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Anleitung zur Durchführung der kollegialen (Fall-)Beratung für betriebliche Ausbildungssituationen

Leitfaden für die Nutzung der Methode für betriebliche Ausbildungssituationen für Ausbildende aus dem Modellversuch "ProfUnt" - Professionalisierung der Ausbildungsakteure/innen in Thüringer Unternehmen

Der Modellversuch "ProfUnt"- Professionalisierung der Ausbildungsakteure/innen in Thüringer Unternehmen hat ausgehend von den Bedarfen der an ihm teilnehmenden Unternehmen eine sechsteilige Workshopreihe entwickelt. So sind u.a. die Themen der Workshopreihe die "Handlungsorientierung und Lernmoderation" sowie die "personalen und sozialen Kompetenzen der Ausbildenden". In diesen Workshops wurde die Methode der kollegialen (Fall-)Beratung angewandt.

Anleitung zur Durchführung der kollegialen (Fall-)Beratung für betriebliche Ausbildungssituationen

Die kollegiale (Fall-)Beratung ist eine Methode, die lösungsorientiert angelegt ist. Diese Methode entwickelte sich aus der Supervision heraus. Es handelt sich hier um ein strukturiertes Beratungsgespräch in einer Gruppe, welches nach klaren Regeln durchgeführt wird. Eine Person, die Fallerzählende, berichtet über einen bestimmten Fall bzw. Sachverhalt (z.B. Konflikt zwischen Ausbildenden und Auszubildenden) und wird von den anderen Personen (Ausbilder/innen; Fachkundige) der Gruppe dazu beraten. Bei der kollegialen (Fall-)Beratung handelt es sich immer um konkrete Praxissituationen aus dem Berufsalltag bzw. Ausbildungsalltag. Diese Situation wird reflektiert und gemeinsam werden Lösungsansätze entwickelt bzw. vielmehr von den einzelnen beratenden Personen vorgeschlagen. Die kollegiale (Fall-)Beratung verläuft in vier verschiedenen Phasen. Diese Phasen sind durch zeitliche Beschränkungen einzugrenzen und verlaufen strikt nach Vorgaben. Dies erfordert auch eine konsequente Moderation. Die moderierende Person sollte dabei immer die Zeit beachten und den Beratungsprozess führen.

Der Vorteil der kollegialen (Fall-)Beratung ist, dass der/die Fallerzählende von anderen Fachkundigen beraten wird und die Lösungswege als Angebot bzw. Möglichkeiten verstanden werden. Durch die Schilderung der Situation und das Nachfragen der fachkundigen Kolleg/innen, wird so ein Reflexionsprozess über das eigene Handeln angeregt. Dies wiederum hilft, die eigenen bis dahin versuchten Handlungswege zu reflektieren und dient dazu, die Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

Die Handreichung richtet sich an Ausbildungsverantwortliche, ausbildende Fachkräfte am Arbeitsplatz und Personalverantwortliche in Unternehmen. Die Handreichung ist darüber hinaus auch für Personen geeignet, die sich über die kollegiale (Fall-)Beratung informieren möchten. Je nach Fall und Situation kann eine solche Beratung in 30 bis 60 Minuten (ggf. auch länger) durchgeführt werden. Die Beratung läuft immer in einer Gruppe mit mindestens 5 und maximal 10 Fachkundigen und einer Moderatorin/einem Moderator ab.

Die Handreichung wurde im Modellversuch "ProfUnt" - Professionalisierung der Ausbildungsakteure/innen in Thüringer in Unternehmen in den Workshops zur "Handlungsorientierung" und "personalen und sozialen Kompetenzen der Ausbildenden" eingesetzt und erprobt.

Das Modellprojekt "ProfUnt - Professionalisierung der Ausbildungsakteure/innen in Thüringer Unternehmen wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Modellversuchs-Förderschwerpunkt "Qualitätsentwicklung und -sicherung in der betrieblichen Berufsausbildung" gefördert.

Instrument Nr. 17: Anleitung zur Durchführung der kollegialen (Fall-)Beratung für betriebliche Ausbildungssituationen

 

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