen Lehr- und Lernmethoden waren unter anderem: Herausforderungen beim Lehren mit digitalen Medien und Ideen für weitere Ausgestaltungen digitaler Lehr- und Lernansätze.

Es zeigte sich, dass der Großteil der Befragten sich in der Lage fühlte, digitale Lehrmethoden in den Unterricht zu integrieren, jedoch die Hälfte der befragten Personen mehr Zeit für eine adäquate Einarbeitung in die digitalen Lehrmedien benötigt.

Erforderlich ist die notwendige Weiterentwicklung des Ausbildungspersonals in seiner Rolle als Lerncoach inklusive der Festigung der Medienkompetenz. Zudem befasst sich ein essenzieller Bestandteil der Handlungsempfehlung mit den notwendigen Ergänzungen/Anpassungen der Unterweisungspläne (über den Bereich der Schließ- und Sicherheitstechnik hinaus), mit den rechtlichen Rahmenbedingungen und mit der Betonung der Kooperationsschließung und Vernetzung von Bildungsstätten, Betrieben und Kammern.

Ausblick

Als Empfehlung für zukünftige Unterstützungsangebote wie die im Projekt entwickelte Handlungsempfehlung sollte dem Ausbildungspersonal ein kontinuierlich fortgeführtes Portfolio an digitalen Medien, Lernprogrammen und -plattformen zur Orientierung für den Einsatz im Unterricht zur Verfügung gestellt werden. Flankierend sollten die medienpädagogischen Kompetenzen des Ausbildungspersonals kontinuierlich durch Schulungen weiterentwickelt werden, sodass diese eine bewusste Auswahl geeigneter digitaler Medien treffen und diese zielgerichtet einsetzen können.

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